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Marktgemeinde
Sigmundsherberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sigmundsherberg
Sigmundsherberg (Österreich)
Sigmundsherberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 47,96 km²
Koordinaten: 48° 41′ N, 15° 45′ OKoordinaten: 48° 41′ 10″ N, 15° 44′ 47″ O
Höhe: 429 m ü. A.
Einwohner: 1.628 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3751
Vorwahl: 02983
Gemeindekennziffer: 3 11 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 50
3751 Sigmundsherberg
Website: www.sigmundsherberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Göd (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
11
4
4
11 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Sigmundsherberg im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Sigmundsherberg im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Sigmundsherberg ist eine Marktgemeinde mit 1628 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Sigmundsherberg liegt im Waldviertel in Niederösterreich am nordöstlichen Rand des Horner Beckens. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 47,95 Quadratkilometer. 28,51 Prozent der Fläche sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Jänner 1972 wuchs Sigmundsherberg: Die Gemeinden Sigmundsherberg, Rodingersdorf, Kainreith, Walkenstein, Brugg, Röhrawiesen und Missingdorf wurden zur Gemeinde Sigmundsherberg zusammengelegt.

NachbargemeindenBearbeiten

Geras Weitersfeld
Pernegg   Pulkau
Horn Meiseldorf

PostleitzahlenBearbeiten

Der Hauptort Sigmundsherberg, Missingdorf und Rodingersdorf haben die Postleitzahl 3751, Brugg, Kainreith, Röhrawiesen und Walkenstein die Postleitzahl 3752 und Theras die Postleitzahl 3742.

GeschichteBearbeiten

Anlässlich des Verkaufs zweier Lehen wurde Sigmundsherberg am 13. Juni 1302 erstmals schriftlich erwähnt. Das Stift Geras hatte die Grundherrschaft, aber sowohl das Geschlecht der Dachsberger als auch die Eyczinger hatten hier Grundbesitz. 1425 verwüsteten die Hussiten den Ort, aber die kaiserlichen Truppen, die 1619/1620 auf dem Weg nach Böhmen hier durchzogen, waren um nichts besser.

Dass Sigmundsherberg 1795 zum Werbebezirk des Regimentes Ferdinand Toskana gehörte, änderte nichts daran, dass es in Wirklichkeit bedeutungslos war. In den Jahren 1867 bis 1870 wurde die Franz-Josefs-Bahn durch den Ort geführt. 1872 wurde eine Verbindungsbahn nach Zellerndorf errichtet und 1889 die Kamptalbahn. Innerhalb von zwölf Jahren war aus Sigmundsherberg ein Bahnknotenpunkt geworden und hatte trotzdem im Jahre 1880 erst 28 Häuser und 251 Einwohner. 1900 gab es schon 49 Häuser und 538 Einwohner. In einem dieser Häuser war der am 20. Oktober 1892 errichtete Gendarmerieposten untergebracht.

1902 erhielt die Franz-Josefs-Bahn ihr zweites Gleis und 1911 Sigmundsherberg den elektrischen Strom. 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, 1915 wurde hier mit dem Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg eines der größten Kriegsgefangenenlager (für 125.000 Gefangene) der österreichisch-ungarischen Monarchie errichtet (mit eigenem Gleisanschluss) und ursprünglich mit russischen, ab 1916 aber italienischen Gefangenen belegt. Das Lager bestand bis 1919, traurige Erinnerung daran ist der immer noch bestehende Lagerfriedhof.

Wegen der Inflation nach dem Krieg gab die Gemeinde Sigmundsherberg Notgeld aus, das in der Zeit vom 1. bis 31. Dezember 1920 in gesetzliches Geld rückgewechselt wurde. Gedruckt wurde dieses Geld von der Druckerei Berger in Horn. 1919 wurde ein Kino eröffnet und 1920 die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1923 gab es 102 Häuser und 906 Einwohner.

Am 15. September 1938 wurden im Zuge der Sudetenlandbesetzung Panzer- und Flakeinheiten in Sigmundsherberg einquartiert. Der 20. Oktober 1938 brachte die Zusammenlegung der Gemeinden Sigmundsherberg, Maigen, Rodingersdorf, Kainreith, Walkenstein, Brugg, Röhrawiesen, Stockern und Klein Meiseldorf zur Großgemeinde Sigmundsherberg mit einer Einwohnerzahl von 3.021 Einwohnern. 1946 wurde diese Großgemeinde wieder aufgelöst. 1959 wurde die Franz-Josefs-Bahn zwischen Sigmundsherberg und Gmünd wieder eingleisig geführt und von Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt.

Der Landtag von Niederösterreich beschloss 1961 die Markterhebung von Sigmundsherberg, die Markterhebungsfeiern fanden am 27. Mai 1962 statt. Ab 1967 wurde auf der Bahnstrecke zwischen Absdorf und Sigmundsherberg ebenfalls ein Gleis abgebaut.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


Die Abnahme der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten setzt sich zu etwa einem Drittel aus negativer Geburtenbilanz und zu zwei Drittel aus negativer Wanderungsbilanz zusammen.[2]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Siehe auch Liste der Kellergassen in Sigmundsherberg

MuseenBearbeiten

  • Das Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg wurde 1987 eröffnet. Es vermittelt Informationen zur Kamptalbahn, zur Franz-Josefs-Bahn und zu den verschiedenen ehemaligen und aktuellen Lokomotiven der ÖBB, BBÖ usw. vermittelt. Dieseltriebwagen der Kamptalbahn können ebenfalls besichtigt werden.
  • Motorradmuseum Sigmundsherberg: Seit 2009 befindet sich das 1980 in Eggenburg gegründete 1. Österreichische Motorradmuseum – Sammlung Ehn in Sigmundsherberg.[3]
  • Oldtimermuseum, Kraftfahrzeugmuseum Sigmundsherberg: Seit 2010 wird hier anhand von über 150 Exponaten die Geschichte zahlreicher Automarken aus den USA und Europa dokumentiert.[4]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 50, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 120. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 777. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,28 Prozent.

In Österreich wurden nur in Sigmundsherberg bis 2010 Oblaten erzeugt. In Rodingersdorf sitzt mit dem Verlag Esterbauer der Herausgeber einer breit gefächerten Serie von Radtourenbüchern („bikeline“), Mountainbike-, Skate- und Wanderführern. Er entwickelte sich um 1985 in Wien aus der Radfahrinitiative ARGUS.

Regionale Zusammenarbeit

Die Marktgemeinde Sigmundsherberg ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

VerkehrBearbeiten

Sigmundsherberg ist ein Eisenbahnknoten an der Franz-Josefs-Bahn und an der Kamptalbahn. Die ÖBB betreiben den Bahnhof Sigmundsherberg. Der Bahnhof Kainreith-Walkenstein an der Franz-Josefs-Bahn wurde 1994 aufgelassen. Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Sigmundsherberg, Missingdorf und Rodingersdorf Haltestellen der Linie 1251 (RetzJetzelsdorf), in Sigmundsherberg, Brugg, Kainreith, Röhrawiesen, Theras und Walkenstein Haltestellen der Linie 1253 (HornEggenburg) sowie in Sigmundsherberg, Missingdorf und Rodingersdorf Haltestellen der Linie 1351 (Horn – Weitersfeld) an. In den Nächten von Samstag auf Sonntag verkehrt der N8BUZZ (Schweinburg – Eggenburg – Horn), um Jugendliche von und zu Diskotheken in den beiden Bezirkszentren Horn und Eggenburg zu transportieren.

Die Pulkautal Straße (B45) führt durch Sigmundsherberg.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Im Gemeinderat gibt es insgesamt 19 Sitze.
Seit der Gemeinderatswahl am 25. Jänner 2015 gilt folgende Mandatsverteilung:

Partei Sitze
ÖVP 11
SPÖ 4
BÜRGERLISTE LEBENSWERTES SIGMUNDSHERBERG 4

BürgermeisterBearbeiten

  • 1920–1923: Josef Bachmaier
  • 1923–1934: Anton Huber
  • 1934–1938: Franz Stift
  • 1938–1945: Franz Siegert
  • 1945–1962: Josef Gassner (SPÖ)
  • 1962–1986: Ernest Schmid
  • 1986–2005: Josef Waldher
  • seit 2005: Franz Göd (ÖVP)

PartnergemeindenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Josef Waldher (1936–2018), Bürgermeister von Sigmundsherberg 1986–2005[5]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Josef Gassner (1890–1969), niederösterreichischer Politiker, Landtagsabgeordneter und Bundesrat, von 1945 bis 1962 Bürgermeister von Sigmundsherberg, wurde in Sigmundsherberg geboren.
  • Ernst Magerl (1896–1988), niederösterreichischer Politiker, Bezirksrichter und Landtagsabgeordneter, wurde in Rodingersdorf geboren.
  • Karl Hrdlicka (1908–1989), niederösterreichischer Politiker und Landtagsabgeordneter, wurde in Sigmundsherberg geboren.
  • Robert Krapfenbauer (1923–2005), österreichischer Statiker und Bauingenieur, wurde in Rodingersdorf geboren.
  • Kurt Ohnsorg (1927–1970), Bildhauer und Keramiker, wurde in Sigmundsherberg geboren.

LiteraturBearbeiten

  • Dehio Niederösterreich – nördlich der Donau. Wien: Anton Schroll 1990, ISBN 3-7031-0652-2.
  • Erwin Frank: ... aus unserer Heimatgeschichte. Chronik des Ortes Sigmundsherberg. Sigmundsherberg 2006.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Sigmundsheberg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 2. Oktober 2019.
  3. Website des Motorradmuseums
  4. Website des Kraftfahrzeugmuseums
  5. https://www.noen.at/horn/sigmundsherberg-josef-waldher-ist-tot-trauer-um-altbuergermeister-todesfall-altbuergermeister-89375430# (abgerufen am 13. Februar 2019)