Hauptmenü öffnen

Wethen ist ein Ortsteil der Stadt Diemelstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg, Hessen.

Wethen
Koordinaten: 51° 29′ 31″ N, 9° 4′ 36″ O
Höhe: 200 (194–220) m ü. NHN
Fläche: 12,28 km²[1]
Einwohner: 436 (15. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34474
Vorwahl: 05694

Geografische LageBearbeiten

Blick auf Wethen, im Hintergrund der Desenberg und die Stadt Warburg

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Wethen liegt im Osten von Diemelstadt am Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. Landwirtschaftlich wird Wethen dem Gebiet der Warburger Börde zugeordnet. Westlich und südlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 44. Wethen liegt unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die nächstgrößeren Städte sind Paderborn (ca. 40 km), Kassel (ca. 45 km), sowie Dortmund (ca. 100 km).

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde der Ort um 850 im Güterregister des Klosters Corvey. Nach 980 gehörte der ganze Ort zum Kloster Corvey, später zum Bistum Mainz. Etwa um 1010 wird ein "Whetium" als Schenkung eines Sibido an das Kloster Corvey erwähnt. Erst im 12. Jahrhundert wird von "Wethene" und einer "Burg zu Weten" berichtet. Mauerreste dieser alten Burg sind heute noch unter der heutigen Kirche vorhanden. Etwa um 1230 oder 1239 soll die Gründung erfolgt sein, als Gründer des Dorfes und Stifter der Kirche, vermutlich einer Kapelle, wird ein Ritter Udo von Wethen genannt. 1295 übernahmen die Grafen von Waldeck den Ort. Vorübergehend wurde Wethen von diesen an das Adelsgeschlecht Spiegel zum Desenberg verpfändet, darüber hinaus befand sich der Ort aber auch zeitweise im Besitz des Klosters Hardehausen. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts war Wethen schließlich waldeckisch.

Am 31. Dezember 1970 wurde Wethen in die Stadt Diemelstadt eingegliedert.[2]

KircheBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Paulus-Kirche Wethen

Im Jahr 1345 wurde die heutige Kirche erstmals urkundlich erwähnt, sie war dem Apostel Paulus geweiht. Nur der erhalten gebliebene imposante Kirchturm zeugt noch von der romanischen Architektur. 1812 musste das alte Kirchenschiff wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Das neue Kirchenschiff ist ein Fachwerkbau.

Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten schwedische Truppen, vermutlich 1637, die Kirche und benutzten sie als Pferdestall.

Das Kirchenschiff befand sich in einer Burganlage an der Grenze zwischen Waldeck und Westfalen. Die Wethener Kirche gehört zu einer der ältesten im Waldecker Land.

KryptaBearbeiten

Der Zugang zur Krypta basiert vermutlich von einer früheren Burgkapelle. Diese ist quadratisch und besitzt zudem eine zwei Meter tiefe Apsis, die aus zwei Säulenreihen mit zwei Rundsäulen, am Anfang und Ende aus je zwei rechteckigen Pfeilern besteht. Diese unterteilen die Kapelle in drei gleich breite Schiffe mit gratigen, rundbogigen Kreuzgewölben. Diese Krypta wurde bei Bauarbeiten 1957 entdeckt.

Im Waldecker Land findet sich eine Reihe von Kirchenbauten, die ebenfalls aus der romanischen Zeit, dem 11. bis 13. Jahrhundert, stammen. Hierzu gehören die Kirchen in Twiste und Külte. In keiner dieser Kirchen befindet sich eine unterirdische Kapelle (Krypta) wie in der Wethener Kirche, obwohl diese vor allem in vielen romanischen Kirchen des 11. bis 13. Jahrhunderts vorhanden waren.

SonstigesBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Krypta
  • Altes Rathaus
  • Germanische Wallanlage auf dem Gaulskopf
  • Reste der Ossenburg nordwestlich des Ortes gelegen

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Richard Lehmann und Arbeitskreis Dorfchronik Wethen: Wethen. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2015 (= Waldeckische Ortssippenbücher 91)
  • Robert Wetekam: Wethen. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1959 (= Waldeckische Ortssippenbücher 8)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistik. In: Internetauftritt von Diemelstadt. Abgerufen am 17. Juli 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 407.
  3. 30 Jahre GRÜNE in Lichtenau - das wollen wir feiern! Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Lichtenau, 8. September 2014, abgerufen am 11. Oktober 2014.

QuellenBearbeiten

  • Waldeckische Landeszeitung (WLZ) vom 22. März 1958

WeblinksBearbeiten