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Sternbild
Wasserschlange
Hydra constellation map.png
Legende
Lateinischer Name Hydra
Lateinischer Genitiv Hydrae
Kürzel Hya
Rektaszension 8105608h 10m 56s bis 15023115h 02m 31s
Deklination 1645854−35° 41′ 46″ bis 2063749+6° 37′ 49″
Fläche 1302,844 deg²
Rang 1
Voll­stän­dig sicht­bar 53,0° N bis 83,8° S
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa Frühjahr
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 2
Hellster Stern (Größe) Alphard (1,98)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,

Die Wasserschlange (lateinisch / fachsprachlich Hydra) ist ein Sternbild südlich des Himmelsäquators.

BeschreibungBearbeiten

 
Das Sternbild Wasserschlange (vorderer Teil), wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Die Wasserschlange ist das ausgedehnteste Sternbild des Nachthimmels. Sie erstreckt sich unterhalb der Sternbilder Krebs (Cancer), Löwe (Leo) und Jungfrau (Virgo) und kann von unseren Breiten aus im Frühjahr tief am südlichen Horizont beobachtet werden.

Die Wasserschlange ist wenig markant, da die meisten ihrer Sterne lichtschwach sind. Lediglich der Hauptstern Alphard ist mit 1,98m auffallend hell.

GeschichteBearbeiten

Die „weibliche“ oder große Wasserschlange gehört zu den Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden.

Im 16. Jahrhundert wurde die „männliche“, südliche oder Kleine Wasserschlange (lat. Hydrus) eingeführt. Dieses Sternbild steht allerdings so weit südlich, dass es von Europa aus nicht zu beobachten ist.

MythologieBearbeiten

Zum mythologischen Ursprung existieren zwei Versionen:

Nach der Ersten stellt die Wasserschlange das vielköpfige Untier Hydra dar, das die Sümpfe in der Umgebung der Stadt Lerna heimsuchte. Dem Helden Herakles war die Aufgabe übertragen worden, die Bestie zu töten. Doch Herakles musste feststellen, dass für jeden Kopf, dem er der Hydra mit dem Schwert abschlug, zwei neue nachwuchsen. Gleichzeitig wurde er von einem riesenhaften Krebs attackiert. Es gelang Herakles, den Krebs zu zertreten, doch die Hydra konnte er nur mit Hilfe seines Neffen Iolaos besiegen. Dieser hatte Brennholz herangeschafft und brannte jedes Mal, wenn Herakles einen Kopf des Untiers abgetrennt hatte, die Wunde aus, so dass keine Köpfe mehr nachwachsen konnten.
Die Hydra, der Krebs und Herakles (Herkules) wurden als Sternbilder am Himmel verewigt.

Eine andere Version bringt die Wasserschlange mit den benachbarten Sternbildern Rabe (Corvus) und Becher (Crater) in Verbindung. Demnach schickte der Gott Apoll einen Raben aus, der frisches Quellwasser für Zeus holen sollte. Der Rabe griff sich einen goldenen Becher und flog zur Quelle. Unterwegs entdeckte er einen Feigenbaum, dessen Früchte jedoch noch unreif waren. Obwohl Apoll ihn angewiesen hatte, keine Zeit zu verlieren, wartete der Rabe mehrere Tage, bis die Früchte reif waren, und schlug sich damit voll. Um einer Bestrafung zu entgehen, griff er sich eine Wasserschlange, flog damit zu Apoll und behauptete, die Schlange habe ihm den Weg versperrt, so dass er erst jetzt zurückkehren konnte. Apoll durchschaute den Lügner und versetzte ihn zur Warnung samt der Schlange und dem Becher an den Himmel.

HimmelsobjekteBearbeiten

SterneBearbeiten

B F Namen oder
andere Bezeichnungen
Scheinbare
Größe
(mag)
Entf.
(ly)
Spektralklasse
101α 30 Alphard 1,98 177 K3 III
103γ 46 2,99 G6 III
106ζ 16 3,11 151 K0 III
113ν 3,11 139 K2 III
116π 46 3,25 101
105ε 11 3,38 135 G0 + F7
400 R Hydri 3,5 bis 10,9 M7 III
114ξ 3,54 129 G7 III
111λ 41 3,61 115 K0 III
112μ 42 3,83 249 K4 III
108θ 22 3,89 129 A0 V
109ι 35 3,90 276 K3 III
300 C 3,91 A0 V
120υ1 39 4,11 G8 III
104δ 4 4,14 179 A0 V
102β 4,29 367 B9 III
107η 7 4,30 466 B3 V
300D 12 4,32
117ρ 13 4,35 336 A0 V
300E 58 4,42
118σ 5 Minchir, Michar 4,45 355 K1 III
119τ 31 Ukdah 4,59 F6 + K2
120υ2 40 4,60
300F 4,63
115ο 4,70
300P 27 4,7 G8 + F2
400 4,7 bis 5,2 C6 II
300G 4,72
300I 4,76
400 26 4,77
200kk 51 4,78 518
400 9 4,87
121φ 4,91
122χ1 4,92
123ψ 45 4,94 231
200ll 52 4,97
300Aa 6 4,98
124ω 18 4,99 1208
300N 5,0 F8 + F8
400 50 5,07
400 44 5,08
200mm 54 5,15
400 47 5,20
200bb3 5,23
400 56 5,23
400 23 5,24
400 14 5,30
200bb1 5,44
400 20 5,47
400 24 5,49

Alpha Hydrae ist ein orange leuchtender Stern der Spektralklasse K3 in 177 Lichtjahren Entfernung.
Der Name Alphard leitet sich aus dem arabischen al farad ab, was so viel wie „der Alleinstehende“ bedeutet. Eine andere Bezeichnung ist Cor Hydrae, „Herz der Wasserschlange“.

DoppelsterneBearbeiten

System Größen (mag) Abstand
105ε 3,4/7,0 2,7"
119τ1 4,6/7,6 66"
27 4,8/7,0/9,0 230"/9,6”
300N 5,6/5,8 9,2"

Epsilon Hydrae ist ein Doppelsternsystem in 100 Lichtjahren Entfernung. Um es in Einzelsterne aufzulösen benötigt man ein Teleskop ab 8 cm Öffnung.

Tau Hydrae erscheint im Prismenfernglas als Doppelstern. Tatsächlich handelt es sich um einen „optischen“ Doppelstern, dessen Komponenten nicht durch Gravitation verbunden sind, sondern nur von der Erde aus gesehen in einer Richtung liegen

27 Hydrae ist ein Mehrfachsternsystem, bei dem drei Sterne um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Bereits in einem kleinen Teleskop ab 6 cm Öffnung sind alle drei Komponenten sichtbar.

Veränderliche SterneBearbeiten

Stern Scheinb. Größe (mag) Periode Typ
R 3,5 bis 10,9 387 Tage Mira-Stern
U 4,7 bis 6,2 450 Tage halbregelmäßig
V 6,5 bis 12,5 Mira-Stern

R Hydrae ist ein pulsationsveränderlicher Stern vom Typ Mira in 500 Lichtjahren Entfernung. Im Maximum erreicht er eine Helligkeit von 3,5m, im Minimum fällt sie auf Helligkeit auf 10,9m ab. Die Helligkeit variiert mit einer Periode von rund 387 Tagen. Aufzeichnungen haben gezeigt, dass die Periode im 18. Jahrhundert mit rund 500 Tagen wesentlich länger war.

U Hydrae ist ein 2000 Lichtjahre entfernter Stern, dessen Helligkeit sich mit einer Periode von etwa 450 Tagen ändert. Im Maximum erreicht er eine Helligkeit von 4,7m und ist mit bloßem Auge zu sehen. Im Minimum fällt seine Helligkeit auf 6,2m ab, so dass man zu seiner Beobachtung ein Fernglas benötigt. Während des Minimums ist er auffällig rötlich.

V Hydrae ist ein tiefroter Stern vom Typ Mira. Seine Helligkeit variiert zwischen 6,5m und 12,5m.

Messier- und NGC-ObjekteBearbeiten

Messier (M) NGC sonstige Größe (mag) Typ Name
48 2548 5,5 Offener Sternhaufen
68 4590 8,5 Kugelsternhaufen
83 5236 8 Galaxie
3109 9,9 Galaxie
3242 9 Planetarischer Nebel Jupiters Geist
3314 14 Galaxie
3621 9,9 Galaxie
5694 10 Kugelsternhaufen

M 48 ist ein offener Sternhaufen in 2500 Lichtjahren Entfernung, der bereits in einem Fernglas einen lohnenden Anblick bietet.

M 68 ist ein 30.000 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen. Er kann erst mit einem größeren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

M 83 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sc in etwa 15 Millionen Lichtjahren Entfernung. Sie ist bereits im Fernglas als nebliger Fleck zu erkennen. Im größeren Teleskop zeigen sich ein heller Kern und Ansätze von Spiralarmen. Von Deutschland aus ist sie nicht leicht zu beobachten, da sie tief über dem Horizont steht und die dichteren Luftschichten die Sicht behindern.

NGC 3242 ist ein planetarischer Nebel in 3000 Lichtjahren Entfernung. Bei hoher Vergrößerung ist er als grünliches Scheibchen im Teleskop sichtbar. Da sein scheinbarer Durchmesser am Himmel etwa dem des Planeten Jupiter entspricht, wird er auch Jupiters Geist genannt.

NGC 3314 sind zwei wechselwirkende Galaxien in 140 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wasserschlange (Sternbild) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien