Villarta

Gemeinde in Spanien

Villarta ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit insgesamt nur noch 793 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) im Südosten der Provinz Cuenca in der Autonomen Region Kastilien-La Mancha. Der Ort lag an der Ruta de la Lana, einem einstmals bedeutenden Handels- und Pilgerweg, der von Alicante kommend, bis nach Burgos führte.

Gemeinde Villarta
Villarta – Iglesia Dulce Nombre de Jesus
Villarta – Iglesia Dulce Nombre de Jesus
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Villarta
Villarta (Spanien)
Finland road sign 311 (1994–2020).svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilienla ManchaKastilien-La Mancha Kastilien-La Mancha
Provinz: Cuenca
Comarca: Manchuela conquense
Koordinaten 39° 26′ N, 1° 39′ WKoordinaten: 39° 26′ N, 1° 39′ W
Höhe: 760 msnm
Fläche: 25,62 km²
Einwohner: 793 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 30,95 Einw./km²
Postleitzahl: 16280
Gemeindenummer (INE): 16271
Verwaltung
Website: Villarta

Lage und KlimaBearbeiten

Der Ort Villarta liegt auf der Westseite des Iberischen Gebirges in einer Höhe von ca. 760 m. Cuenca, die Provinzhauptstadt, liegt ca. 100 km (Fahrtstrecke) nordwestlich; die Stadt Albacete ist ca. 70 km in südwestlicher Richtung entfernt. Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die eher geringen Niederschlagsmengen (ca. 415 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2019
Einwohner 371 536 1.042 818 793[3]

Aufgrund der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden Verlusts von Arbeitsplätzen ist die Einwohnerzahl der Gemeinde seit der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich rückläufig (Landflucht).

WirtschaftBearbeiten

Die Wirtschaft des Ortes basierte jahrhundertelang im Wesentlichen auf Selbstversorgung; Haltbare Produkte wie Käse, Wurst, Tierhäute und Wolle konnten an fahrende Händler verkauft oder gegen andere Produkte getauscht werden. Heute spielt der Weinbau eine wesentliche Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Funde legen eine Besiedlung in römischer Zeit nahe, doch fehlen Funde aus westgotischer und selbst islamisch-maurischer Zeit. Man muss deshalb annehmen, dass die Gegend bis um das Jahr 1000 nicht oder kaum besiedelt war. Die Situation änderte sich nach der Rückeroberung (reconquista) der Stadt Cuenca und ihres Umlands durch die Truppen Alfons’ VIII. von Kastilien im Jahr 1177 und der anschließenden Wiederbesiedlung (repoblación) durch Christen aus allen Teilen der Iberischen Halbinsel.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die erst im frühen 19. Jahrhundert entstandene Iglesia Dulce Nombre de Jesus, deren Glockengiebel (espadaña) die ansonsten schmucklose Westfassade überragt.
  • Das Erdgeschoss des Rathauses (ayuntamiento) ist mit einem Bogengang (soportales) versehen; der Mittelteil des Obergeschosses ist durch einen Balkon betont.

WeblinksBearbeiten

Commons: Villarta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Villarta/Casas-Ibáñez – Klimatabellen
  3. Villarta – Bevölkerungsentwicklung