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Viva la Mamma

Oper von Gaetano Donizetti
Werkdaten
Titel: Viva la Mamma!
Originaltitel: Le convenienze ed inconvenienze teatrali
Aufführung im Teatro dell’Opera Florenz, 2017

Aufführung im Teatro dell’Opera Florenz, 2017

Form: Opera buffa
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Gaetano Donizetti
Literarische Vorlage: Zwei Einakter von Antonio Simone Sografi
Uraufführung: 20. April 1831
Ort der Uraufführung: Teatro Canobbiana, Mailand
Spieldauer: ca. 1 ½ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Italien um 1830
Personen
  • Corilla Sartinecchi, Primadonna (Sopran)
  • Procolo, ihr Ehemann (Bass)
  • Mamma Agata, Luigias Mutter (Bariton)
  • Luigia Scannagalli, zweite Sängerin (Sopran)
  • Dorothea Frescopane, Altistin (Alt)
  • Guglielmo Antolstoinoloff, deutscher Tenor (Tenor)
  • Biscroma Strappaviscere, Komponist (Bass)
  • Prospero Salsapariglia, Librettist (Tenor)
  • Impresario (Bass)
  • Bürgermeister (Bass)
  • Theaterfaktotum (Alt)
  • Theaterangestellte, Wachen, Publikum (Chor und Statisten)

Viva la Mamma! (Originaltitel: Le convenienze ed inconvenienze teatrali, deutsch etwa: „Sitten und Unsitten der Leute vom Theater“) ist eine Opera buffa in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Das Libretto stammt vom Komponisten und basiert auf den beiden Einaktern Le convenienze teatrali und Le inconvenienze teatrali von Antonio Simone Sografi. Möglicherweise wurde Donizetti dabei von Domenico Gilardoni, dem Librettisten einiger seiner früheren Opern, unterstützt. Die Oper erlebte ihre Uraufführung am 20. April 1831 am Teatro Canobbiana in Mailand.

HandlungBearbeiten

Die Oper spielt in einem Theater in der italienischen Provinz zur Zeit der Uraufführung, also in den 1830er Jahren.

Erster AktBearbeiten

Die Zuschauer befinden sich mitten in einer Probe der Opera seria Romulus und Ersilia. Die Akteure streiten sich ständig darüber, wer von ihnen wohl die wichtigere Rolle hat. Auch der Komponist und der Textdichter haben oft andere Vorstellungen davon, wie ihr Werk auf der Bühne wirksamer herausgebracht werden könnte. Mamma Agata, die Mutter der zweiten Sängerin Luigia, behandelt die Primadonna äußerst schroff, worauf diese sich weigert, mit Luigia gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Dorotea, die Darstellerin des Romulus, hat auch an allem etwas auszusetzen und verlässt wütend das Theater. Glücklicherweise sieht die resolute Agata rasch einen Ausweg: Sie selbst werde die verwaiste Rolle übernehmen. Zwar wissen alle, dass dafür ihre Stimme zu dünn und außerdem viel zu tief ist, aber Hauptsache, die Rolle ist wieder besetzt. Jetzt platzt auch dem russischen Tenor Antolstoinoloff der Kragen. Er folgt Dorotea, und schon ist wieder eine weitere Rolle frei. Für ihn springt sogleich der Bassist Procolo ein, der Gatte der Primadonna. Als Ensemblemitglied kann er sich eh besser für die Interessen seiner Frau einsetzen.

Trotz allem wird heftig weitergestritten. Die Debatte gipfelt schließlich in der Feststellung, ohne einen klangvollen Namen im Ensemble sei die Premiere zum Scheitern verurteilt. Niemand hat mehr Lust weiterzuproben. Die Zeit ist reif für eine große Pause!

Zweiter AktBearbeiten

Mamma Agata fühlt sich als neuer Star am italienischen Opernhimmel. Sie glaubt deshalb auch, vom Impresario einen kräftigen Vorschuss einfordern zu können. Dieser zeigt sich aber keinesfalls geneigt, den Wunsch zu erfüllen. Agata schert dies wenig. Sie wollte nur sehen, wie weit sie gehen kann. Schnell ist sie wieder in die Proben der Operntruppe eingebunden. Dass dabei die beiden Neubesetzungen äußerst dürftige Leistungen zeigen, ist offenkundig. Nur sie selbst merken es nicht. Auf einmal platzt auch noch die Nachricht herein, die Stadt verlange von der Operntruppe eine Kaution; andernfalls werde der Spielbetrieb untersagt. Nun ist guter Rat teuer; denn alle Verantwortlichen sehen sich nicht in der Lage, die verlangte Summe aufzubringen. Da erweist es sich als Glücksfall, Mamma Agata in das Ensemble geholt zu haben. Sie versetzt rasch ihren alten Familienschmuck und hilft der Truppe aus der Patsche. Viva la Mamma!

OrchesterBearbeiten

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

WerkgeschichteBearbeiten

Viva la Mamma war ursprünglich eine einaktige Farsa, die unter dem Titel Le convenienze teatrali am 21. November 1827 am Teatro Nuovo in Neapel aus der Taufe gehoben wurde. Zu den Sängern zählten Giuditta Grisi (Corilla), Cesare Badiali (Procolo), Gennarino Luzio (Mamma Agata), Domenico Reina (Tenor) und Vincenzo Galli (Dichter).[2]

Drei Jahre später erweiterte Donizetti die Farsa zu einer abendfüllenden Oper. Diese Fassung wurde erstmals am 20. April 1831 im Teatro della Canobbiana in Mailand gezeigt. Es sangen Fanny Corri-Paltoni (Daria), Minieri (Procolo), Giuseppe Frezzolini (Mamma Agata), Virginia Eden (Luigia), Marietta Gioja-Tamburini (Dorotea), Giuseppe Giordani (Guglielmo), Luigi Fioravanti (Biscroma) und Giovanni Battista Campagnoli (Prospero).[3]

Im deutschsprachigen Raum wird das Werk in der Regel in einer deutschen Übersetzung aufgeführt, weil sonst zahlreiche Gags dieser Parodie auf den Opernbetrieb nicht zündeten. Auch wird die Handlung nicht selten in die Gegenwart verlegt, wobei auch lokale Besonderheiten berücksichtigt und einzelne Figuren umbenannt werden. Für die Aufführung der Württembergischen Staatstheater Stuttgart in der Spielzeit 1981/1982 bemerkte der Regisseur Ernst Poettgen im Programmheft: „Damit das ganze Ereignis nicht zu unpersönlich in einem ‚fernen Italien vor langer Zeit‘ stattfindet, habe ich einen Dreh gefunden …, der es ermöglicht, die Handlung präzise auf den heutigen Abend und genau in dieses Theater zu verlegen.“

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Norbert Miller: Le convenienze ed inconvenienze teatrali. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 1: Werke. Abbatini – Donizetti. Piper, München/Zürich 1986, ISBN 3-492-02411-4, S. 739–741.
  2. 21. November 1827: „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ im Almanacco von Gherardo Casaglia, abgerufen am 8. August 2019.
  3. 20. April 1831: „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ im Almanacco von Gherardo Casaglia, abgerufen am 8. August 2019.