Spardorf

Gemeinde in Deutschland

Spardorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Spardorf
Spardorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Spardorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Uttenreuth
Höhe: 312 m ü. NHN
Fläche: 3,22 km2
Einwohner: 2248 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 697 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91080
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 154
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Erlanger Straße 40
91080 Uttenreuth
Website: www.spardorf.de
Erster Bürgermeister: Andreas Wasielewski (SPD)
Lage der Gemeinde Spardorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Spardorf liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Erlangen im Tal der Schwabach und unterhalb der Höhe von Marloffstein. Spardorf ist eine beliebte Wohngemeinde im Erlanger Umland.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Spardorf.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Marloffstein, Uttenreuth, Buckenhof, Erlangen

GeschichteBearbeiten

In Spardorf finden sich Siedlungsspuren, die auf eine vorchristliche Besiedlung hindeuten.[4]

Das Bestimmungswort des Ortsnamens leitet sich höchstwahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort "spar(we)" = Spatz, Sperling ab.[5][6][7]

Die älteste urkundliche Erwähnung des Namens Spardorf stammt aus dem Jahr 1305. Im Handlungsbuch der Nürnberger Patrizier Holzschuher steht der Eintrag „Sibito de Spardorf 1305“. Mindestens seit dem 15. Jahrhundert besaßen die Herrn von Streitberg in Spardorf einige Güter und Wälder als kaiserliche Lehen.[8]

Seit 1978 bildet die Gemeinde gemeinsam mit drei anderen Gemeinden die Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

CSU SPD Freie Wähler Unser Spardorf Neue Liste Gesamt
2002 4 2 6* 2 n.a. 14 Sitze
2008 3 2 4 1 2 12 Sitze
2014 2 3 3 1 3 12 Sitze
2020 3 5 3 3 14 Sitze
* Freie Wähler 2002 angetreten als Freie Wählergemeinschaft

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist Andreas Wasielewski (SPD).

Wappen und FlaggeBearbeiten

Wappen
Blasonierung:Gespalten von Silber und Rot, am Spalt überdeckt von einem von Schwarz und Silber gespaltenen Dachziegel, vorne ein schwarzes Deichselkreuz, hinten eine silberne Hirschstange mit aufgesteckter silberner Lilie.“[9]

Die Gemeinde führt seit 1978 ein Wappen

Wappenbegründung: Das Deichselkreuz stammt aus dem Wappen der Herren von Spardorf, die 1321 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die mit einer Lilie besteckte Hirschstange ist dem Wappen der Strobel entnommen, die ebenfalls im 14. Jahrhundert im Gemeindegebiet als Grundherren nachgewiesen sind. Der aufgelegte Ziegel steht redend für den seit 1718 bis heute in Spardorf betriebene Ziegelherstellung hin. Die Wappenfarben Silber und Rot stellen die Zugehörigkeit zu Franken dar, Silber und Schwarz erinnern an die einstige Territorialherrschaft der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz.[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Es sind eine Reihe kleinerer Unternehmen in den Branchen Immobilien, IT und Werbung ansässig, daneben hat die Landwirtschaft in Spardorf einige Bedeutung, 2014 wurden noch 44 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt.[11][12]

 
Blick vom Schwabachtal auf Spardorf mit der ehemaligen Ziegelei Schultheiß in der Bildmitte, 2011

Größter Betrieb war früher die ehemalige Ziegelei Schultheiß, die 1804 gegründet wurde.[13][14] Andere Quellen nennen das Jahr 1787.[15] Die Rohstoffe für die Herstellung von Ziegeln und Kalksandstein wurden im 20. Jahrhundert zeitweise über Lorenseilbahnen aus den Nachbarorten bezogen: Ton aus Marloffstein und Sand aus Buckenhof. Weitere bekannte Abbaugebiete liegen am Mistelberg in Kalchreuth (Ton) und zwischen Dormitz und Kleinsendelbach (Sand).[16] 2001 wurde die Produktion vom österreichischen Wienerberger-Konzern übernommen und 2005 geschlossen. Das angemietete Gelände wurde noch bis 2008 als Lager genutzt, die Maschinen abgebaut[17][18]. Im Winter 2011/2012 wurden fast alle Gebäude abgerissen. Den westlichen Schornstein erhielt man als Industriedenkmal. 2016 wurde der Schornstein um 15 m gekürzt[19] und die Mobilfunkantennen abgebaut. 2017 begann dann die Neubebauung im Südteil des Geländes unter der Bezeichnung Alte Ziegelei. Errichtet wurden mehrere Supermärkte, die im Herbst 2018 eröffnet wurden, später kamen noch ein neues großes Ärztehaus, eine Apotheke und ein Restaurant hinzu.[20][21]

Im nördlichen Teil des Geländes existierte bis 2003 der Klimatechnik-Betrieb Jackson Lufttechnik.[22] Das Gebäude wurde anschließend als Ärztehaus genutzt. Der derzeit unbebaute Nordteil des Geländes soll zur Wohnbebauung genutzt werden.[23]

MedienBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Staatsstraße 2242 führt nach Marloffstein (1,2 km nordöstlich) bzw. am Sieglitzhof vorbei nach Erlangen (4 km westlich). Die Staatsstraße 2240 führt nach Buckenhof (0,5 km südwestlich) bzw. nach Uttenreuth (1,2 km östlich). Eine Ortstraße führt in Nord-Süd-Richtung von der St 2242 zur St 2240.[2]

Spardorf ist direkt über die Buslinie 208 des Verkehrsverbundes im Großraum Nürnberg (VGN) an Erlangen angebunden, am Busbahnhof im Schwabachtal verkehren zudem die Linien 209 und 280 (Mo–Fr) sowie einige weitere Linien, die nur selten fahren. Früher lag Spardorf an der Sekundärbahn Erlangen–Gräfenberg.

Bildung und KulturBearbeiten

In Spardorf befinden sich das Emil-von-Behring-Gymnasium, eine Grundschule, die Ernst-Penzoldt-Mittelschule, die Erich-Kästner-Schule zur individuellen Lernförderung und zwei Kindergärten (Spatzennest und Buntspecht).

Freizeit und SportBearbeiten

Der örtliche Sportverein trägt den Namen VdS Spardorf (Verein der Sportfreunde). Es werden Fußball, Tennis, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Basketball, FitBoxing, Zumba und andere Sportarten angeboten.

Unabhängig vom Verein gibt es das Hallenbad Spardorf, wo das Schulschwimmen stattfindet, der SC Uttenreuth trainiert, aber auch Privatpersonen schwimmen gehen können.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Spardorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Spardorf im BayernAtlas
  3. Gemeinde Spardorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. September 2019.
  4. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Äußerst ungewöhnlicher Fund für die Region. (nordbayern.de [abgerufen am 28. September 2017]).
  5. SPARDORF. aus der Geschichte unserer Gemeinde. Woher kommt der Name Spardorf? - PDF. Abgerufen am 28. September 2017.
  6. Gerhard Köbler: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Abgerufen am 1. Oktober 2017.
  7. Nach W.-A. v. Reitzenstein, S. 211, ist das Bestimmungswort der Personenbeiname Sparo, der sich vom Familiennamen Spar ableitet, der seit dem 14. Jahrhundert im Nürnberger Raum bezeugt ist.
  8. Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018.
  9. Eintrag zum Wappen von Spardorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Spardorf. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 19. Januar 2021.
  11. Firmenverzeichnis | Gemeinde Spardorf. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2015 Gemeinde Spardorf. Bayerisches Landesamt für Statistik, 30. Juni 2016, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  13. 100 Jahre Ziegelarchitektur in Bayern - PDF. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  14. Nach den Ziegelbrennern werden Häuser hochgezogen. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  15. Dachziegel-Archiv: Gebr. Schultheiss, Ziegelwarenfabrik (Spardorf Ziegelei Schultheiss) | Firmeninformationen ab 1920 | Seite: 1936b. 10. Mai 2020, abgerufen am 10. Mai 2020.
  16. Tagebau - geschichtsspuren.de - Forum. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  17. Siegfried Balleis: Chronik 2001: www.balleis.de. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  18. Siegfried Balleis: Chronik 2005: www.balleis.de. Abgerufen am 5. Oktober 2017 (englisch).
  19. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Alte Ziegelei bei Erlangen um 15 Meter gekürzt. (nordbayern.de [abgerufen am 5. Oktober 2017]).
  20. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Spatenstich auf dem Ziegeleigelände in Spardorf. (nordbayern.de [abgerufen am 28. September 2017]).
  21. ᐅ Neueröffnung: Lidl in Spardorf | Eröffnungsdatum. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  22. Handelsregisterauszug des Amtsgerichts Fürth. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  23. Spardorf übt bei alter Ziegelei Vorkaufsrecht aus. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  24. Dr. Helmut Haberkamm