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Werkdaten
Titel: Belisario
Titelblatt des Librettos, Venedig 1836

Titelblatt des Librettos, Venedig 1836

Form: „Tragedia lirica“ in drei Teilen
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Salvadore Cammarano
Literarische Vorlage: Jean-François Marmontel: Bélisaire
Uraufführung: 4. Februar 1836
Ort der Uraufführung: Teatro La Fenice, Venedig
Spieldauer: ca. 2 ¼ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Byzanz und Emusgebirge,
6. Jahrhundert nach Chr.
Personen
  • Giustiniano/Justinian I., oströmischer Kaiser, (Bass)
  • Belisario/Belisar, Feldherr des Kaisers, (Bariton)
  • Antonina, seine Frau (Sopran)
  • Irene, ihre Tochter (Sopran[1] oder Mezzosopran[2])
  • Alamiro, Gefangener Belisarios (Tenor)
  • Eudora, Freundin Irenes (Sopran[2] oder Alt[1])
  • Eutropio, Anführer der kaiserlichen Wache (Tenor)
  • Eusebio, Gefängnisaufseher (Bass)
  • Otario, Herrscher der Alanen und Bulgaren (Tenor)
  • Hofstaat, Senatoren und Volk von Byzanz, Veteranen Belisarios, alanische und bulgarische Krieger, Mädchen, Schäferinnen (Chor)

Belisario ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Tragedia lirica“) in drei Teilen von Gaetano Donizetti. Das Libretto verfasste Salvadore Cammarano. Die erfolgreiche Uraufführung fand am 4. Februar 1836 im Teatro La Fenice in Venedig statt.

HandlungBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Belisario, Feldherr von Kaiser Justinian I., will seinen Sohn Alexis töten lassen, um zu verhindern, dass er sich dereinst gegen Byzanz erheben würde. Der Sklave Proklo, der Alexis umbringen sollte, setzt ihn jedoch nur aus. Vor seinem Tod beichtet er seiner Frau Antonina, der Mutter von Alexis, was er getan hatte. Antonina sehnt sich nach ihrem Sohn und hasst ihren Mann, der ihr ihren Sohn geraubt hatte.

Erster Teil: „Il trionfo“ – Der TriumphBearbeiten

Belisario kehrt siegreich aus einer Schlacht zurück. Seine Tochter Irene freut sich, ihren Vater wiederzusehen. Gemahlin Antonina sinnt auf Rache. Sie verspricht Eutropio, dem Anführer der kaiserlichen Leibwache, der sie begehrt, die Erfüllung seiner Wünsche, wenn er sie bei ihren Plänen gegen Belisario unterstützt.

Kaiser Justinian spricht auf Belisarios Bitte die Gefangenen frei. Ein gefangener Krieger, der sich Alamiro nennt, über dessen Herkunft aber niemand etwas weiß, möchte bei Belisario bleiben. Die beiden Männer fühlen sich zueinander hingezogen und schwören sich ewige Treue.

Belisario wird des Hochverrats bezichtigt, man habe Briefe an seine Frau mit Umsturzplänen entdeckt. Antonina klagt ihn zudem an, seinen Sohn ermordet zu haben. Belisario wird zum Tod verurteilt, Antonina jubelt.

Zweiter Teil: „L’esilio“ – Das ExilBearbeiten

Belisarios Todesurteil wurde aufgehoben und in lebenslange Verbannung umgewandelt. Weil Justinian zum Urteil die rätselhaften Worte gesprochen hatte, die Augen Belisarios sollten den Kaiser nie mehr erblicken, lässt Eutropio Belisario blenden. Mit leeren Augenhöhlen wird der ehemalige Feldherr in Gefangenschaft geführt. Er sehnt sich nach seiner Tochter, die traut sich aber nicht, dem Vater nahezukommen. Schließlich beschließt sie, ihn in ein unbekanntes Exil zu begleiten. Alamiro schwört Rache.

Dritter Teil: „La morte“ – Der TodBearbeiten

Irene wandert mit ihrem Vater über Land. Unter einer Palme rasten sie. Soldaten mit ihrem Anführer Alamiro marschieren vorbei. Die Erklärung, man erhebe sich gegen Byzanz, versetzt Belisario in Zorn, er ist dem Kaiser immer noch ergeben. Irene sieht am Hals des Anführers das christliche Kreuz mit dem gleichen Ornament, das ihr verschollener Bruder zuletzt getragen hat. Die Freude des Vaters und seiner Kinder über das Wiedersehen ist groß.

Antonina bereut, was sie getan hat, und gesteht dem Kaiser ihre Schuld. Der Kaiser ist verärgert. Zudem berichtet Irene, dass Belisario sich wieder an die Spitze der Armee gestellt und mit seinem verschollen geglaubten Sohn gegen Byzanz vorrücke.

Belisario wird von einem Pfeil getroffen, der Sterbende wird herein getragen. Der Kaiser versöhnt sich mit seinem ehemaligen Freund. Das Flehen seiner Gattin um Vergebung kann Belisario nicht mehr hören. Vom Volk verflucht, bricht die Witwe zusammen.

OrchesterBearbeiten

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

WerkgeschichteBearbeiten

Die Uraufführung am 4. Februar 1836 im Teatro La Fenice fand unter dem Dirigat von Gaetano Mares statt. Das Bühnenbild stammte von Francesco Bagnara. Die Hauptrollen sangen Celestino Salvatori als Belisario und Caroline Unger als Antonina, außerdem Saverio [De] Giorgi (Giustiniano), Antonietta Vial (Irene), Ignazio Pasini (Alamiro), Amalia Badessi (Eudora), Adone Dall’Oro (Eutropio) und Giovanni Rizzi (Eusebio und Ottario).[3]

Es folgten viele weitere Aufführungen, vorwiegend in italienischen Städten, aber auch 1836 und 1843 in Madrid, 1837 in Barcelona und Lissabon, 1844 in Rio de Janeiro und 1855 in Porto.[2]

DiskographieBearbeiten

  • 1969: Gianandrea Gavazzeni; Leyla Gencer, Giuseppe Taddei, Mirna Pecile, Umberto Grilli
  • 1970: Adolfo Camozzo; Leyla Gencer, Renato Bruson, Mirna Pecile, Umberto Grilli
  • 1981: Gianfranco Masini; Mara Zampieri, Renato Bruson, Stefania Toczyska, Vittorio Terranova
  • 1997: Dan Ratiu; Sergei Homov, Ines Salazar, Jacek Strauch, Fran Lubahn, Zoltan Gatamo
  • 2013: Mark Elder, Nicola Almaio, Joye El-Khoury, Camilla Roberts, Russell Thomas

LiteraturBearbeiten

  • Robert Steiner-Isenmann: Gaetano Donizetti. Sein Leben und seine Opern. Hallwag, Bern 1982. ISBN 3-444-10272-0; S. 186f; 455f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Belisario (Donizetti) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Norbert Miller: Belisario. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 2: Werke. Donizetti – Henze. Piper, München/Zürich 1987, ISBN 3-492-02412-2, S. 9–12.
  2. a b c Belisario (Gaetano Donizetti) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 24. Juli 2019.
  3. 4. Februar 1836: „Belisario“ im Almanacco von Gherardo Casaglia, abgerufen am 30. Juli 2019.