Diemelstadt

hessische Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Diemelstadt ist eine Stadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie entstand erst 1970, als die Stadt Rhoden und der Ort Wrexen sowie anschließend weitere umliegende Orte zur neuen Stadt Diemelstadt zusammengefasst wurden. Verwaltungssitz ist Rhoden.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Diemelstadt
Diemelstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Diemelstadt hervorgehoben

Koordinaten: 51° 29′ N, 9° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 256 m ü. NHN
Fläche: 82,58 km2
Einwohner: 5203 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34474
Vorwahlen: 05694, 05641, 05642, 02992
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 008
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Straße 6
34474 Diemelstadt
Website: www.diemelstadt.de
Bürgermeister: Elmar Schröder (parteilos)
Lage der Stadt Diemelstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder)Battenberg (Eder)BromskirchenAllendorf (Eder)Burgwald (Gemeinde)Rosenthal (Hessen)Gemünden (Wohra)Haina (Kloster)Frankenberg (Eder)FrankenauBad WildungenLichtenfels (Hessen)KorbachWillingen (Upland)Diemelsee (Gemeinde)DiemelstadtVöhlVolkmarsenBad ArolsenTwistetalWaldeck (Stadt)EdertalNordrhein-WestfalenLandkreis KasselSchwalm-Eder-KreisLandkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Diemelstadt grenzt im Norden und Osten an die Stadt Warburg (Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen), im Südosten an die Stadt Volkmarsen, im Süden an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg) sowie im Westen an die Stadt Marsberg (Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen).

StadtgliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den Stadtteilen

KlimaBearbeiten

Gelegen am nordöstlichen Rothaargebirge verfügt die Stadt Diemelstadt über ein Klima, etwas kühler als die Jahresdurchschnittstemperaturen Deutschlands. Im Winter sind größere Schneemengen möglich und die Durchschnittstemperatur liegt bei 0,8 °C; im Sommer werden im Durchschnitt Temperaturen von 15,9 °C erreicht. Im Allgemeinen gehört Diemelstadt zu einem der trockensten Gebieten in Hessen. Der Jahresniederschlag liegt bei nur etwa 620 mm.[2]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Diemelstadt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 3 7 12 18 21 22 21 18 12 6 2 Ø 12
Min. Temperatur (°C) −1 0 0 3 7 10 12 11 8 5 1 0 Ø 4,7
Niederschlag (mm) 42 38 40 44 50 58 75 66 55 55 46 50 Σ 619
Sonnenstunden (h/d) 2 3 4 5 7 6 7 6 5 3 1 1 Ø 4,2
Regentage (d) 22 20 24 19 16 20 22 18 19 23 23 27 Σ 253
Luftfeuchtigkeit (%) 86 82 80 73 69 72 74 73 82 87 89 89 Ø 79,7
T
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2
−1
3
0
7
0
12
3
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7
21
10
22
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21
11
18
8
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5
6
1
2
0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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42
38
40
44
50
58
75
66
55
55
46
50
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: zoover.de

GeschichteBearbeiten

GemeindebildungBearbeiten

Diemelstadt entstand am 1. November 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Rhoden und der Gemeinde Wrexen.[3] Am 31. Dezember 1970 kamen die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen auf freiwilliger Basis hinzu.[4] Hesperinghausen und Orpethal folgten am 31. Dezember 1971.[5][6] Nach einem Bürgerentscheid wurde als Name der Gemeinde „Diemelstadt“ festgelegt und ist damit eine Neuschöpfung ohne Ursprung, er nimmt Bezug auf den Fluss Diemel. Die Stadtrechte entstammen der Stadt Rhoden. Rhoden wurde auch Sitz der Gemeindeverwaltung. Für alle durch die Gebietsreform nach Diemelstadt eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

EinwohnerstrukturBearbeiten

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Diemelstadt 5382 Einwohner. Darunter waren 243 (4,5 %) Ausländer, von denen 113 aus dem EU-Ausland, 71 aus anderen Europäischen Ländern und 62 aus anderen Staaten kamen.[8] Nach dem Lebensalter waren 855 Einwohner unter 18 Jahren, 2193 waren zwischen 18 und 49, 1107 zwischen 50 und 64 und 1227 Einwohner waren älter.[9] Die Einwohner lebten in 2250 Haushalten. Davon waren 639 Singlehaushalte, 588 Paare ohne Kinder und 765 Paare mit Kindern, sowie 207 Alleinerziehende und 51 Wohngemeinschaften. In 438 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 1440 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[9]

EinwohnerzahlenBearbeiten

Diemelstadt: Einwohnerzahlen von 1972 bis 2019
Jahr  Einwohner
1972
  
5.568
1975
  
5.710
1980
  
5.788
1985
  
5.668
1990
  
5.675
1995
  
5.894
2000
  
5.803
2005
  
5.626
2010
  
5.427
2011
  
5.382
2015
  
5.250
2019
  
5.203
Quellen: 1972:[10]; ab 1972:[11]; Zensus 2011[8]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

• 1987: 4312 evangelische (= 79,7 %), 814 katholische (= 15,1 %), 282 sonstige (= 5,2 %) Einwohner[12]
• 2011: 3402 evangelische (= 63,2 %), 956 katholische (=17,8 %), 1024 sonstige (= 19,0 %) Einwohner[12]

ReligionBearbeiten

Fast drei Viertel der Einwohner von Diemelstadt sind evangelischen Glaubens. In allen Stadtteilen, außer Ammenhausen, Dehausen und Orpethal, existieren evangelische Kirchen. Die nächsten katholischen Kirchen befinden sich in Bad Arolsen, Warburg-Scherfede und Marsberg.

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15][16]

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 56,9 %
 %
40
30
20
10
0
30,8
(−4,3)
30,2
(−6,4)
29,7
(+1,4)
9,3
(n. k.)
2016

2021

Sitzverteilung
    
Insgesamt 25 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft Diemelstadt 30,8 8 35,1 9 27,5 7 18,6 5 17,9 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,2 8 36,6 9 41,4 10 40,7 10 45,8 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,7 7 28,3 7 31,1 8 32,8 8 31,5 10
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 9,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,6 1 4,8 1
BL BL-Bürgerliste für Diemelstadt 2,3 1
Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 56,9 52,1 51,4 50,6 54,9

BürgermeisterBearbeiten

Im September 2011 wurde Elmar Schröder zum neuen Bürgermeister gewählt. Schröder wurde damit Nachfolger von Rolf Emde, der das Amt 18 Jahre bekleidet hatte.[17][18]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Diemelstadt unterhält seit 1990 partnerschaftliche Beziehungen zum thüringischen Kranichfeld.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Schloss und fürstliches Erbbegräbnis Rhoden
  • Kirchenruine Alt-Rhoden
  • mittelalterliche Altstadt im Stadtteil Rhoden mit Fachwerkensembles und Stadtkirche Rhoden
  • Kirche in Wethen mit Krypta
  • Burg Brobeck
  • großes Schloss auf Gut Billinghausen (Orpethal)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Infrastrukturell ist Diemelstadt an folgenden Fernverkehrsstraßen angeschlossen:

In Diemelstadt existiert kein aktiver Personenbahnhof. Der Bahnhof Wrexen, auf Scherfeder Gebiet, wurde in den 1970er Jahren stillgelegt. Die nächsten Bahnhöfe in der Umgebung befinden sich in:

Die nächsten Flughäfen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Stadt aufgrund der verkehrsgünstigen Lage.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • hewe-fensterbau GmbH
  • Jäkel GmbH & Co. KG Maschinenmesserfabrik
  • Okel GmbH & Co. KG Ausbau, Maler, Putz
  • Sinemus e.K. Landtechnik Diemelstadt-Wethen
  • Autohaus Krantz oHG, VW, Audi, Skoda-Vertragswerkstatt
  • Smurfit Kappa C. D. Haupt Papier- und Pappenfabrik GmbH
  • Spedition Varlemann in Diemelstadt-Wrexen und Diemelstadt-Rhoden
  • Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co. (Zweigwerk)
  • Prima Welle / Prima Verpackung, Wellpappenfabrik

BildungBearbeiten

Söhne und Töchter von DiemelstadtBearbeiten

VeranstaltungenBearbeiten

  • Pfingstmontag wird in Rhoden der Schnadegang abgeschritten.
  • LARP-Veranstaltung „Drachenfest“
  • Rhoder Viehmarkt
  • Schützenfest

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Wetter Diemelstadt. Abschnitt Klima Diemelstadt. ZOOVER GmbH, abgerufen am 3. Oktober 2011.
  3. Zusammenschluss der Stadt Rhoden und der Gemeinde Wrexen im Landkreis Waldeck zur Stadt „Diemelstadt“ vom 27. Oktober 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 46, S. 2179, Punkt 2188 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,0 MB]).
  4. Eingliederung der Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen in die Stadt Diemelstadt im Landkreis Waldeck vom 5. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 111, Punkt 122 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  5. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 8. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 407 und 409.
  7. Hauptsatzung. (PDF; 182 kB) §; 5. In: Webauftritt. Stadt Arolsen, abgerufen im Mai 2019.
  8. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Diemelstadt. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Mai 2021.
  9. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 46 und 102;.
  10. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  11. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  12. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 121;.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  15. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  16. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  17. Bürgermeister-Direktwahlen in Diemelstadt, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  18. Bürgermeisterwahl: Elmar Schröder (CDU) knapp vor parteilosem Peter Lieder. In: HNA online. 26. September 2011;.

WeblinksBearbeiten

Commons: Diemelstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien