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Sternbild
Großer Hund
Canis major constellation map.png
Legende
Lateinischer Name Canis Major
Lateinischer Genitiv Canis Majoris
Kürzel CMa
Rektaszension 6113606h 11m 36s bis 7275407h 27m 54s
Deklination 1668498−33° 15′ 02″ bis 1889851−11° 01′ 49″
Fläche 380,118 deg²
Rang 43
Voll­stän­dig sicht­bar 57,0° N bis 90° S
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa Winter
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 5
Hellster Stern (Größe) Sirius (-1,44)
Meteorströme

keine

Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,
Aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode von 1782
Aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode von 1782
Das Sternbild Großer Hund, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Das Sternbild Großer Hund (lateinisch / fachsprachlich Canis Majorgrößerer Hund) liegt gut sichtbar südlich des Himmelsäquators und südöstlich des markanten Orion.[1]

BeschreibungBearbeiten

Die drei Sterne des Oriongürtels zeigen direkt auf Sirius, den hellsten Stern am Nachthimmel, der auch den südlichsten Eckpunkt des Wintersechsecks markiert. Von Mitteleuropa aus steht der Große Hund im Winter tief über dem Südhorizont. Durch den westlichen Teil des Sternbildes zieht sich das sternreiche Band der Milchstraße, daher können im Großen Hund einige interessante Sternhaufen beobachtet werden. Bereits in Helsinki oder Stockholm ist der südlichste Teil des Großen Hundes nicht mehr sichtbar.

Mythologie und GeschichteBearbeiten

Der Große Hund gehört zu den 48 Sternbildern der griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden.[2]

Schriftliche Bezeugungen des Sternbilds sind sehr alt. Bereits die Babylonier sahen in ihm einen Hund, der den Jäger Orion begleitete. Die alten Ägypter sahen dagegen in dem Sternbild ihre Göttin Isis oder auch den Gott Anubis.[3] Die Griechen identifizierten ihn mit dem Hund der Aurora, der schneller als alle anderen gewesen sein soll, und ordneten ihn ebenfalls als Jagdhund dem Orion zu.

Der helle Stern Sirius hatte seit je her bei allen Kulturen eine besondere Bedeutung. Zu Zeiten der Pharaonen kündigte sein Aufgang ab ca. 2000 v. Chr. am Morgenhimmel die jährliche Nilschwemme an, die für die ägyptische Landwirtschaft und das Überleben des Volkes äußerst wichtig war. Die Griechen glaubten allerdings, der Sirius würde die sengende Kraft der Sonne verstärken und das Land ausdörren. Sein Aufgehen in den Morgenstunden erfolgte zur Zeit der größten Sommerhitze, die man auch heute noch Hundstage nennt.

HimmelsobjekteBearbeiten

SterneBearbeiten

B F Namen o. andere Bezeichnungen Scheinbare Helligkeit mag Lj Spektralklasse
101α 9 Sirius, Aschere, Canicula, Hundsstern −1,5 8,7 A1 V
105ε 21 Adhara 1,50 431 B2 III
104δ 25 Wezen, Alwazn 1,83 1600 F8 Ia
102β 2 Murzim, Mirzam, Mirza 1,98 715 B1 II
107η 31 Aludra, 2,45 3200 B5 Ia
106ζ 1 Phurud, Furud 3,02 330
115ο2 24 3,02 2500 B3 Ia
118σ 22 3,49 1500 K8 Ib
115ο1 16 3,89 2000 K3 Ia
113ν2 7 3,95 80 K1 III
124ω 28 4,01 500 B3 IV
108θ 14 4,08 200 K4 III
103γ 23 Muliphein 4,11 ca. 440 B8 II
114ξ1 4 4,34
109ι 20 4,36
110κ 13 4,36 800 B2 IV
116π 30 4,37
113ν3 8 4,42
400 27 EW CMa 4,42 1000 B3 III
111λ 4,47
114ξ2 5 4,54
116π 19 4,66
400 15 4,82
400 29 UW CMa 4,88
112μ 18 5,0 500 G3 III

Sirius (α Canis Majoris) ist mit einer scheinbaren Helligkeit von −1,44 der hellste Stern am Nachthimmel. Mit einer Entfernung von 8,7 Lichtjahren ist er einer der nächsten Sterne. Sirius ist ein Doppelstern.[1] Er besitzt einen lichtschwachen Begleiter mit einer Helligkeit von 8,7 mag. Es handelt sich um einen Weißen Zwerg, der den Hauptstern in 50 Jahren umläuft. Bereits 1845 hatte Friedrich Wilhelm Bessel Veränderungen im Spektrum von Sirius entdeckt, die auf einen Begleitstern hinwiesen. Dieser konnte jedoch erst 1865 mit einem leistungsfähigen Teleskop entdeckt werden. Das System Sirius ist optisch schwer zu beobachten, da der Helligkeitsunterschied der beiden Komponenten 10 Größenklassen beträgt und der helle Hauptstern den Begleiter überstrahlt.

Der Hauptstern sendet ein weißliches Licht aus und gehört der Spektralklasse A an. Er hat den 1,8-fachen Durchmesser und die 23-fache Leuchtkraft unserer Sonne.

Der Ursprung des Namens Sirius ist nicht gänzlich sicher. Möglicherweise stammt er aus dem Babylonischen und bedeutet „der Gleißende“. Er könnte auch aus der Sprache der Sumerer stammen und „sengend heiß“ bedeuten.

Der dritthellste Stern im Großen Hund, δ Canis Majoris, ist 1600 Lichtjahre entfernt. Er ist ein Riesenstern der Spektralklasse F8 und besitzt den 200-fachen Durchmesser und die 20.000-fache Leuchtkraft der Sonne. Der Eigenname von δ Canis Majoris ist Wezen. Wezen ist arabischen Ursprungs und bedeutet „Gewicht“.

Im Jahr 2003 wurde im Großen Hund die der Milchstraße am nächsten liegende Galaxie, die Canis-Major-Zwerggalaxie, entdeckt. Da sie jedoch von interstellarer Materie in der Ebene der Milchstraße verdeckt wird, ist sie im sichtbaren Licht praktisch nicht zu erkennen und konnte nur mit Hilfe von Infrarotteleskopen entdeckt werden.

DoppelsterneBearbeiten

Objekt Scheinbare Helligkeit mag Spektralklassen Abstand
α −1,44/8,7 B2 / A3 10"
ε 1,5/7,5 B2 III 176"
η 2,45/7,0 B5 / A0 180"
ζ 3,0/7,6 B3 / K0 176"
τ 4,5/10/11 8,2/14,5
145 CMa (Herschel 3945) 4,7/6,5 K5 / F0 7,6"

Der zweithellste Stern im Großen Hund, ε Canis Majoris, ist wie Sirius ein Doppelstern. Mit einer Distanz von 500 Lichtjahren ist er allerdings wesentlich weiter entfernt. Der Hauptstern ist ein bläulicher, riesenhafter Stern der Spektralklasse B2. In einem Abstand von 8 Bogensekunden befindet sich ein lichtschwacher Begleiter mit einer Helligkeit von 8,1 mag. Um das System zu beobachten, benötigt man ein mittleres Teleskop ab 15 cm Öffnung.

Der arabische Name Adhara bedeutet „Jungfrau“.

η Canis Majoris ist einer der leuchtkräftigsten Doppelsterne, die wir kennen. Der Hauptstern ist 100.000-mal leuchtkräftiger als unsere Sonne. Trotz seiner Entfernung von 3200 Lichtjahren ist er mit 2,45 mag am Nachthimmel auffallend hell. Er besitzt einen Begleiter der 7. Größenklasse in 180 Bogensekunden Abstand. Das System kann bereits mit einem kleineren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

Der arabische Name Aludra leitet sich ebenfalls von „Jungfrau“ ab.

Das System ζ Canis Majoris kann ebenfalls mit einem kleineren Teleskop beobachtet werden. Der arabische Name Phurud bedeutet so viel wie „die Einsamen“.

τ CMa ist ein Dreifachstern. Der 4,5 mag helle Hauptstern hat zwei Begleiter der 10. und 11. Größenklasse. Das System kann mit einem Teleskop ab 10 cm Öffnung beobachtet werden.

145 CMa, auch Herschel 3945 genannt, ist ein lohnendes Beobachtungsobjekt. Der Astronom John Herschel entdeckte ihn im Jahre 1837 bei seinen Beobachtungen vom Kap der Guten Hoffnung aus. Im Teleskop zeigen sich ein goldgelb und ein weißlich leuchtender Stern. Die beiden Sterne sind allerdings nicht physikalisch, d. h., durch die Schwerkraft aneinander gebunden, sondern stehen von der Erde aus gesehen in einer Richtung. Es handelt sich also um einen optischen Doppelstern.

Veränderliche SterneBearbeiten

Objekt Scheinbare Helligkeit mag Periode Typ
β 1,95 bis 2,0o 6 Stunden Beta-Cephei-Stern
ο 1 CMa 3,8 bis 4,0 unregelmäßig Langsam unregelmäßig veränderlicher Stern
27 CMa 4,4 bis 4,7 unregelmäßig Gamma-Cassiopeiae-Stern
ω CMa 3,6 bis 4,2 unregelmäßig Gamma-Cassiopeiae-Stern
UW CMa 4,8 bis 5,3 4,3934 Tage Beta-Lyrae-Stern
VY CMa 6,5 bis 9,6 unregelmäßig Langsam unregelmäßig veränderlicher Stern

β Canis Majoris (Murzim, arabisch „Herold“), ist ein 715 Lichtjahre entfernter pulsationsveränderlicher Stern vom Typ der Beta-Cephei-Sterne. Seine Helligkeit ändert sich regelmäßig in einem Rhythmus von 6 Stunden.

Die Sterne ο1 (2000 Lichtjahre), 27 (1000 Lichtjahre) und ω (500 Lichtjahre) verändern ihre Helligkeit in unregelmäßigen Abständen, wobei die Helligkeitsschwankungen nicht besonders ausgeprägt sind.

UW CMa ist ein veränderlicher Stern vom Typ Beta-Lyrae in 5000 Lichtjahren Entfernung. Seine Helligkeit ändert sich mit einer Periode von 4 Tagen 9 Stunden und 26 Minuten zwischen 4,8 mag und 5,3 mag

VY CMa ist ein roter Überriese und nach dem Durchmesser einer der größten bekannten Sterne.

Messier- und NGC-ObjekteBearbeiten

Messier (M) NGC sonstige Scheinbare Helligkeit mag Typ Name
M41 2287 5 Offener Sternhaufen
2359 9 Gasnebel
2360 7 Offener Sternhaufen
2362 4 Offener Sternhaufen
Collinder 140 5,5 Offener Sternhaufen

Im Großen Hund befinden sich vier offene Sternhaufen und ein Gasnebel. Den Sternhaufen M 41 nahm der französische Astronom und Kometenjäger Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte (Messierkatalog) auf.

M 41 kann leicht gefunden werden, da er unterhalb des Sirius steht. Er kann mit bloßem Auge wahrgenommen werden und war wahrscheinlich schon in der Antike bekannt. Der Sternhaufen ist etwa 2500 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas und im kleinen Teleskop bietet er einen sehr schönen Anblick, etwa 40 Einzelsterne werden sichtbar. In größeren Teleskopen werden etwa 100 Sterne bis zur 13. Größenklasse sichtbar.

NGC 2359 ist ein Gasnebel in etwa 4000 Lichtjahren, der 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Im Teleskop erscheint er als nebliger Fleck. Bei Verwendung eines Interferenzfilters (z. B. UHC-Filter) werden interessante Strukturen sichtbar.

NGC 2360 wurde 1785 von Karoline Herschel entdeckt. Der Sternhaufen ist etwa 5000 Lichtjahre entfernt. Im mittleren Teleskop kann er in etwa 50 Einzelsterne bis zur 12. Größenklasse aufgelöst werden.

NGC 2362, im Jahre 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt, ist 4600 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas erscheint er sternförmig. Um ihn vollständig aufzulösen benötigt man ein größeres Teleskop. Der hellste Stern des Haufens ist der oben beschriebene Dreifachstern τ CMa. NGC 2362 ist mit einem Alter von etwa einer Million Jahre einer der jüngsten offenen Sternhaufen, den wir kennen.

Collinder 140 wurde 1752 von Nicolas Lacaille entdeckt. Er ist etwa 180 Lichtjahre entfernt. In einem größeren Fernglas werden etwa 15 Einzelsterne sichtbar.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sternbild Großer Hund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gerhard Fasching: Sternbilderkunde Himmelskarten, Himmelskörper, Sternbilder. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-86264-8, S. 131 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Gerd Graßhoff: The History of Ptolemy’s Star Catalogue. Springer Science & Business Media, 2013, ISBN 978-1-4612-4468-4, S. 36 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Milton D. Heifetz, Wil Tirion: A Walk Through the Heavens: A Guide to Stars and Constellations and Their Legends. Cambridge University Press, 2004, S. 53.