Als Sundgau wird eine hügelige Landschaft im Süden des Elsasses im südlichen Bereich des Départements Haut-Rhin bezeichnet. Sie liegt etwa zwischen den Städten Basel, Belfort/Montbéliard und Mülhausen.

Historischer Sundgau: Bereich unten (hellgelb)

Der Sundgau befindet sich heute fast gänzlich auf französischem Staatsgebiet; zum Sundgauer Hügelland zählen jedoch auch die Schweizer Gemeinden Allschwil und Schönenbuch sowie jene des Leimentals und das Bruderholz am südöstlichen Rand, die geografisch wie kulturhistorisch zum Sundgau gehören.

Das Gebiet in seiner geschichtlichen EntwicklungBearbeiten

Im Mittelalter wurde das Gebiet des damaligen Elsasses in zwei Gaue eingeteilt, die „Nordgau“ (Nordgowe,Unterelsass“) und „Südgau“ (Suntgowe, „Sundgau“, „Oberelsass“) genannt wurden. Die Grenze entsprach etwa derjenigen, welche 297 bei der Teilung der römischen Provinz Germania superior in Maxima Sequanorum im Süden und Germania prima im Norden festgelegt wurde – am Landgraben südlich von Schlettstadt.

 
Ausdehnung des Bistums Basel im 15. Jahrhundert

Bis weit in die Neuzeit grenzte dort auch das Bistum Basel (Kirchenprovinz Besançon) an das Bistum Straßburg (Kirchenprovinz Mainz).[1]

Der Sundgau bzw. das Oberelsass entsprach also etwa dem heutigen Département Haut-Rhin, bis ins 11. Jahrhundert jedoch reichte er im Süden noch über den Jura bis an die Aare. Im Spätmittelalter fand eine Begriffsverengung auf jene Teile statt, die unter habsburgischer Herrschaft standen. Diese reichten im Westen bis über Belfort hinaus, also in traditionell französisches Sprachgebiet.

Die Habsburger wurden im Rahmen des Westfälischen Friedens 1648 gezwungen, den Sundgau an den französischen König abzutreten. Bis zur französischen Revolution gehörte das Oberelsass kirchlich zum Bistum Basel.

In neuester Zeit, nachdem 1871 das Territoire de Belfort vom Département Haut-Rhin getrennt wurde, fand eine weitere Reduzierung auf die Gebiete im südlichen Oberelsass statt.

St. Morandus in Altkirch gilt traditionell als Patron des Sundgaus.

GeographieBearbeiten

Das Regionalzentrum ist die Kleinstadt Altkirch. Die Hügellandschaft ist von Landwirtschaft und dörflichen Strukturen geprägt. Der höchste Punkt des Sundgaus befindet sich in der Gemeinde Bettlach auf 525 m.ü.NN.

Das Erscheinungsbild der SundgaudörferBearbeiten

Die Sundgaudörfer sind typische Haufendörfer des Altsiedellandes mit den dazu gehörigen großen Gewannfluren. Nicht selten sind sie straßendorfartig oder als Bachzeilendörfer in die Länge gezogen (z. B. Grenzingen/Oberdorf, Dörfer im Hundsbacher Tal, Bachzeilendorf Hirzbach). Weilersiedlungen sind selten. Eine Besonderheit sind die Einzelhöfe der Wiedertäufer (z. B. Birkenhof bei Feldbach). Abgesehen von den modernen Zuwächsen sind die ländlichen Siedlungen noch immer gut erhaltene Fachwerkdörfer. Wenn Fachwerkbauten in größerem Umfang fehlen, geht dies auf Zerstörungen im Ersten Weltkrieg zurück (z. B. Ammertzwiller, Burnhaupt-le-Bas, Seppois-le-Bas). Die idealtypische Hofanlage besteht aus dem giebelständig zur Straße stehenden Wohnhaus, einer rechtwinklig dazu den Hofraum nach hinten abschließenden (Stall-Tenne-Stall-)Scheune und gelegentlich noch einem kleineren Wirtschaftsgebäude gegenüber dem Wohnhaus. Es gibt aber auch zahlreiche Gehöfte, bei denen Wohnhaus und Stallscheune in einer Achse angeordnet sind. Die fast ausnahmslos zweistöckigen Wohnhäuser besitzen Satteldächer mit einem Krüppelwalm an der Giebelseite. Verbreitet sind giebelseitige Wetterdächlein („Welschkorndächlein“, da einst auch zum Trocknen des Maises benützt). Manche Wohnhäuser besitzen an einer der Traufseiten Fachwerk-Lauben.

Die Dorfkirchen sind vielerorts noch vom ummauerten Friedhof umgeben. Von den mittelalterlichen Kirchen blieb meist nur der Turm unverändert. (Trotz späterer Umbauten gut erhalten die Burnkirche bei Illfurth.) Die alten Türme besitzen das typische Satteldach und markante Eckquader. Die romanische Kirche von Feldbach war einst Klosterkirche. Zahlreiche Orte besitzen Kirchen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, manchmal mit beibehaltenem mittelalterlichem Turm, andre besitzen schlichte Sakralbauten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit spätklassizistischen Architekturelementen an der Portalfassade (z. B. Spechbach-le-Bas oder Oltingue). Die Kirchen der Barockzeit sind im Außenbau untypisch schlicht (haben aber oft eine beachtenswerte Innenausstattung). Ab der Jahrhundertmitte wurden alte Kirchen durch neuromanische oder neugotische Bauten ersetzt (z. B. von Jean Baptiste Schacre die Kirche in Jettingen, von Charles Winkler in Morschwiller-le-Bas und Pfetterhouse und von J. W. Tugginer in Ballersdorf).

Die SundgauweiherBearbeiten

Ein charakteristisches Landschaftselement des westlichen Sundgaus sind die in natürlichen Senken entstandenen Weiher. Meist wurden sie nachträglich durch Dämme weiter aufgestaut oder es wurden auch neue Teiche künstlich angelegt. Sie verdanken ihre Existenz den hohen Niederschlägen in der den regenreichen Westwinden offenen Burgundischen Pforte und dem ausreichend verlehmten Untergrund. Die Zisterziensermönche des Klosters Lützel haben sie nachweislich schon im 12. Jahrhundert als Karpfenteiche benützt. Für sie waren die Fische eine wichtige Fastenspeise. Im Mittelalter war vielfach der örtliche Adel an der Anlage von Fischweihern interessiert und scheute dabei vor der Enteignung der Bauern nicht zurück. Im Largtal, wo zwei Drittel der Weiher liegen, war im Mittelalter das Augustinerpriorat St. Ulrich wesentlich am Aufstau der Weiher beteiligt. Spärliche Funde lassen vermuten, dass Fischteiche hier bereits in der Römerzeit oder sogar noch früher existierten.[2]

Heute spielen sie in dreifacher Weise eine Rolle: Sie sind für die Biodiversität wertvolle Biotope, die insbesondere auch für Ornithologen von Interesse sind. Der Conseil géneral du Haut Rhin kümmert sich seit 2003 bei Altenach (les étangs Nérac) um die Renaturierung von Weihern. Ein Maison de la Nature bietet dort Informationen, vor allem auch über die Vogelwelt. Des Weiteren dienen die Weiher dem oft vereinsmäßigen Angelsport und nach wie vor der Fischzucht. Produziert wird vorrangig für den lokalen Markt (gastronomische Route des Carpes frites).[3] Schon in früheren Zeiten wurden die Karpfen aber auch bis Colmar und Freiburg lebend verkauft, heute werden sie bis Straßburg, Zürich und Paris versandt. Neben Karpfen werden heute auch Hechte, Schleien und Zander gezüchtet. Ein Fischzuchtbetrieb im Largtal bietet heute daneben auch Forellen, Barsche, Lachse und Welse an.

Im November werden die Teiche abgelassen und die Fische eingesammelt. Zur Teichkultur gehört auch, dass die Weiher alle 5 bis 10 Jahre trockengelegt und eventuell vorübergehend mit (nicht für die Ernte bestimmtem) Hafer bepflanzt werden. Das Trockenlegen beugt Parasitenbefall vor und wirkt einer Eutrophierung entgegen. Andererseits wird auch gedüngt, um das Zooplankton und die Gewässerflora zu fördern.[4]

Der Sundgau gehört wie etwa die Sologne, La Dombes oder die Brenne zu den sieben großen Weiherlandschaften Frankreichs. Über die Anzahl der Weiher gibt es verschiedene Angaben. In der Broschüre des Maison de la nature in Altenach ist von über 1000 die Rede.[5] Ihre Größe variiert zwischen 5 a und 7 ha, sie sind selten tiefer als 5 m.[6]

GeologieBearbeiten

Der Sundgau ist ein sanftwelliges Hügelland, dessen Untergrund Tertiärschollen bilden, die bei der Absenkung des Oberrheingrabens in einer gewissen Höhenlage verharrten, so dass sie sich heute über dem Niveau der Rheinebene und eingesenkt zwischen dem Grundgebirgsmassiv der Vogesen im Norden und den nördlichsten Falten des Jura im Süden befinden. Dieser tertiäre Untergrund besteht vorwiegend aus Tonen, Mergeln, Kalken und Sanden des Oligozän (Rupel/Chatt), abgelagert vor 34 bis 23 Millionen Jahren.. Überdeckt sind diese Sedimente in größerem Umfang von alten (pliozänen/altpleistozänen) Schottern und ausgedehnten Löss- oder Lösslehmdecken.[7][8][9]

Meist zählt man auch die dem Hügelland östlich vorgelagerte Rheinebene mit ihren Schotterterrassen noch zum Sundgau. Auch das Basler Bruderholz gehört geologisch zum Sundgau. Die nördlichsten Ketten des Jura (Pfirter Jura) bilden gegenüber dem Tertiärhügelland geologisch und morphologisch einen ganz eigenständigen Naturraum. Im Westen setzt sich jenseits der Wasserscheide bei Valdieu der Elsässer Sundgau als lössbedecktes Tertiärland im „Sundgau belfortain“ fort.

Der Löss des Sundgaus wurde in den Kaltzeiten des Eiszeitalters (im Pleistozän) aus den Schotterfeldern des Rheins ausgeweht und in den umliegenden Hügelländern abgelagert, womit das Relief sanftere Formen erhielt. Älterer Löss verwitterte zu Lösslehm. Abgeschwemmter Löss wurde als mitunter fein geschichteter Schwemmlöss deponiert. Der jüngere nährstoffreichere Löss im östlichen, niederen, weniger regenreichen Sundgau begünstigt den Ackerbau. Man trifft ihn östlich einer Linie Reiningue – Altkirch – Basel an. Westlich einer Linie Gildwiller – Dannemarie – Ferette (im hohen Sundgau) breiten sich schwer zu bearbeitende, ältere, ausgewaschene, daher kalkärmere und stauende Lehmböden aus.[10] Im Zwischenbereich (mittlerer Sundgau) ist der Löss bereits deutlich verlehmt.[11] Eine ausreichende Verlehmung des Untergrunds war Voraussetzung für den schon im Mittelalter erfolgten Aufstau der für den Sundgau typischen Fischweiher im niederschlagsreichen Westsundgau. Zwei Drittel dieser Weiher liegen im oberen Largtal.[12]

Unter der Lössdecke liegen die aus alpinem Material (Berner Oberland, Wallis) bestehenden sogenannten Sundgauschotter (cailloutis du Sundgau) aus dem Pliozän, dem letzten Abschnitt der Tertiärzeit[13], und z. T. aus dem frühesten Pleistozän. Sie lagern westlich einer Linie Magstatt – Folgensburg – Hagenthal dem oligozänen Untergrund auf und können eine Mächtigkeit bis zu 20 m erreichen. Im Norden findet ihre Verbreitung ein Ende an einer Linie Valdieu–Dannemarie-Wahlbach. Sie sind die Hinterlassenschaft einer Ur-Aare, die lange Zeit, in den Ur-Doubs übergehend, ihren Weg über den Bresse-Graben zum Mittelmeer fand. Erst später (im Oberpliozän) wurde dieser Fluss in den sich weiter senkenden Oberrheingraben zum Nordseerhein abgelenkt und im Osten vom Alpenrhein erreicht, womit die Aare zum Rheinnebenfluss wurde. Im Nordwesten des Sundgaus bestehen die alten Sundgauschotter (Miozän/Pliozän) nicht aus alpinem, sondern aus Vogesenmaterial[14]. Sie sind die Hinterlassenschaft von nach Südosten in den Bereich des heutigen Schweizer Mittellands entwässernden Flüssen aus der Zeit noch vor der Jurafaltung. (Vogesenschotter im Delsberger Becken!)[15]

Der unter der Lössdecke und den Schottern verborgene tiefere Untergrund besteht aus einem Bruchschollenmosaik, bei dem sich die einzelnen Tertiärschollen in unterschiedlicher Höhenlage befinden und in verschiedener Weise geneigt sind. Südlich Mülhausen liegt der weniger tief eingesunkene Schollenkomplex, der als Horst von Mülhausen bezeichnet wird.[16] Dessen Schollen bestehen aus teils marinen, teils festländischen Sedimenten (Eozän und Unteroligozän). Der Horst wird im Westen (jenseits des Illflusses) begrenzt durch den Graben von Dannemarie, der südlichen Fortsetzung des Kalibeckens, und im Osten vom Sierentzer Graben, der sich im Süden im Graben von Allschwil fortsetzt und dessen Westbegrenzung durch den Steilrand des Sundgaus über der Rheinebene markiert wird. In ihm hat der Rhein seinen Weg gefunden und als jüngste Grabenfüllung seine Schotter ausgebreitet. Im Relief der Landschaft tritt der Horst von Mühlhausen als schwache NNW streichende Aufwölbung in Erscheinung (Abb. S. 97 bei SITTLER, s. Fußnote 7). Dass im großen Steinbruch der Zementfabrik Altkirch die sonst in der Tiefe verborgenen untersten Schichten des Oligozäns zu Tage treten, zeigt, dass man sich hier noch im Bereich des Horstes befindet.[17] Abgebaut werden hier Kalksteine und Kalksandsteine der sog. Haustein-Formation.

Ein reich verzweigtes Gewässernetz gliedert den Sundgau. Dabei fällt die einheitliche NW-Orientierung der Flüsse und Bäche südlich der Linie Dannemarie-Wahlbach auf. Ill, Larg, Thalbach u. a. folgen breiten Sohlentälern eines älteren (tertiären) noch in den Bereich des Schweizer Mittellandes entwässernden Flusssystems und haben erst bei fortgeschrittener Absenkung des Rheingrabens (im Oberpliozän) nördlich der genannten Linie ihren Weg nach NO gefunden.[18] Auffallend ist die oft zu beobachtende Asymmetrie der Talhänge, die bei (Süd-)Westexposition steil und steinig, auf der Gegenseite dagegen lössbedeckt und schwächer geböscht sind. Die steileren nordöstlichen Talflanken wurden durch die mit den vorherrschenden Westwinden verbundenen Niederschläge angegriffen, so dass hier die sanft geböschte Lösslehmdecke der gegenüberliegenden Talseite weitgehend fehlt.[19] Bemerkenswert ist auch, dass alle Sundgaubäche, die vom Hügelland im Osten in die Rheinebene treten, in deren durchlässigen Schottern versinken, also nicht in den Rhein münden.

Die den Sundgauhügeln im Osten vorgelagerte Ebene besteht aus den Schottern, die der Rhein in der letzten Kaltzeit in den Oberrheingraben verfrachtet hat. Teilweise hat er sie, sich nacheiszeitlich eintiefend, wieder ausgeräumt. So lassen sich die (ältere, höhere) Niederterrasse und die (jüngere, tiefere) Talaue unterscheiden. Der vermittelnde Terrassenrand, einst ein Rheinufer, heißt Hochgestade (diesem folgt z. B. die Rue des Acacias in St. Louis). Die Niederterrasse selbst weist wieder verschiedene Niveaus mit entsprechenden Terrassenrändern auf. Hüningen und Village-Neuf liegen in der Talaue, St. Louis größtenteils auf der Niederterrasse, Hésingue ebenfalls, aber hier bedecken Schwemmlehme vom Hügelrand die Schotter. An den Hügelrändern etwa 10 m über der Rheinebene bezeugen Schotterreste der vorletzten Kaltzeit (sog. Hochterrassenschotter der Risskaltzeit), dass damals das Rheinbett noch nicht so weit eingetieft war. In noch höherer Lage befinden sich sog. Deckenschotter, Material, das der Rhein im Altpleistozän (im älteren Eiszeitalter) hier deponierte.[20]

Im Süden umfasst der Sundgau noch die Bürgerwald-, Flühen- und Blochmont/Blauenkette, die zum Faltenjura gehören, der hier am Südrand des Oberrheingrabens besonders weit nach Norden reicht. Hier bauen die viel älteren Ober- und Mitteljurakalke (Malm- und Doggerkalke), die im oberen Miozän aufgefaltet wurden, die Landschaft auf.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Vorgeschichtliche Funde belegen die frühe Besiedlung des Sundgaus. Man geht davon aus, dass im Elsass bereits vor über 600 000 Jahren Menschen lebten.[21] Aus der Altsteinzeit ist u. a. ein Mammutjägerlager bei Riedisheim bekannt. Die Funde am Mannlesfelsen bei Oberlarg deuten auf den Wohnplatz einer bereits sesshaften Bevölkerung der mittleren Steinzeit hin. Von den sehr zahlreichen jungsteinzeitlichen, über den ganzen Sundgau verstreuten Siedlungs-, Depot- und Einzelfunden, Zeugnisse einer Ackerbau und Viehzucht treibenden Bevölkerung, seien nur das gut erforschte Lager von Oltingen, die neolithische Siedlung auf dem Illberg bei Mühlhausen, die Hockergräber bei Tagolsheim und Rixheim und die Ausgrabung (2021) einer Siedlung bei Niedermorschweiler (Morschwiller-le Bas) erwähnt.[22]

Die Funde aus der Bronzezeit konzentrieren sich auf den Ostrand des Hügellandes, das selbst weitgehend fundleer ist. Erstmals drang die Besiedlung auch in die Rheinebene vor. In der Hallstatt- und La-Tène-Zeit (800 bis Ende 1. Jahrhundert vor Chr.) siedelten zwei keltische Stämme im Sundgau: Neben den Sequanern waren es die im südlichen Sundgau und dem angrenzenden Jura sesshaften Rauriker (Hauptstadt Augusta Raurica). Eine Zeitenwende brachte 58 vor Chr. die Schlacht bei Cernay (Sennheim), bei der Julius Cäsar den Suebenkönig Ariovist besiegte und damit einer germanischen Invasion in das Gebiet der Sequaner ein Ende setzte. Gleichzeitig begann damit die Unterwerfung der keltischen Bevölkerung unter eine über 400 Jahre dauernde römische Herrschaft, die in dem Maße von den Kelten akzeptiert wurde, dass man schon bald von einer assimilierten gallo-römischen Bevölkerung ausgehen kann. Zur keltischen Hinterlassenschaft gehören Keltenwege, die später oft von den Römern übernommen und ausgebaut wurden. Kembs (Cambete) oder Larg (Larga) gehen auf die Keltenzeit zurück. Erwähnt seien Ausgrabungen auf dem Britzgyberg bei Illfurth, welche die Existenz eines gut befestigten Oppidums der Hallstattzeit belegen.

Die RömerzeitBearbeiten

Die Römer schufen im Sundgau ein dichtes Straßennetz. So zog beispielsweise eine wichtige Straße von Mandeure (Epomanduodurum) quer durch den Sundgau nach Kembs (Cambete), wo sie die Rheinstraße erreichte, die weiter nach Breisach (Brisiacum) führte und auch mit Augst (Augusta Raurica) in Verbindung stand. Heutige Wegebezeichnungen wie etwa „Römerstraß“, „Heidenweg“, „Hochsträßel“ deuten auf den Verlauf alter Römerstraßen hin. Römerfunde wurden im ganzen Sundgau gemacht. Wichtig sind die Funde in Illzach (etwas außerhalb des Sundgaus). Hier muss sich ein größeres Verwaltungszentrum befunden haben. Vom Castrum Larga wurde u. a.die ringförmige Ummauerung des Militärlagers, bei Kembs ein römisches Brückenfundament entdeckt. Bekannt sind auch eine ganze Anzahl vici, kleinstädtische Siedlungen, und Villen (Gutshöfe). Mit dem Abzug der römischen Truppen von der Rheinfront im Jahre 405 endete die Römerherrschaft.

Zeit der Alemannen, Merowinger und KarolingerBearbeiten

Nun setzte die Einwanderung von Alemannen zuerst in die linksrheinische Ebene, dann auch in das Sundgauer Hügelland ein. Viele Errungenschaften der römischen Zivilisation gingen jetzt verloren. Nach dem Sieg des Frankenkönigs Chlodwig über die Alemannen 496 nach Chr. kamen fränkische Krieger und Beamte ins Land. Unter ihrer Herrschaft blieb das Alemannentum weitgehend erhalten. Auf Alemannen und Franken gehen die meisten heutigen Ortsnamen zurück. -ingen-Orte gehören in die Zeit der alemannischen Landnahme, -heim-und -hofen-Orte gehen ebenfalls in die Landnahmezeit zurück und verraten den fränkischen Einfluss. Sie beschränken sich weitestgehend auf den Ostrand des Sundgaus und das untere Illtal, wobei man davon ausgeht, dass mehrfach alte -ingen-Orte in fränkischer Zeit die neuere -heim-Endung verpasst bekamen. In diesem Sinne sind auch die -inghofen und ingheim-Orte zu erklären.[23]

In der Merowingerzeit (482 bis 751) gehörte der Sundgau zum Herzogtum Elsass (etwa ab 650 bis um etwa 740) im Königreich Austrasien. Auch im Sundgau ist jetzt eine Siedlungsverdichtung zu beobachten. Neue Ortsnamenendungen wie -weiler, -dorf, -bach stehen am Anfang des Landesausbaus ab dem 7. Jahrhundert. Jünger sind Orte auf -berg, -tal, und zahlreiche immer noch auf -dorf und -bach endende Orte in einer weniger günstigen Siedlungslage, sowie kirchliche Namen.[24] Die Christianisierung im Frankenreich nach Chlodwigs Sieg (im Zeichen des Kreuzes) über die Alemannen erreichte auch den zeitweise zur Diözese Basel, später zur Diözese Straßburg gehörenden Sundgau. Um 700 erschienen die ersten – fast immer St. Martin geweihten - Mutterkirchen.

An die Stelle des Herzogtums Elsass traten gegen 740 die beiden Gaugrafschaften Nordgau und Südgau (=Sundgau). Die Herrscher in beiden Grafschaften waren Abkömmlinge der Etichonen, Eberharde im Norden, Liutfride im Süden. 752 begann die Herrschaft der Karolinger. In Illzach befand sich eine karolingische villa regia, eine königliche Pfalz. Durch den Vertrag von Verdun 843 kam der Sundgau zum Mittelreich Lothars, 870 kam er zum Ostfrankenreich. Mit dem Übergang des fränkischen Reiches zum Deutschen Reich zur Zeit der letzten ostfränkischen Karolinger wurde auch der Sundgau 925 unter Heinrich I. Teil dieses Reiches. Mit dem Ende der Karolingerzeit entwickelte sich das Feudalwesen. Im 10. Jahrhundert litt der Sundgau unter den Ungarneinfällen (917 und 927). Im Abwehrkampf unterlag Liutfried V. den Ungarn.

Die Grafen von Pfirt und die HabsburgerBearbeiten

Ab 1125 spielten die Grafen von Pfirt (Ferette) neben den Habsburgern im Sundgau eine wichtige Rolle, diese im Ostteil, jene im Westen. Friedrich I. von Pfirt gründete u. a.die Cluniazenserpriorate Feldbach und St. Christoph (später St. Morand). Friedrich II. gilt als der Stadtgründer von Altkirch. Da Ulrich III. keine männlichen Erben hinterließ, wurde seine Tochter Johanna von Pfirt seine Nachfolgerin. Durch ihre Heirat mit Albrecht dem Weisen, Erzherzog von Österreich, kam der ganze Sundgau 1324 an das Haus Habsburg.

Seit 1125 waren die Habsburger Landgrafen im Oberelsass, Sie verfügten bereits damals über beträchtlichen, von einem Obervogt in Landser verwalteten Besitz im Oberelsass, auch im Sundgau. Dieser gehörte dementsprechend zu Vorderösterreich mit der Hauptstadt Ensisheim bis zum Übergang des habsburgischen Elsass an die französische Krone im Jahre 1648.

Die Zeit der Habsburgerherrschaft war für die Bevölkerung im Sundgau eine Leidenszeit. 1354 überfielen die Basler Sundgaudörfer. 1369 und 1375 verwüsteten die „Wilden Engländer“, im Hundertjährigen Krieg zeitweise unbeschäftigte Söldner, das Land, das auch immer wieder mit Überfällen der Eidgenossen, die gegen den habsburgtreuen Adel im Sundgau vorgingen, rechnen musste. Diese Adligen hatten in der Schlacht von Sempach 1386 einen hohen Blutzoll entrichtet.

1444 suchten die französischen Söldnertruppen der Armagnaken, von den Habsburgern gegen die Eidgenossen und die Basler herbeigerufen, den Sundgau heim. Auch in der Folgezeit litten die Dörfer ständig unter den Streitigkeiten zwischen Baslern bzw. den Eidgenossen und Österreich. Übel hausten – gemeinsam mit den Baslern - die Solothurner im Jahr 1445. 1466 brach der Sechs-Plappert-Krieg aus. Die Eidgenossen kamen der sich von Österreich bedroht fühlenden Stadt Mühlhausen zu Hilfe und wüteten dabei im Sundgau. Herzog Sigismund von Österreich sorgte 1496 für große Unruhe, als er aus finanziellen Gründen u. a. auch seinen elsässischen Besitz zeitweise an an den Burgunder Karl den Kühnen verpfändete. Auch im Waldshuter und im Schwabenkrieg, der mit dem Sieg der Eidgenossen bei Dornach 1499 endete, wurde der Sundgau in Mitleidenschaft gezogen. Eine beträchtliche Anzahl von Siedlungen im Sundgau gingen aufgrund dieser ständigen Kriegshandlungen ab. 1313 und 1349 wütete die Pest, 1356 verursachte das Basler Erdbeben auch im Sundgau Schäden. Unter anderem wurden dabei um die 20 Burgen zerstört.

16. und 17. JahrhundertBearbeiten

Der Bauernaufstand unter Heinrich Wetzel 1524 hinterließ verwüstete Kirchen und Klöster. Nach Niederlagen bei Illzach und Wattweiler unterwarfen sich die Bauern im Frieden von Offenburg. Unter der jegliche reformatorische Regungen unterdrückenden österreichischen Herrschaft blieb der Sundgau katholisch.

Bis 1632 blieb der Sundgau vom Dreißigjährigen Krieg einigermaßen verschont. 1633 erhoben sich Sundgauer Bauern – zeitweise erfolgreich - gegen die eingefallenen Schweden, unterlagen aber schließlich bei Blotzheim. Heimsuchungen durch die Schweden und nicht minder durch die Kaiserlichen, ab 1634 auch durch französische Soldateska (auf Seiten der Protestanten gegen die Habsburger kämpfend) wechselten sich ab. Die Überlebenden flüchteten hinter die Mauern von Basel und Mühlhausen und in die Schweiz. Das verwüstete Land leerte sich zusehends – auch wegen der seit 1628 grassierenden Pest. Zahlreiche Dörfer wurden für immer aufgegeben. Der im Dienste Frankreichs stehende Bernhard von Sachsen-Weimar fiel 1638 in den Sundgau ein. Er plante, den Breisgau, einen Teil der Freigrafschaft (Franche-Comté) und das Oberelsass, damit auch den Sundgau, für sich zu einem Fürstentum zusammenzufassen. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 kam der Sundgau an Frankreich. Die Grafschaft Pfirt und die Herrschaft Altkirch vermachte Ludwig XIV. dem Kardinal Mazarin. In die verödeten Gebiete des Sundgaus wanderten nach dem Krieg vor allem Schweizer ein, darunter viele in ihrer Heimat verfolgte Wiedertäufer.

Im Holländischen Krieg (1672–79) besetzten die Kaiserlichen den Sundgau, wurden aber vom französischen Marschall Turenne vertrieben (Schlachten bei Brunstatt und Blotzheim). Zur Grenzsicherung wurde von Vauban die Festung Hüningen (1680–91) errichtet. Die Burg Landskron wurde festungsartig ausgebaut, Hüningen mit der Festung Belfort durch eine strategische Straße verbunden (die heutige D 419).

18. JahrhundertBearbeiten

Im 18. Jahrhundert wurde der Sundgau längere Zeit von kriegerischen Ereignissen verschont und zeigte deshalb eine gesunde Entwicklung. In der Landwirtschaft ging man in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zur verbesserten Dreifelderwirtschaft über. Schon in der ersten Jahrhunderthälfte wurden im Sundgau Kartoffeln angepflanzt. Eine erste Industrialisierung brachte – von Mühlhausen ausgehend - vor allem Textilmanufakturen in den Sundgau. Des Weiteren wurde nach Eisen gegraben und dieses verarbeitet und sogar Braunkohle abgebaut. Eine Papierfabrik gab es in Roppentzwiller.

Revolution, Konsulat, EmpireBearbeiten

Während der Französischen Revolution ereigneten sich nach dem Bastillesturm 1789 auch im Sundgau Unruhen, so in Pfirt und Landser. Die Adelssitze in Hirsingen, Carspach, Hirtzbach und Niedersept (Seppois-le-Bas) wurden geplündert. Adlige verließen das Land. Ihre Güter wurden wie die der Kirche Nationalbesitz und versteigert. Gleichzeitig kam es auch zu Ausschreitungen gegen Juden. Viele der den Eid auf die Konvention verweigernden Priester verließen das Land.

Der erste Koalitionskrieg (1792–97) brachte 1792 Truppendurchzüge mit Requisitionen und Einquartierungen. 1795 wurde Hüningen von den Österreichern belagert. 1797 vollzog sich die Vereinigung Mühlhausens mit Frankreich. 1790 kam der Sundgau mit der Neugliederung Frankreichs zum Departement Haut-Rhin.

Unter dem Konsulat kehrten wieder Ruhe und Ordnung ein. Der Sundgau gehörte jetzt zum Arrondissement Altkirch und zur Diözese Straßburg. Im Empire kamen Adlige - die ihren Besitz wieder erhielten - zurück, ebenso die meisten Geistlichen. Das Ende des Empire war im Sundgau mit kriegerischen Ereignissen verbunden – der Bombardierung der Festung Hüningen und der Besatzung durch württembergische, badische und russische Truppen. Die während der Hundert Tage erneut belagerte Festung Hüningen kapitulierte 1815 und wurde anschließend geschleift.

Bourbonen – Julimonarchie - Zweites Kaiserreich - ReichlandzeitBearbeiten

In der ersten Jahrhunderthälfte – unter der bourbonischen Restauration und der Julimonarchie blieb der Sundgau ein der Tradition verbundenes Bauernland. Von überregionaler Bedeutung war der Altkircher Viehmarkt mit bis zu 3000 Stück Vieh. Das Bevölkerungswachstum zwang viele Sundgauer zur Auswanderung nach Amerika. Die einsetzende Industrialisierung ermöglichte zudem ein Abwandern nach Mühlhausen, schuf aber auch im Sundgau selbst Arbeitsplätze, so in Rixheim, wo eine Tapetenmanufaktur schon seit 1797 existierte, oder in Altkirch, wo die Brüder Gilardoni seit 1834 eine Ziegelei bzw. seit 1835 eine Ofenfabrik betrieben. Die Ziegelei entwickelte sich mit der mechanischen Produktion von Falzziegeln zum fortschrittlichsten Unternehmen in Europa. In Altkirch arbeitete ein Unternehmen, das die Textilindustrie mit Maschinen versorgte. Die Textilindustrie, die auch für Heimarbeit sorgte, war im Umkreis von Mühlhausen und u. a. in Carspach und Tagolsheim (Seidenbandweberei verbunden mit Seidenraupenzucht) vertreten. In Winkel und Dürlinsdorf wurde nach Bohnerz gegraben, das im benachbarten Lützel verhüttet wurde. Die Infrastruktur verbesserte sich u. a. durch den Weiterbau des Rhein-Rhône-Kanals (1834) und die Eisenbahnverbindung Mühlhausen-Basel (1840). Bei der Revolution von 1848 kam es noch einmal zu massiven Ausschreitungen gegen Juden.

Die Wirtschaftsblüte des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III. machte sich auch im Sundgau bemerkbar. Die Bahnlinie Mulhouse-Belfort wurde in den Fünfzigerjahren erbaut und schuf den Anschluss nach Paris, Lyon und Dijon. Für die beiden Eisenbahnviadukte im Sundgau produzierte Gilardoni 24 Millionen Backsteine. Die erste Fischzuchtanstalt Europas entstand 1853 bei Huningue.

Der Krieg von 1870/71 und die ReichslandzeitBearbeiten

Im Krieg von 1870/71 wurde der Sundgau von deutschen Truppen besetzt, blieb aber von größeren Kampfhandlungen verschont. Als Vorsichtsmaßnahme sprengte französisches Militär den Viadukt von Dammerkirch (Dannemarie). Nach Kriegsende kam auch der Sundgau zum deutschen Reichsland Elsass-Lothringen. Im Westen grenzte er jetzt an das neu geschaffene Territoire de Belfort. Zahlreiche Familien zogen es vor, nach Frankreich auszuwandern.

In der Reichlandzeit (1871 – 1918) musste sich die Wirtschaft auf den Austausch mit dem Deutschen Reich umstellen. Es siedelten sich eine größere Anzahl neue Unternehmen im Sundgau an, so etwa die Uhrenindustrie in Pfetterhausen (Pfetterhouse). St. Ludwig (St. Louis) wurde ein wichtiger Standort der Bandweberei. Der Sundgau blieb aber weiterhin in erster Linie eine Agrarregion.

Erster und Zweiter WeltkriegBearbeiten

Im Ersten Weltkrieg wurde auch im Sundgau erbittert gekämpft. In einer Linie zwischen Thann und Pfetterhouse wurde über ein Dutzend Dörfer stark zerstört. Wieder wurde der Viadukt von Dannemarie gesprengt. Mühlhausen war mehrfach umkämpft. Anfang 1915 stabilisierte sich die Front. Ende dieses Jahres wurde die Bevölkerung evakuiert. Ihre Rückkehr – zum Teil zu ihren zerstörten Häuser - erfolgte Ende 1918.

In der Zwischenkriegszeit waren immer noch etwas über die Hälfte der Berufstätigen in der Landwirtschaft tätig und so von der Weltwirtschaftskrise weniger betroffen. In Altkirch wurde 1927 die Portlandzementfabrik gegründet (heute HOLCIM). Die Ziegelei Gilardoni baute zwei neue Werke in Retzwiller (1926) und Wolfersdorf (1934).

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil Bevölkerung schon 1939 evakuiert. Nach der französischen Niederlage 1940 wurde das Elsass wieder deutsch. Damit begann eine Zeit der Unterdrückung. Es gab Verhaftungen, Verschleppung, Hinrichtungen. Elsässische Wehrpflichtige mussten an der Ostfront ohne Urlaub kämpfen. In verlustreichen Kämpfen konnte die Wehrmacht allmählich zurückgedrängt werden, wobei an der Larg ein Widerstandsnest erst am 20. Dezember 1944 aufgab. Niedersept (Seppois-le-Bas) wurde als erstes Dorf am 19. November befreit. Heute erinnern an manchen Orten im Sundgau noch Gedenktafeln an an den „glorreichen Marsch“ der Befreier unter General Lattre de Tassigny.

Nach dem KriegeBearbeiten

Die Landwirtschaft modernisierte sich nur langsam. Selbst die Flurbereinigung ließ sich zunächst nicht überall durchsetzen. Mit dem Rückgang der in der Landwirtschaft Beschäftigten (1975 nur noch 8,5 %)[25] stieg die Zahl der Berufspendler. Diese fanden Arbeit in und um Mühlhausen (neu ab 1962 im Peugeotwerk) und im Ballungsraum Basel, auch in der deutschen Nachbarschaft. Die Dörfer wurden vielfach zu Schlafstätten. Erst spät bekamen sie mit neuen „Lotissements“ (Wohnsiedlungen) und neuen Gewerbebetrieben Zuwachs. Die wirtschaftlichen Schwerpunkte blieben an der Peripherie, so auch das neue Industriegebiet von Ottmarsheim. Der Bau der Autobahnen A36 (in den Siebzigerjahren) und der A35 zog den Verkehr von der Sundgauquerachse der D 419 ab. Erfreulicherweise ging die Bevölkerung mit ihren traditionellen Fachwerkbauten in mustergültiger Weise pfleglich um, sodass die alten Dorfkerne fast überall ihren bodenständigen Charakter behalten haben.

(Der Text stützt sich im Wesentlichen auf das unten genannte Werk von Paul Stinzi)

Grafen im SundgauBearbeiten

LiutfridenBearbeiten

Die Liutfriden waren eine Linie des Geschlechts der Etichonen und stellten im 9. und 10. Jahrhundert die Grafen des Sundgau.

  • Hugo, Graf im Sundgau, 866/69 Laienabt von Münster-Granfelden
  • Liutfrid, 876/902 bezeugt, Graf im Sundgau, Bruder Hugos
  • Liutfrid, 986 Graf im Sundgau, vermutlich Urenkel des vorgenannten Liutfrids
  • Otto I. von Habsburg († 28. Juni 1046), Graf im Sundgau, Sohn der Ita von Lothringen und des Radbot

SundgaugrafenBearbeiten

Von 1125 bis 1324 waren die Grafen von Pfirt die Herren des Sundgau.

Landvögte im SundgauBearbeiten

  • Martin Malterer, X 1386 bei Sempach, 1381/84 österreichischer Landvogt im Elsass, Sundgau und Breisgau
  • Walter von der Altenklingen, † 1394/95, 1381/85 Landvogt im Aargau, Thurgau und Schwarzwald, 1386 Landvogt im Elsass und Burgund (Sundgau)
  • Friedrich III. von Teck, † 1390, 1359 österreichischer Landvogt in Schwaben, Elsass, Sundgau, Thurgau und Aargau (Zähringer)
  • Friedrich IV., † 1413, Sohn Friedrichs III., 1391 Herzog von Teck, Landvogt im Elsass (Zähringer)
  • Johann von Ochsenstein, 1384 Landvogt im Elsass und Sundgau, X 1386 bei Sempach
  • Smassmann (Maximin I.) von Rappoltstein, † 1451, 1406/08 österreichischer Landvogt im Elsass und Sundgau
  • Smassmann (Maximin I.) von Rappoltstein, † 1451, 1432/37 2. Mal österreichischer Landvogt im Elsass und Sundgau
  • Wilhelm I., † 1507, Herr von Rappoltstein, 1476/82 Landvogt in den vorderösterreichischen Landen
  • Wilhelm I., † 1507, Herr von Rappoltstein, 1486/87 2. Mal Landvogt in den vorderösterreichischen Landen
  • Rudolf Graf von Sulz, † 1535, Landgraf im Klettgau, 1520 königlicher Statthalter von Württemberg, 1523/35 Statthalter der vorderösterreichischen Lande

LiteraturBearbeiten

Paul Stinzi: Der Sundgau, Landschaft, Geschichte, Kultur. Freiburg im Breisgau 1985

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sundgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. siehe z. B. Klaus Malettke: Richelieu: Ein Leben im Dienste des Königs und Frankreichs. Verlag Ferdinand Schöningh, 2018, S. 735
  2. Raymond Woessner: La Route de la Carpe frîte dans le Sundgau : enjeu identitaire, enjeu territorial. In: Étangs. Paysages et pays d'étangs. VOL.56 / N°1-2, 2016, S. 12.
  3. Sundgau-Netz: Sundgau. Abgerufen am 8. März 2023.
  4. wie Nr. 2. S. 12.
  5. wie Nr.2, S. 7.
  6. Les étangs du Sundgau. Abgerufen am 8. März 2023.
  7. Carte géologique de la France. Abgerufen am 28. März 2021.
  8. Bilan: le fossé d'Alsace, une marge passive. Abgerufen am 8. Januar 2023 (französisch).
  9. Carte géologique Harmonisée du Haut-Rhin. brgm, abgerufen am 29. Januar 2023.
  10. P. Meyer, G. Bienz: Sundgau. In: Geographischer Exkursionsführer. Band 09. Basel 1982, S. 11.
  11. Petite région naturelle N° 11, Sundgau et Jura alsacien. In: Guide des sols d'Alsace, Karte S. 36. Abgerufen am 9. Februar 2023 (französisch).
  12. E. Claer: Les étangs du Sundgau. 2010, abgerufen am 28. März 2021.
  13. C. Sittler: Le Sundgau, aspect géologique et structural. Abgerufen am 28. März 2021.
  14. O.F.Geyer: Die Hochrhein-Regionen zwischen Bodensee und Basel. In: Sammlung geologischer Führer. Band 94. Berlin-Stuttgart 2003, S. 183–187.
  15. wie Anmerkung 5. S. 21.
  16. C.Sittler: Le Sundgau, aspect géologique et structural. Abgerufen am 28. März 2021.
  17. Carrière d'Altkirch. Abgerufen am 8. Januar 2023 (französisch).
  18. P.Meyer, G. Bienz: Sundgau. In: Geographischer Exkursionsführer der Region Basel. Band 09. Basel 1982, S. 20.
  19. P. Meyer, G.Bienz: Sundgau. In: Geographischer Exkursionsführer der Region Basel. Band 09. Basel, S. 12.
  20. Geologischer Atlas der Schweiz GA25. Abgerufen am 28. März 2021.
  21. Philippe Dollinger, Raymond Oberle: L'Histoire de l'Alsace. Colmar 1985, S. 5.
  22. Ein Jäger- und Sammlerlager in Morschwiller-le-Bas ... Abgerufen am 31. Mai 2023.
  23. Eugen Reinhard: Die Siedlungen im Sundgau. Bühl/Baden 1965, S. 39–42.
  24. wie Nr. 23. S. 60–61.
  25. André Munck u. a.: Le Guide du Sundgau. Strasbourg 1989, S. 26.