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Altenburg (Niederösterreich)

Gemeinde in Niederösterreich, Österreich
Altenburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Altenburg
Altenburg (Niederösterreich) (Österreich)
Altenburg (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 28,1 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 15° 35′ OKoordinaten: 48° 39′ 0″ N, 15° 35′ 0″ O
Höhe: 388 m ü. A.
Einwohner: 828 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 3591
Vorwahl: 02982
Gemeindekennziffer: 3 11 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zwettler Straße 16
3591 Altenburg
Website: www.altenburg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Markus Reichenvater (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
11
2
2
11 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Altenburg im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Altenburg (Niederösterreich) im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Altenburg.
Blick auf Altenburg.
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Turm der Stiftskirche Altenburg.
Fresko Bibliothek Stift Altenburg.

Altenburg ist eine Gemeinde in Niederösterreich im Bezirk Horn im Waldviertel. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Horn.

GeographieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Ort liegt vier Kilometer südwestlich von Horn im Waldviertel im Bundesland Niederösterreich. Die Seehöhe in der Ortsmitte liegt bei 388 Metern. Die Fläche des Ortes umfasst 28,1 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 828 (Stand 1. Jänner 2019).

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenburg, Burgerwiesen, Fuglau, Mahrersdorf und Steinegg.

Die Gemeinde Altenburg ist Mitglied der Kleinregion Kamp-Taffatal.

NachbargemeindenBearbeiten

Röhrenbach St. Bernhard-Frauenhofen Horn
Pölla
Bez. Zwettl
  Rosenburg-Mold
St. Leonhard am Hornerwald
Bez. Krems-Land
Gars am Kamp

GeschichteBearbeiten

Das 1144 gegründete Benediktinerstift Altenburg hat die Geschichte von Altenburg maßgeblich mitgeprägt. Die heutige Gemeinde Altenburg entstand aus dem Zusammenschluss von Altenburg (mit den Ortsteilen Burgerwiesen und Steinegg) und Mahrersdorf zum 1. Januar 1968 sowie der Eingemeindung von Fuglau zum 1. Januar 1970.[2]

La-Tène-Siedlung am Kamp

In der Kampschlinge (Umlaufberg) bei Altenburg wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine latènezeitliche keltische Siedlung ausgegraben. Feuerstellen, Eisenschmelzöfen, Steinsetzungen und Pflasterungen wurden freigelegt. An Fundstücken waren Streufunde aus der Jungsteinzeit (11.500 bis 2.200 v. Chr.) und der Hallstattzeit (800 bis 475 v. Chr.), vor allem aber aus der La-Tène-Zeit (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) vorhanden. Eisenwerkzeuge (Messer, Nägel, Klammern), Schwertscheidenteile, Beile, Glasperlen und Keramiken (Tontopf-, Schalenfragmente) deuten auf eine unbefestigte Siedlung hin. Der zeitliche Siedlungs-Schwerpunkt lag in der Mittel- und Spätlatènezeit, einige Keramikfragmente weisen jedoch auf eine Besiedlung bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. hin.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl steigt seit 1981, dafür ist vor allem die positive Wanderungsbilanz ausschlaggebend.[4]

 


Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

  • Dorferneuerungsverein Altenburg
  • Elternverein Altenburg
  • „in medias res“ Verein für Kunst und Neue Medien
  • Jugendgruppe „step by step“
  • Kameradschaftsbund Altenburg-Fuglau
  • Katholische Männerbewegung Altenburg
  • Seniorenverein Altenburg
  • Landjugend Altenburg
  • StiftsKirchenChor Altenburg[9]
  • Musikkapelle Altenburg[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Jahr 2010 gab es 29 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 14 Haupterwerbsbetriebe.[11] Im Produktionssektor waren in fünf Betrieben 32 Arbeitnehmer beschäftigt, fünfzehn mit der Herstellung von Waren und siebzehn im Bau. Der Dienstleistungssektor gab in 33 Betrieben 110 Menschen Arbeit, drei Vierteln in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[12][13]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • Klein Fahrzeugbau GmbH, Altenburg
  • Bäckerei Wögenstein, Altenburg
  • Malerbetrieb Manfred Strupp, Fuglau
  • Haarstudio Rabl, Burgerwiesen
  • Automobil-Rennstrecke Nordring Fuglau: In Fuglau befindet sich mit dem Nordring (ursprünglich Muckgrubenring und Britaxring) eine Automobil-Rennstrecke, auf der seit Mitte der 1970er Jahre nationale und internationale Rallycross- und Autocross-Rennen ausgetragen werden, darunter bereits viele FIA-Europameisterschaftsläufe. Der Betreiber des Nordrings ist der Fuglauer Gastwirt Franz Eisenhauer.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Altenburg
  • Freiwillige Feuerwehr Fuglau

VerkehrBearbeiten

Altenburg, Burgerwiesen und Fuglau liegen an der Böhmerwald Straße B 38. Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Altenburg, Burgerwiesen und Fuglau mehrere Haltestellen der Linie 1923 (HornRastenfeld) an. Der nächstgelegene Bahnhof der ÖBB ist Rosenburg an der Kamptalbahn. Der 115,6 km lange Kamptalweg mit seinem Ausgangspunkt in Altenwörth und seinem Zielpunkt in Zwettl führt durch Altenburg.

BildungBearbeiten

  • Volksschule Altenburg[14]
  • Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich – Regionales Bildungswerk Altenburg[15]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

BürgermeisterBearbeiten

  • bis 2010 Johann Sodeck (ÖVP)
  • seit 2010 Markus Reichenvater (ÖVP)

WappenBearbeiten

Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 25. Juni 1996 erhielt die Gemeinde Altenburg ein Gemeindewappen verliehen.
Blasonierung: „Schräglinks geteilt, oben in Blau ein aus der Teilungslinie wachsender, gequaderter silberner Turm mit fünf Zinnen, offenem Tor und Rundbogenfenster, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein linksgeneigter Rosenstock mit drei roten Rosen und grünen Blättern.“
Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß.[16]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Leopold Pau(e)r (1735–1800), Jurist, Stadtplaner, Hygieniker.[17]
  • Berthold Gamerith (1758–1834), österreichischer Zisterzienser und Abt
  • Honorius Burger (1788–1878), Benediktinerpater und Historiker, lebte im Stift Altenburg.
  • Christian Haidinger (* 1944), war von 2006 bis 2014 Abt des Stifts Altenburg.
  • Dieter O. Holzinger (1941–2006), Autor, Film-, Fernseh- und Theaterregisseur, 1987–2004 Intendant der Altenburger Sommerspiele.
  • Michael A. Mohapp (1958–2015), Schauspieler und Kabarettist, 2004–2011 Intendant der Altenburger Sommerspiele.
  • Raymundus Regondi (1652–1715), war Abt des Stifts Altenburg.
  • Thomas Renner (* 1971), regierender Abt des Stifts Altenburg

LiteraturBearbeiten

  • Honorius Burger: Geschichtliche Darstellung der Gründung und Schicksale des Benediktinerstiftes S. Lambert zu Altenburg in Nieder-Österreich, dessen Pfarren und Besitzungen, und mehrerer hiesige Gegend betreffender Ereignisse. Wien 1862.
  • Albert Groiß, Werner Teleskop: Stift Altenburg. Mittelalterliches Kloster und barocker Kosmos. Wien 2007, ISBN 978-3-85033-103-6.
  • Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200.
  • Wilhelm Scheidl: Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Altenburg. In: Das Waldviertel 31. Jg., H. 1–3 (1982), S. 4–13.
  • Wilhelm Scheidl: Ortsgeschichte von Altenburg 1938–1946. Altenburg 1991.
  • Gregor Schweighofer: Poigreich-Führer. 2. Aufl., Horn 2008, ISBN 978-3-85028-464-6.
  • Renate Seebauer: Historische Reise durch sieben Jahrhunderte. Altenburg – Burgerwiesen – Fuglau – Mahrersdorf – Steinegg. LIT, Wien 2016. ISBN 978-3-643-50722-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Altenburg (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200.
  3. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 42 f.
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 9. September 2019.
  5. Eintrag von Gerhard Reichhalter zu Tursenstein in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 7. September 2016.
  6. Eintrag über Burgruine Tursenstein auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  7. Ruine Steinegg auf altemauern.info
  8. Eintrag über Burgruine Steinegg auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  9. Über uns. Webpräsenz des StiftsKirchenChores Altenburg, abgerufen am 22. Mai 2012.
  10. Martin Wadsack: Musica sacra. In: Pfarrblatt Altenburg, April 2019. S. 2, abgerufen am 22. Mai 2012.
  11. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 9. September 2019.
  12. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Arbeitstätten. Abgerufen am 9. September 2019.
  13. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Altenburg, Beschäftigte. Abgerufen am 9. September 2019.
  14. Website der Volksschule Altenburg
  15. Website des Regionalen Bildungswerks
  16. Kundmachung der Niederösterreichischen Landesregierung (Memento vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive) vom 29. August 1996.
  17. Renate Seebauer: Leopold Pau(e)r (1735-1800). Der Jurist und seine Stadt im Traume – Stadtplaner, Hygieniker ... Phantast und Meister der Selbstinszenierung. In: Waldviertler Biographien, Band 4, Waidhofen/Thaya 2015; S. 73–90. ISBN 978-3-900708-31-3.