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Nüsttal

hessische Gemeinde im Landkreis Fulda
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nüsttal
Nüsttal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nüsttal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 38′ N, 9° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 344 m ü. NHN
Fläche: 45,5 km2
Einwohner: 2832 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36167
Vorwahlen: 06684, 06652
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 19
36167 Nüsttal
Website: www.nuesttal.de
Bürgermeisterin: Marion Frohnapfel (CDU)
Lage der Gemeinde Nüsttal im Landkreis Fulda
EiterfeldBurghaunRasdorfHünfeldNüsttalBad SalzschlirfGroßenlüderFuldaPetersberg (Hessen)HofbieberTann (Rhön)HildersDipperzKünzellPoppenhausen (Wasserkuppe)Ehrenberg (Rhön)Gersfeld (Rhön)EbersburgEichenzellKalbachFliedenHosenfeldNeuhof (bei Fulda)Main-Kinzig-KreisBayernThüringenLandkreis Hersfeld-RotenburgVogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Nüsttal ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Fulda.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Nüsttal liegt in der Vorderrhön in 320 bis 580 Meter Höhe zwischen Hünfeld und Hilders. Die Dörfer Gotthards, Morles, Rimmels und Silges befinden sich im Nüsttal, nach diesem Gewässer ist die Gemeinde benannt. Die Ortsteile Hof-, Mittel- und Oberaschenbach liegen im Tal des Aschenbaches, welcher in die Nüst mündet. Der Ortsteil Haselstein liegt an der Hasel (Haune) unterhalb der Burgruine Haselstein.

NachbargemeindenBearbeiten

Nüsttal grenzt im Norden an die Gemeinde Rasdorf (Landkreis Fulda), im Osten an die Stadt Geisa (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinde Hofbieber, sowie im Westen an die Stadt Hünfeld (beide im Landkreis Fulda).

Berge in der GemeindeBearbeiten

  • Breiter Berg (580 Meter)
  • Suhl (571 Meter)
  • Odersberg (557 Meter)
  • Dörenberg (521 Meter)
  • Lesberg (488 Meter)
  • Lingberg (ca. 464 Meter)
  • Weinberg (461 Meter)
  • Linzberg (461 Meter)
  • Zinkberg (375 Meter)
  • Wachtberg (324 Meter)
  • Schlossberg (483 Meter)

Flüsse und Bäche in der GemeindeBearbeiten

  • Nüst (20 Kilometer lang, entspringt in Obergruben, fließt in die Haune bei Hünfeld)
  • Nässe (entspringt in Steens und mündet zwischen Silges und Rimmels in die Nüst)
  • Aschenbach (fließt in die Nüst)
  • Elsbach (fließt in den Aschenbach)
  • Birkenbach
  • Schwarzbach
  • Herzgraben (fließt in Silges)
  • Hasel (fließt bei Hünfeld in die Haune)

GeschichteBearbeiten

 
Der Ort Silges in der Gemeinde Nüsttal (2006)

Am 1. Februar 1971 wurden, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, die bis dahin selbständigen Gemeinden Hofaschenbach, Mittelaschenbach, Morles, Oberaschenbach, Rimmels und Silges zur neuen Gemeinde Nüsttal zusammengeschlossen.[2] Am 1. August 1972 kamen Gotthards und Haselstein kraft Landesgesetz hinzu.[3][4]

  • Hofaschenbach (537 ha) ist wohl das älteste der Dörfer im Gemeindegebiet, es wurde erstmals im Jahre 1015 in den Güterverzeichnissen des Klosters Fulda erwähnt. Es hieß früher Eschenbach. Die Kirche von Hofaschenbach brannte 1652 ab und wurde 1685 wieder aufgebaut. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 416, am 27. Mai 1970 427 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben dort etwa 570 Einwohner im Ort.
  • Mittelaschenbach (559 ha) liegt nördlich von Hofaschenbach am Zusammenfluss von Aschenbach und Eschenbach. Das Dorf wurde erst 1510 in den fuldischen Steuerlisten von Hofaschenbach unterschieden. Westlich des Ortes wurde 1844 am Abhang des Linsberges die Kapelle St. Laurentius errichtet. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 292, am 27. Mai 1970 275 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 273 Einwohner im Ort.
  • Oberaschenbach (220 ha) liegt am Oberlauf des Aschenbaches. Es erschien erstmals in einer Fuldaer Stiftsurkunde des Jahres 1487. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 79, am 27. Mai 1970 68 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 47 Einwohner im Ort.
  • Haselstein (461 ha) liegt am Fuß eines steilen Felsens. Dort wurde vermutlich schon vor 1100 eine Ritterburg errichtet, die heute als Ruine Haselstein besichtigt werden kann. Um 1160 legte Abt Marquard von Fulda Dorf und Mark unterhalb der Burg an.[5] Die Kirche des Ortes wurde 1732 erbaut. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 387, am 27. Mai 1970 394 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 347 Einwohner im Ort.
  • Durch Rimmels (339 ha) verlief ein frühgeschichtlicher Verbindungsweg von Fulda nach Geisa. 1752 entstand die Barockbrücke über die Nüst. Urkundlich erschien Rimmels zum ersten Mal 1410. Kirchlich ist Rimmels schon immer die Filiale der Pfarrei Hofaschenbach. 1656 gab es eine Kapelle des heiligen Antonius. Neuansiedlungen erfolgten 1711 und 1886. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 223, am 27. Mai 1970 215 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 279 Einwohner im Ort. In den Jahren 1984 und 1986 wurde Rimmels als schönstes Dorf Hessens ausgezeichnet.
  • Morles (563 ha) hat eine moderne Kirche (1964 anstelle einer barocken Kapelle erbaut) und ein prächtiges Fachwerkhaus aus dem Jahre 1774 („Vogelwirtschaft“). Der Ort wurde 1510 in den Zinsregistern des Amtes Mackenzell zum ersten Mal erwähnt, ist aber zweifellos viel älter. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 384, am 27. Mai 1970 426 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 552 Einwohner im Ort.
  • Gotthards (681 ha) liegt am Oberlauf der Nüst. Es erschien urkundlich erstmals im Jahre 1343. Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 274, am 27. Mai 1970 305 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 375 Einwohner in Gotthards und Kermes.
  • Das Dorf Silges (380 ha) entstand vermutlich erst um 1100 als planmäßige Siedlung und wurde am 11. November 1300 vom Fuldaer Fürstabt Heinrich V. von Weilnau (1288–1313) das erste Mal in einer Abgabenurkunde in der Schreibweise Selhees angeführt (vielleicht von Selches = Siedlung des Siegwolf oder von Sel, Sal = Weideland). Am 6. Juni 1961 hatte der Ort 328, am 27. Mai 1970 322 Einwohner (Volkszählungsergebnisse).[4] Derzeit leben etwa 375 Einwohner im Ort.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
  
Insgesamt 15 Sitze
  • CDU: 10
  • CWE: 5
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 66,4 10 63,6 10 67,4 10 64,7 10
CWE Christliche Wähler-Einheit 33,6 5 19,8 3 19,1 3 22,8 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,6 2 13,5 2 12,5 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 64,93 62,3 60,1 69,5

WappenBearbeiten

Die acht Basaltsteine (Sechsecke) im Wappen stehen für die acht Ortsteile der Gemeinde Nüsttal und weisen auf das große Basaltvorkommen hin. Die Haselnuss in der Mitte des Wappens ist ein Hinweis auf die historisch bedeutsame Burg Haselstein im gleichnamigen Ort.

VereineBearbeiten

In der Gemeinde Nüsttal sind zahlreiche Vereine aus den Bereichen Kultur, Musik und Sport angesiedelt.[9]

Sportvereine:

  • DJK 1. FC Nüsttal
  • Angelsportverein Haselstein
  • Angelsportverein Rimmels
  • Motorclub Nüsttal e.V.
  • Rhönclub Hünfeld, OV Nüsttal
  • Schützenverein 1955 Morles
  • Tennisclub Nüsttal
  • TTC Mittelaschenbach 1972 e.V.
  • Rock`n Roll und Boogie Club Nüsttal

Musik- und Gesangsvereine

  • Fidelen Burgsänger
  • Frauensinggemeinschaft Nüsttal
  • MGV Concordia Nüsttal-Morles e.V.
  • MGV Rhöngruß Silges
  • Musikkapelle Nüsttal
  • Musikverein Haselstein
  • Schola St. Mauritius Haselstein

Kulturvereine:

  • Heimat- und Geschichtsverein Silges
  • Heimatverein Hofaschenbach e.V
  • Heimat- und Kulturverein "Unser Dorf Mittelaschenbach" e.V.
  • Heimat- und Verkehrsverein Gotthards
  • Heimat-, Kultur- und Geschichtsverein Haselstein e.V.
  • Reservisten Haselstein
  • VdK Sozialverband Nüsttal/Rasdorf
  • Volkstanzgruppe Die Nässetaler

Fördervereine:

  • Förderverein Freibad Gotthards e.V.
  • Förderverein Grundschule Nüsttal e.V.
  • Förderverein Kinder- und Jugendfußball DJK 1. FC Nüsttal e.V.

Sonstige Vereine:

  • Frauengemeinschaft Haselstein
  • Freunde des Lichterfestes Morles
  • Imkerortsverein Nüsttal
  • KFD Schwarzbach/Gotthards
  • Kirmesgesellschaft Mittelaschenbach e.V.
  • Kirmesgesellschaft Silges/Rimmels e.V.
  • Kleintierzuchtverein K 112 Nüsttal e.V.
  • Malteser Hilfsdienst Ortsgruppe Nüsttal

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Karl Remmert (* 20. Januar 1925 in Silges; † 20. April 1956), Deutscher Meister (1955) und Weltmeister der Motorrad-Seitenwagen-WM (1955) aus dem Ort Silges, verunglückte unter nie geklärten Umständen bei einer Testfahrt auf dem Hockenheimring.[10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nüsttal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 26 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 15 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. a b c d e f g h i Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 399 und 400.
  5. „Haselstein, Landkreis Fulda“. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 19. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 3. November 2014.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  9. Die Vereine. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  10. Biographie Karl Remmert In: www.munzinger.de. Angerufen im Januar 2019.