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Tatort: Freiwild

Episode der Fernsehserie Tatort

Freiwild ist eine Folge der ARD-Krimireihe Tatort. Die vom Sender Freies Berlin (SFB) produzierte Episode wurde erstmals am 5. Februar 1984 in der ARD ausgestrahlt. Es handelt sich um den fünften Tatort mit Hauptkommissar Walther, der die mysteriöse Todesserie von Obdachlosen in Berlin, sowie den Mord an einer jungen Frau im Park aufklären muss.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelFreiwild
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
SFB
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
EinordnungFolge 154 (Liste)
Erstausstrahlung5. Februar 1984 auf ARD
Stab
RegieWolfgang Staudte
DrehbuchHeinz-Dieter Ziesing
ProduktionHorst Borasch
MusikRolf Kühn
KameraGérard Vandenberg
SchnittKatja Schmiljan
Besetzung

HandlungBearbeiten

Dr. Konrad Ansbach hat ein Serum entwickelt, mit dem Leberzirrhosen behandelt werden können, doch sein Bruder Gerd, der Apotheker und sein Investor ist, verlangt Rendite und ist ungeduldig, weil Dr. Ansbach seine Forschungen bislang nur an Ratten durchgeführt hat. Kurz darauf finden die Obdachlosen Kutte, Maxe und Nante eine erschlagene Frau im Tiergarten. Assistent Stettner ermittelt mit dem Hospitanten von Lipinski am Tatort. Sie finden dort Spuren der Obdachlosen, die nach dem Fund geflohen waren. Die Beiden verhören die Obdachlosen, die sie kurz darauf im Park antreffen. Sie nehmen sie daraufhin mit ins Präsidium zu Kommissar Walther. Dieser vernimmt Maxe Schröder, von Lipinski Kutte Schwertfeger, doch die Vernehmungen bleiben ohne Ergebnis. Kutte Schwertfeger bricht kurz darauf vor dem Präsidium zusammen und wird dabei von einem Auto tödlich erfasst, als er auf die Straße fällt. Dr. Ansbach ist bestürzt, als er diese Nachricht in der Zeitung liest. Er sucht seinen Bruder Gerd auf, dieser beschwichtigt ihn aber. Dr. Ansbach ist nervös, weil ein Bluttest sein Serum nachweisen würde.

Die Presse gibt der Polizei die Schuld an dem Tod Schwertfegers. Im Mordfall der Frau im Tiergarten kommen die Beamten nicht weiter. Unterdessen plagen Dr. Ansbach Selbstzweifel und Gewissensbisse, doch Gerd will die Medikamentenexperimente fortsetzen. Gerd lockt wenige Tage später einen weiteren Obdachlosen in seine Apotheke, um ihn für die Medikamententests zu gewinnen, ein weiterer Obdachloser kommt freiwillig in seine Apotheke, um sich behandeln zu lassen. Er schickt beide zu seinem Bruder Konrad und stellt diesen als einen „Philanthropen“ dar, auch weitere Obdachlose kommen zu Gerd in die Apotheke, da sich herumgesprochen hat, dass er Obdachlosen kostenlos hilft. Dr. Ansbach behandelt die Obdachlosen mit seinem Serum, ihn quälen währenddessen Gewissensbisse. Kurze Zeit später findet der Obdachlose Harry seinen Leidensgenossen „Marx“ Karschunke, dem es sehr schlecht geht und der an starken Schmerzen leidet. Harry kann ihm nicht helfen, Karschunke wird am nächsten Tag tot in seinem Nachtquartier aufgefunden. Walther möchte herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen der beiden obdachlosen Männer gibt und veranlasst eine Obduktion beider.

Bei Karschunke wird eine Leberzirrhose diagnostiziert, so dass diese als Todesursache angenommen wird. Allerdings stellen die Rechtsmediziner in seinem Blut auch einen unbekannten Stoff fest, der kein Bestandteil bekannter Medikamente ist. Zudem finden sie am Arm des Toten eine Injektionsstelle, die ein paar Tage alt ist. Stettner hört sich erneut in der Obdachlosenszene im Tiergarten um, dort gibt man ihm Hinweise auf Harry, der öfter mit „Marx“ zusammen war, zudem erfährt Stettner, dass „Marx“ öfter eine Apotheke aufsuchte. Dr. Ansbach führt indessen einen Selbstversuch durch, indem er sich selbst das Serum injiziert. Trotz erhöhter Temperatur und Schweißausbrüchen behauptet er wenig später, dass es ihm gut gehe, als er seinen Bruder in der Apotheke aufsucht. Dr. Ansbach macht sich hingegen Sorgen, weil beide Obdachlosen, denen er das Mittel injiziert hatte, nicht mehr bei ihm aufgetaucht sind. Er glaubt, ihnen sei wegen der Injektionen etwas zugestoßen. Sein Bruder erklärt ihm allerdings, dass er nur einen Obdachlosen zu ihm geschickt habe.

Dr. Ansbach sucht nach den beiden in einer Obdachlosenunterkunft, als ihm selbst schwarz vor Augen wird. Er wird in ein Krankenhaus gebracht. Walther erhält unterdessen auch den Obduktionsbericht von Schwertfeger, auch dieser litt an Leberzirrhose und hatte die gleiche unbekannte Substanz im Blut wie Karschunke. Walther und Stettner suchen Gerd Ansbach auf, dieser gibt sich ahnungslos und behauptet, keine Obdachlosen als Kunden zu haben. Er behauptet, einem Obdachlosen harmlose Magentropfen gegeben zu haben, ansonsten sei es nie zu Kontakten mit den Obdachlosen gekommen. Ansbach wird nervös, seine Angestellte fragt ihm zudem, warum er die Polizei angelogen habe. Gerd Ansbach sucht seinen Bruder auf und informiert ihn, dass ein zweiter toter Obdachloser gefunden wurde, Dr. Ansbach bestreitet, dass der von seinem Bruder Beschriebene bei ihm gewesen ist. Stattdessen kann Dr. Ansbach seinem Bruder berichten, dass er jetzt die richtige Injektionsdosis gefunden habe, und er damit am Ziel seiner Forschungen sei.

Am Abend sucht ein weiterer Obdachloser, Peter Schmidt, dem Dr. Ansbach sein Serum verabreicht hatte, diesen auf und klagt über starke Schmerzen. Als Dr. Ansbach seinen Wagenschlüssel holen will, um ihn in die Praxis zu bringen, entwendet dieser eine angebrochene Flasche Wein und verlässt das Haus von Dr. Ansbach. Diese trinkt er aus und bricht daraufhin auf offener Straße zusammen. Er wird Passanten gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Von einem Journalisten erfährt der Hospitant von Lipinski davon. Walther sucht Gerd Ansbach auf, dieser bestreitet, etwas mit dem Mann zu tun zu haben. Allerdings wurde in der Kleidung von Peter Schmidt der Korken eines seltenen und teuren Weins gefunden, eine solche Flasche hatte Walther auch im Apothekenbüro Ansbachs stehen sehen. Dieser gibt an, die Flasche aus dem Nachlass seines Vaters zu haben, er habe vielen Leuten Flaschen dieses Weines geschenkt, Schmidt könnte den Korken auch aus einem Mülleimer haben.

Unterdessen klärt sich der Frauenmord im Tiergarten auf, der Ex-Verlobte der Frau hatte diese offensichtlich aus Eifersucht getötet. Walther hat herausgefunden, dass der Bruder von Ansbach Arzt ist und sucht diesen auf. Dort findet er heraus, dass Dr. Ansbach über Leberzirrhose forscht. Dr. Ansbach selbst gibt sich als hilfsbereiter Arzt aus, allerdings behandele er Obdachlose wie „Marx“ Karschunke, der bei ihm gewesen sei, nicht selbst, sondern verweise sie lediglich an Spezialisten oder ins Krankenhaus. Die Wasserpolizei Felix Schlüter, einen weiteren Obdachlosen, dieser hat ein Taschentuch mit den Initialen „K.A.“ bei sich, was Walther als einen Hinweis auf Dr. Konrad Ansbach deutet. Die Obdachlosen, die den Verdacht haben, vergiftet zu werden, ziehen in einer großen Gruppe zur Villa Ansbach, wo gerade eine Gartenparty mit vielen Gästen stattfindet. Walther und sein Team treffen in der Villa ein, weil sie Dr. Ansbach im Auge behalten wollen und sind erstaunt über die Obdachlosen in dessen Villa. Walther kommt dazu, als einer der Obdachlosen meint, Dr. Ansbach habe sie mit „Freiwild“ verwechselt, mit denen man Versuche unternehmen kann. Walther will die Männer des Hauses verweisen, doch Dr. Ansbach hält ihn davon ab, denn er will vor diesen Leuten sein Geständnis ablegen und seine Beweggründe erläutern.

EinschaltquoteBearbeiten

Bei der Erstausstrahlung konnte diese Folge 20,9 Mio. Zuschauer erreichen, was einem Marktanteil von 53 % entsprach.[2]

KritikBearbeiten

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm beurteilen diesen Tatort als „Gediegene Tätersuche im Schneckentempo“.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Freiwild. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2010 (PDF; Prüf­nummer: 123 567 V).
  2. Tatort: Freiwild Daten zum 154. Tatort bei tatort-fundus.de
  3. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 20. November 2014.