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Saint-Lizier (gascognisch Sent Líser) ist eine französische Gemeinde mit 1418 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ariège am rechten Ufer des Flusses Salat. Die Stadt ist nach dem Bischof Glycerius (frz.: Lizier) benannt, der im 6. Jahrhundert tätig war. Er nahm an der Synode von Agde im Jahr 506 teil. Die Einwohner der Stadt werden Licérois genannt.

Saint-Lizier
Sent Líser
Wappen von Saint-Lizier
Saint-Lizier (Frankreich)
Saint-Lizier
Region Okzitanien
Département Ariège
Arrondissement Saint-Girons
Kanton Portes du Couserans
Gemeindeverband Couserans-Pyrénées
Koordinaten 43° 0′ N, 1° 8′ OKoordinaten: 43° 0′ N, 1° 8′ O
Höhe 368–578 m
Fläche 9,01 km2
Einwohner 1.418 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 157 Einw./km2
Postleitzahl 09190
INSEE-Code

Kreuzgang der Kathedrale Saint-Lizier

GeschichteBearbeiten

Schon in gallo-römischer Zeit war Saint-Lizier ein wichtiger Ort, der Hauptsitz der Consoranni (Lugdunum Consoranorum), eines Volkes, das am Fuß der Pyrenäen lebte. Im Jahr 72 v. Chr. machte Pompeius hier Rast, als er von seinem Sieg über Sertorius in Spanien nach Rom zurückkehrte.

Im 5. Jahrhundert wurde der Ort Sitz des Bistums Couserans, des ältesten in der Region Ariège. Der erste bekannte Bischof war Valerius (Valier); ihm folgte der heilige Glycerius (Lizier). Das Bistum wurde 1802 aufgehoben.

Seit dem Mittelalter besteht Saint-Lizier aus zwei getrennten Quartieren, zum einen der bischöflichen Oberstadt, die noch heute von gallo-römischen Mauern umgeben ist. Diese Mauern, die das ehemalige Oppidum sichern, sind aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Hier befindet sich die ehemalige Kathedrale Notre-Dame de la Sède.[1] Auf einem Hügel gegenüber dem Bischofspalast steht die Chapelle Notre-Dame du Marsan.

Die Unterstadt bis zum Salat ist die Bürgerstadt. Hier erhebt sich über dem Grab des Heiligen Lizier die Kirche Saint-Lizier, die ebenfalls den Titel Kathedrale führt.[2] Die Kirche wurde im 11. Jahrhundert erbaut, 1117 geweiht und war bis 1655 Kathedrale. Nach Neuerungen im 14. und 15. Jahrhundert ist am Kirchenbau nur noch der Ostteil romanisch. Das einschiffige Langhaus mit drei Jochen schließt mit drei Apsiden ab. Im Chor der zentralen Apsis sind Fresken vom Beginn des 12. Jahrhunderts erhalten, die in der unteren Reihe Ereignisse der Kindheit Jesu, darüber acht Apostel zeigen. Im Südosten der ehemaligen Kathedrale befindet sich der kleine Kreuzgang aus dem 12./13. Jahrhundert, der als der bedeutendste romanische Bau der Region gilt.[3] Seine vier Galerien enthalten romanische Arkaden mit skulpturgeschmückten Kapitellen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016
Einwohner 1635 1695 1719 1855 1646 1592 1457 1418
Quellen: Cassini und INSEE

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag auf gcatholic.org
  2. Eintrag auf gcatholic.org
  3. Rund um Saint-Lizier, www.tourismus-okzitanien.de, abgerufen am 7. Dezember 2017