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Sankt Gallen (Steiermark)

Gemeinde in der Steiermark, Österreich
Marktgemeinde
Sankt Gallen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sankt Gallen
Sankt Gallen (Steiermark) (Österreich)
Sankt Gallen (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 129,79 km²
Koordinaten: 47° 41′ N, 14° 37′ OKoordinaten: 47° 41′ 29″ N, 14° 36′ 57″ O
Höhe: 513 m ü. A.
Einwohner: 1.821 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 8933
Vorwahl: 03632
Gemeindekennziffer: 6 12 64
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 35
8933 Sankt Gallen
Website: www.st-gallen.at
Politik
Bürgermeister: Armin Forstner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
11
4
11 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Sankt Gallen im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming)Gröbming (Expositur Gröbming)Haus (Expositur Gröbming)Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming)Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming)Öblarn (Expositur Gröbming)Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming)Schladming (Expositur Gröbming)Sölk (Expositur Gröbming)AdmontAigen im EnnstalAltausseeAltenmarkt bei Sankt GallenArdningBad AusseeBad MitterndorfGaishorn am SeeGrundlseeIrdning-DonnersbachtalLandlLassingLiezenRottenmannSankt Gallen (Steiermark)SelzthalStainach-PürggTriebenWildalpenWörschachSteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gemeindeamt
Gemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Gallen ist eine österreichische Marktgemeinde mit 1821 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Norden der Steiermark im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Panorama von Sankt Gallen (1993)

Sankt Gallen liegt im Tal des Großen Billbachs an der Buchauer Straße B 117, die in Altenmarkt bei St. Gallen von der Eisen-Straße B 115 westlich abzweigt und weiter über den Buchauer Sattel wieder zurück ins Ennstal führt. Das Gemeindegebiet gehört zur Steiermark und liegt nahe der Grenze zu Oberösterreich. Die Gemeinde ist Teil des Nationalparks Gesäuse. Südlich wird das Gemeindegebiet von der Berggruppe des Buchsteins begrenzt, der zum Gesäuse gehört.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde St. Gallen wurde mit 1. Jänner 2015 im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit die Marktgemeinde Weißenbach an der Enns vereint.[1]

Das Gemeindegebiet umfasst zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2018[2]):

  • Bergerviertel (110) samt Geigenkogel und Spitzenbach
  • Bichl (46)
  • Breitau (30)
  • Oberlaussa (8)
  • Oberreith (369) samt Grießbach, Lindenhof, Oberhof und Pölzenbach
  • Reiflingviertel (98) samt Finsterbach, Schoberer, Stangl und Stiebergraben
  • Sankt Gallen (792)
  • Unterlaussa (45)
  • Weißenbach an der Enns (304)
  • Wolfsbachau (19)

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche: Stand 31. Dezember 2017[3]):

  • Bergerviertel (1.219,27 ha)
  • Oberreith (3.006,81 ha)
  • Reiflingviertel (1.708,32 ha)
  • St. Gallen (167,71 ha)
  • Weißenbach an der Enns (5.417,77 ha)
  • Wolfsbachau (1.443,99 ha)

NachbargemeindenBearbeiten

Zwei der fünf Nachbargemeinden liegen in Oberösterreich, drei im Bezirk Liezen.

Rosenau am Hengstpaß
(Bezirk Kirchdorf an der Krems)
Weyer
(Bezirk Steyr-Land)
Altenmarkt
bei Sankt Gallen
 
Admont Landl

GeschichteBearbeiten

In der Antike war das heutige Gebiet von St. Gallen nur eine Wildnis östlich der Pyhrnstrasse Wels-Liezen-Aquileia. Erst nach der Gründung des Klosters Admont im 11. Jahrhundert wurde eine Verbindung zwischen Pyhrnstrasse und dem nach Norden gerichteten Teil des Ennstals (Wasserstraße) angestrebt. Damals wurde die St. Gallener Gegend als „Silva Nova“ (Neuwald) bezeichnet. Gottfried Edler von Wetternfeld erbaute 1152 zu Ehren des Hl. Gallus eine Kirche (St. Gallus in silva), die Erhebung zur Pfarre erfolgte 1160. Angesichts des neuen Verkehrsweges wurde in St. Gallen eine Taverne zur Stärkung der Reisenden eingerichtet. Der Ort entwickelte sich weiter: Ende des 13. Jahrhunderts war in St. Gallen ein Meister Ulrich als Arzt tätig, was ein erhebliches Wachstum der Bevölkerung voraussetzt. Die Errichtung der Burg zum Schutz des Stiftseigentums im Jahr 1278 lässt auch auf einen gewissen Wohlstand schließen.

Im 16. Jahrhundert ist in St. Gallen die Eisenindustrie dominierend. Das Roheisen wurde aus Eisenerz importiert, in Radwerken (Rennöfen) verhüttet und via Enns und Donau exportiert. Nach dem Niedergang dieser Industrie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr der Fremdenverkehr einen Aufschwung. Der erste St. Gallener Reiseführer wurde 1879 von Josef Rabl verfasst.

ReligionBearbeiten

  • römisch-katholisch 83 %
  • evangelisch 2 %
  • andere 4 %
  • ohne rel. Bekenntnis 11 %
(Stand: 2001)

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 

WappenBearbeiten

Beide Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Die Verleihung des ersten Gemeindewappens für Sankt Gallen erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1952. Die Wappenbeschreibung lautete:

„Im silbernen Schild erscheint abgeledigt ein aufgerichteter schwarzer, rot bewehrter und bezungter Bär, der in seinen Vorderpranken eine entwurzelte naturfarbene Fichte hält.“[4]

Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren die Wappen der Altgemeinden mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Wappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 5. Mai 2018.[5]

Die geänderte Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„Unter rotem Zinnenschildhaupt in Silber ein aufgerichteter schwarzer, rot bewehrter und bezungter Bär, in seinen Vorderpranken eine grüne entwurzelte Fichte haltend.“

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Burg Gallenstein, erbaut 1278
  • Pfarrkirche St. Gallus in silva: 1515–1523 erbaut; spätgotischer Kirchenbau mit Strebepfeilern, Treppentürmchen. Barocker Zwiebelhelm. Innen reich gestaltetes spätgotisches Netzrippengewölbe mit Vierpassfiguration in den östlichen Langhausjochen und kunstvollem Schlingrippengewölbe mit sechsstrahligem Mittelstern im westlichen Chorbereich. Barocke Erweiterungen: Platzlgewölbe im westlichen Langhausjoch und im östlichen Chorjoch.
Hochaltar: spätbarocker mächtiger Aufbau aus rotem Stuckmarmor mit klassizistischen Anklängen. Das Altarbild von 1782 ist eine Darstellung der Himmelfahrt Mariae von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“).
Seitenaltäre: Mitte des 18. Jh., Bartolomeo Altomonte zugeschriebene Altarbilder
Außenfresken: an der südseitigen Langhauswand befindet sich ein überlebensgroßes Christophorus-Fresko aus dem ersten Drittel des 16. Jh., mit einer Ölbergszene um 1530.
Naturdenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Festival St. Gallen: Musikfestival klassischer Konzerte, jährlich in der zweiten Augusthälfte.
  • ARCANA Festival für Neue Musik St. Gallen/Gesäuse

WirtschaftBearbeiten

Ansässige Unternehmen
  • Forstverwaltung der steirischen Landesforste
  • Steinrieser (Getränkeabfüllung)
  • Alpen-May-Kestag (Bohrer und Senkwerkzeuge)
  • Greiner Packaging (Kunststofftechnik)
  • Fuernholzer Industrialdesign (Industriedesign, Produktdesign, Werbeagentur, Gewerblicher Fotograf)
  • Schuster Helm (Schuhhandel, überregionales Reparaturservice)
  • ABAG Mineralölhandels GmbH – „deine Tankstelle“

VerkehrBearbeiten

Der nur noch von einem Zugpaar am Wochenende bediente Bahnhof Weißenbach-St. Gallen liegt an einem Teilstück der Rudolfsbahn und wird von St. Gallen über die B 115 erreicht. Eine Postbuslinie führt von Liezen über Admont, den Buchauer Sattel und St. Gallen zum Bahnhof Weißenbach-St. Gallen.

BildungBearbeiten

  • Kindergarten St. Gallen
  • Kindergarten Weißenbach an der Enns
  • Volksschule St. Gallen hat eine Volksschule, zwei Kindergärten (einen in St. Gallen und einen im Ortsteil Weißenbach an der Enns) * Neue Mittelschule im Ortsteil Weißenbach an der Enns

PersönlichkeitenBearbeiten

Ehrenbürger der Gemeinde
Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde

LiteraturBearbeiten

  • Odilo Haberleitner und Hermann Brandauer: St. Gallen und das St. Gallener Tal – Ein Kleinod in der Obersteiermark. St. Gallen 1952.
  • Josef Rabl: St. Gallen und seine Umgebung. St. Gallen 1879.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinden Sankt Gallen und Weißenbach an der Enns, beide politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 14. Oktober 2013. Nr. 93, 28. Stück. S. 552–553.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (CSV)
  3. Regionalinformation.zip (Excel-Datei, 1.210 KB); abgerufen am 4. Jänner 2018
  4. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 26
  5. 45. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 26. April 2018 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Sankt Gallen (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 6. Mai 2018
  6. Neue Zeit (9. Nov. 1969), S. 5.