Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Berliner Regierungsbehörde

Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa (kurz: SenKultEu) ist eine von zehn Fachverwaltungen des Berliner Senats im Range eines Landesministeriums und als solche Teil der Landesregierung sowie zuständige oberste Landesbehörde für Kultur- und Europapolitik in der deutschen Hauptstadt.

Senatsverwaltung für Kultur und Europa
– SenKultEu –

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Staatliche Ebene Berlin
Stellung Oberste Landesbehörde
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa
Netzauftritt www.berlin.de

Derzeitiger Kultur- und Europasenator ist seit Dezember 2016 Klaus Lederer (Die Linke). Er wird durch zwei Staatssekretäre unterstützt: Torsten Wöhlert ist als Staatssekretär für den Bereich Kunst und Kultur verantwortlich, Gerry Woop (Die Linke) für den Bereich der Europapolitik.[1]

Aufgaben und OrganisationBearbeiten

Die Senatsverwaltung gliedert sich in die zwei jeweils einem Staatssekretär zugeordneten Hauptbereiche Kultur und Europa. Torsten Wöhlert zeichnet als Staatssekretär für den Bereich Kunst und Kultur verantwortlich, Gerry Woop (Die Linke) für den Bereich der Europapolitik. Gemeinsam verantworten beide die Querschnittsabteilung SE (Service) für allgemeine Personal- und Finanzangelegenheiten.[2]

Abteilung I (Kultur und Service)Bearbeiten

Die von Konrad Schmidt-Werthern geleitete Abteilung untergliedert sich in die Bereiche Kultur und Service.

Der Querschnittsbereich Service untergliedert sich in drei sogenannte Serviceeinheiten (SE):

  • SE 1: Finanzen / Prüfgruppe
  • SE 2: Personal und Innere Dienste
  • SE 3: Informations- und Kommunikationsmanagement

Die Abteilung Kultur untergliedert sich in folgende Referate:

  • A: Förderung von Künstlerinnen, Künstlern, Projekten und Freien Gruppen
  • B: Einrichtungsförderung für Bühnen, Orchester, Tanz, Literatur, Interdisziplinäre Einrichtungen
  • C: Einrichtungsförderung für Gedenkstätten, Museen, Bildende Kunst

Der Kultur-Abteilung nachgeordnete Einrichtungen sind das Brücke-Museum und die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Mit der Kulturprojekte Berlin GmbH hat die Senatsverwaltung für Kultur und Europa eine landeseigene GmbH geschaffen, die u. a. im Auftrag des Landes Berlin kulturelle Großveranstaltungen wie die Berlin Art Week, Lange Nacht der Museen oder die Jubiläen zum Mauerfall eigenständig konzipiert, umsetzt und selbst finanziert.[3] Gegenwärtiger Aufsichtsratschef ist Kultursenator Klaus Lederer.[4]

Die Senatsverwaltung vergibt z. B. regelmäßig Arbeits- und Recherchestipendien an in Berlin lebende Schriftsteller. Die Vergabe erfolgt auf der Grundlage von Bewerbungen durch eine unabhängige Jury. 2019 gehörten der Jury an: Nico Bleutge, Paula Fürstenberg, Martin Jankowski, Sonja Longolius, Annika Reich und Paul Wrusch. 2019 wurden 20 Jahresstipendien und neun Vierteljahresstipendien vergeben, die mit monatlich 2000 Euro dotiert waren. Die Gesamtförderungssumme betrug 552.000 Euro.[5]

Abteilung II (Grundsatz)Bearbeiten

Die von Helge Rehders geleitete Grundsatzabteilung untergliedert sich in drei Referate

  • A: Grundsatz und Recht
  • B: Bau und Liegenschaften
  • C: Stadtkultur, Bibliotheken, Archive, Musik- und Jugendkunstschulen

Der Grundsatzabteilung nachgeordnet ist das Berliner Landesarchiv.

In der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung hat die Senatsverwaltung für Kultur und Europa seit Anfang 2020 ihre maßgeblichen Initiativen zur Realisierung chancengleicher kultureller Teilhabe in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft zusammengeführt, namentlich die Geschäftsbereiche Diversitätsentwicklung Diversity.Arts.Culture,[6] Kulturelle Bildung mit dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und der Datenbank Kubinaut[7] sowie Teilhabeforschung.

Abteilung III (Europa)Bearbeiten

Die Abteilung wird von Ute Herdmann geleitet und untergliedert sich in das EU-Referat für Angelegenheiten der Europäischen Union und das Brüsseler Büro des Landes Berlin bei der EU. Ferner sind ihm der Berliner Beauftragte für Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie die Oberste Denkmalschutzbehörde (mit Zuständigkeit für Fragen des UNESCO-Weltkulturerbes) unterstellt. Nachgeordnete Einrichtung ist das Landesdenkmalamt.

Berlins Kultursenatoren seit 1977Bearbeiten

  • Vom 11. Juni 1981 bis 17. März 1983 war die Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten in die Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kulturelle Angelegenheiten eingegliedert.
  • Am 25. Januar 1996 wurde die Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten erneut in die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur eingegliedert und 2006 schließlich in die Senatskanzlei integriert.
  • Zum 8. Dezember 2016 wurde die Kulturverwaltung neu gebildet aus den bisherigen Geschäftsbereichen „Kultur“ und „Europaangelegenheiten“ der Senatskanzlei.
Senator/in Partei Amtsbeginn Amtsende Ressortbezeichnung
Dieter Sauberzweig SPD 12. Mai 1977 11. Juni 1981 Kulturelle Angelegenheiten
Wilhelm Kewenig CDU 11. Juni 1981 17. April 1986 Wissenschaft und Kulturelle Angelegenheiten
Volker Hassemer CDU 17. März 1983 16. März 1989 Kulturelle Angelegenheiten
Anke Martiny SPD 16. März 1989 24. Januar 1991 Kulturelle Angelegenheiten
Ulrich Roloff-Momin parteilos 24. Januar 1991 25. Januar 1996 Kulturelle Angelegenheiten
Peter Radunski CDU 25. Januar 1996 9. Dezember 1999 Wissenschaft, Forschung und Kultur
Christa Thoben CDU 9. Dezember 1999 24. März 2000
Christoph Stölzl parteilos/CDU 13. April 2000 16. Juni 2001
Adrienne Goehler parteilos 16. Juni 2001 17. Januar 2002
Thomas Flierl PDS 17. Januar 2002 23. November 2006
vakant 2006 2016 Kultur als Geschäftsbereich der Senatskanzlei
Klaus Lederer Die Linke 8. Dezember 2016 im Amt Kultur und Europa

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leitung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, abgerufen am 11. Mai 2017
  2. Organigramm der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, abgerufen am 14. Juni 2017
  3. Kulturprojekte Berlin: „Ihr seid doch so Stadtmarketing-Heinis“. 23. Mai 2016, abgerufen am 12. Dezember 2019 (deutsch).
  4. Isabell Jürgens und Gerlinde Schulte: Moritz van Dülmen: „Berlin ist unsere Bühne“. 14. April 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019 (deutsch).
  5. Arbeits- und Recherchestipendien für 29 Berliner Autorinnen und Autoren vergeben, Meldung auf Buchmarkt.de, 26. November 2019, abgerufen am 30. November 2019.
  6. Diversity Arts Culture | Diversity Arts Culture. Abgerufen am 22. Februar 2020.
  7. Nicht verpassen – Zweite Ausschreibung der Fördersäule 1 für 2020 – Antragsfrist 5. Mai 2020 für Projekte bis 23.000 Euro. Abgerufen am 22. Februar 2020.