Altenburg (Niederösterreich)

Gemeinde in Niederösterreich, Österreich

Altenburg ist eine Gemeinde in Niederösterreich im Bezirk Horn im Waldviertel. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Horn.

Altenburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Altenburg
Altenburg (Niederösterreich) (Österreich)
Altenburg (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 28,13 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 15° 35′ OKoordinaten: 48° 39′ 0″ N, 15° 35′ 0″ O
Höhe: 388 m ü. A.
Einwohner: 801 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 3591
Vorwahl: 02982
Gemeindekennziffer: 3 11 01
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Zwettler Straße 16
3591 Altenburg
Website: www.altenburg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Markus Reichenvater (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
11
3
1
11 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Altenburg im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Altenburg (Niederösterreich) im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Altenburg mit dem Stift im Vordergrund.
Blick auf Altenburg mit dem Stift im Vordergrund.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt vier Kilometer südwestlich von Horn im Waldviertel im Bundesland Niederösterreich. Die Seehöhe in der Ortsmitte liegt bei 388 Metern. Die Fläche des Ortes umfasst 28,13 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 801 (Stand 1. Jänner 2021).

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenburg, Burgerwiesen, Fuglau, Mahrersdorf und Steinegg.

Die Gemeinde Altenburg ist Mitglied der Kleinregion Kamp-Taffatal.

NachbargemeindenBearbeiten

Röhrenbach St. Bernhard-Frauenhofen Horn
Pölla
Bez. Zwettl
  Rosenburg-Mold
St. Leonhard am Hornerwald
Bez. Krems-Land
Gars am Kamp

GeschichteBearbeiten

Das 1144 gegründete Benediktinerstift Altenburg (Stiftungsurkunde)[2] hat die Geschichte von Altenburg maßgeblich mitgeprägt.

In seiner Topografie aus dem Jahr 1839 gibt F. X. Joseph Schweikhardt für Altenburg 44 Häuser an, in denen 68 Familien (128 männlich, 125 weiblich) und 23 Schulkinder wohnen. Angeführt wird ferner ein Chirurg, der Wund- und Geburtsarzt ist, ein Huf- und Curschmied (in der Bedeutung Heilschmied, „Pferdearzt“, beschlägt die Pferde und behandelt „Satteldrücken“), zwei Wirte, ein Fleischhauer, ein Binder, ein Weber, drei Schuhmacher und zwei Schneider. Zum Viehbestand wird angemerkt: 18 Pferde, 45 Ochsen, 73 Kühe, neun Ziegen, 582 Schafe und 52 Schweine (inkl. herrschaftlichem Viehbestand)[3]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Altenburg ein Arzt, zwei Verkehrsunternehmen, ein Bäcker, ein Fleischer, zwei Friseure, drei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, ein Sattler, ein Schmied, ein Schneider und eine Schneiderin, ein Schuster, ein Stechviehhändler, ein Tischler, ein Viktualienhändler, ein Wagner, ein Zahltechniker und mehrere Landwirte ansässig. Zudem betrieb das Stift Altenberg eine Ziegelei.[4] Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden für ein Monat lang ungarische Juden auf einem Gehöft als Zwangsarbeiter eingesetzt.[5] Die heutige Gemeinde Altenburg entstand aus dem Zusammenschluss von Altenburg (mit den Ortsteilen Burgerwiesen und Steinegg) und Mahrersdorf zum 1. Januar 1968 sowie der Eingemeindung von Fuglau zum 1. Januar 1970.[6]

La-Tène-Siedlung am Kamp

In der Kampschlinge (Umlaufberg) bei Altenburg wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine latènezeitliche keltische Siedlung ausgegraben. Feuerstellen, Eisenschmelzöfen, Steinsetzungen und Pflasterungen wurden freigelegt. An Fundstücken waren Streufunde aus der Jungsteinzeit (11.500 bis 2.200 v. Chr.) und der Hallstattzeit (800 bis 475 v. Chr.), vor allem aber aus der La-Tène-Zeit (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) vorhanden. Eisenwerkzeuge (Messer, Nägel, Klammern), Schwertscheidenteile, Beile, Glasperlen und Keramiken (Tontopf-, Schalenfragmente) deuten auf eine unbefestigte Siedlung hin. Der zeitliche Siedlungs-Schwerpunkt lag in der Mittel- und Spätlatènezeit, einige Keramikfragmente weisen jedoch auf eine Besiedlung bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. hin.[7]

WappenBearbeiten

Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 25. Juni 1996 erhielt die Gemeinde Altenburg ein Gemeindewappen verliehen.
Blasonierung: „Schräglinks geteilt, oben in Blau ein aus der Teilungslinie wachsender, gequaderter silberner Turm mit fünf Zinnen, offenem Tor und Rundbogenfenster, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein linksgeneigter Rosenstock mit drei roten Rosen und grünen Blättern.“
Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß.[8]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl steigt seit 1981, dafür ist vor allem die positive Wanderungsbilanz ausschlaggebend.[9]


PolitikBearbeiten

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2010 Johann Sodeck (ÖVP)
  • seit 2010 Markus Reichenvater (ÖVP)[16]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Burgruine Steinegg
 
Burgruine Mahrersdorf
 
Glockenturm Burgerwiesen
 
Pfarrkirche Fuglau
 
Ortskapelle Mahrersdorf
 
Rauschermühle

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2010 gab es 29 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 14 Haupterwerbsbetriebe.[21] Im Produktionssektor waren in fünf Betrieben 32 Arbeitnehmer beschäftigt, fünfzehn mit der Herstellung von Waren und siebzehn im Bau. Der Dienstleistungssektor gab in 33 Betrieben 110 Menschen Arbeit, drei Vierteln in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[22][23]

Ansässige Unternehmen
  • Klein Fahrzeugbau GmbH, Altenburg
  • Bäckerei Wögenstein, Altenburg
  • Malerbetrieb Manfred Strupp, Fuglau
  • Haarstudio Rabl, Burgerwiesen
  • Automobil-Rennstrecke Nordring Fuglau: In Fuglau befindet sich mit dem Nordring (ursprünglich Muckgrubenring und Britaxring) eine Automobil-Rennstrecke, auf der seit Mitte der 1970er Jahre nationale und internationale Rallycross- und Autocross-Rennen ausgetragen werden, darunter bereits viele FIA-Europameisterschaftsläufe. Der Betreiber des Nordrings ist der Fuglauer Gastwirt Franz Eisenhauer.

VerkehrBearbeiten

BildungBearbeiten

  • Kindergarten[24]
  • Volksschule Altenburg[25]
  • Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich – Regionales Bildungswerk Altenburg[26]

SicherheitBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Altenburg
  • Freiwillige Feuerwehr Fuglau

VereineBearbeiten

  • Dorferneuerungsverein Altenburg
  • Elternverein Altenburg
  • „in medias res“ Verein für Kunst und Neue Medien
  • Jugendgruppe „step by step“
  • Kameradschaftsbund Altenburg-Fuglau
  • Katholische Männerbewegung Altenburg
  • Seniorenverein Altenburg
  • Landjugend Altenburg
  • StiftsKirchenChor Altenburg[27]
  • Musikkapelle Altenburg[28]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Leopold Pau(e)r (1735–1800), Jurist, Stadtplaner, Hygieniker.[29]
  • Berthold Gamerith (1758–1834), österreichischer Zisterzienser und Abt
  • Honorius Burger (1788–1878), Benediktinerpater und Historiker, lebte im Stift Altenburg.
  • Christian Haidinger (* 1944), war von 2006 bis 2014 Abt des Stifts Altenburg.
  • Dieter O. Holzinger (1941–2006), Autor, Film-, Fernseh- und Theaterregisseur, 1987–2004 Intendant der Altenburger Sommerspiele.
  • Michael A. Mohapp (1958–2015), Schauspieler und Kabarettist, 2004–2011 Intendant der Altenburger Sommerspiele.
  • Raymundus Regondi (1652–1715), war Abt des Stifts Altenburg.
  • Thomas Renner (* 1971), regierender Abt des Stifts Altenburg

LiteraturBearbeiten

  • Honorius Burger: Geschichtliche Darstellung der Gründung und Schicksale des Benediktinerstiftes S. Lambert zu Altenburg in Nieder-Österreich, dessen Pfarren und Besitzungen, und mehrerer hiesige Gegend betreffender Ereignisse. Wien 1862.
  • Albert Groiß, Werner Telesko: Stift Altenburg. Mittelalterliches Kloster und barocker Kosmos. Wien 2007, ISBN 978-3-85033-103-6.
  • Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200.
  • Wilhelm Scheidl: Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Altenburg. In: Das Waldviertel 31. Jahrgang, H. 1–3, 1982, S. 4–13.
  • Wilhelm Scheidl: Ortsgeschichte von Altenburg 1938–1946. Altenburg 1991.
  • Gregor Schweighofer: Poigreich-Führer. 2. Auflage. Horn 2008, ISBN 978-3-85028-464-6.
  • Renate Seebauer: Historische Reise durch sieben Jahrhunderte. Altenburg – Burgerwiesen – Fuglau – Mahrersdorf – Steinegg. LIT, Wien 2016, ISBN 978-3-643-50722-8.
  • Renate Seebauer: Lehrer sein in Altenburg und Fuglau – Vor und nach dem Reichsvolksschulgesetz. In: Horner Kalender 2021. Horn 2020, S. 99–120.

WeblinksBearbeiten

Commons: Altenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Vollbild der Stiftungsurkunde bei Urkunde: Urkunden (1144-1943) 1144 VII 25 im europäischen Urkundenarchiv Monasterium.net.
  3. Franz Xavier Joseph Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums unter der Enns … 1. Band, Viertel Ober-Manhardsberg, Wien 1839, S. 3f.
  4. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 186 (PDF).
  5. Zwangsarbeitslager für ungarische Juden in Österreich, Eintrag Altenburg auf deutschland-ein-denkmal.de.
  6. Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200.
  7. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z. Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 42 f.
  8. Kundmachung der Niederösterreichischen Landesregierung (Memento vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive) vom 29. August 1996.
  9. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 9. September 2019.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 16. April 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 16. April 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 16. April 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 16. April 2010.
  14. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 16. April 2020.
  15. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Altenburg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 16. April 2020.
  16. Markus Reichenvater neuer Ortschef. 21. Februar 2020, abgerufen am 21. Februar 2020.
  17. Eintrag von Gerhard Reichhalter zu Tursenstein in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 7. September 2016.
  18. Eintrag über Burgruine Tursenstein auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  19. Ruine Steinegg auf altemauern.info
  20. Eintrag über Burgruine Steinegg auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  21. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 9. September 2019.
  22. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Arbeitstätten. (PDF) Abgerufen am 9. September 2019.
  23. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Beschäftigte. (PDF) Abgerufen am 9. September 2019.
  24. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  25. Website der Volksschule Altenburg
  26. Website des Regionalen Bildungswerks
  27. Über uns. Webpräsenz des StiftsKirchenChores Altenburg, abgerufen am 21. Mai 2019.
  28. Martin Wadsack: Musica sacra. (PDF) In: Pfarrblatt Altenburg, April 2019. S. 2, abgerufen am 21. Mai 2019.
  29. Renate Seebauer: Leopold Pau(e)r (1735–1800). Der Jurist und seine Stadt im Traume – Stadtplaner, Hygieniker ... Phantast und Meister der Selbstinszenierung. In: Waldviertler Biographien. Band 4, Waidhofen/Thaya 2015, ISBN 978-3-900708-31-3, S. 73–90.