SV Brackwede (Fußball)

SV Brackwede Fußball
Spielstätte Böllhoff-Stadion
Plätze n.b.
Cheftrainer Dominique Desnica
Liga Kreisliga B1 Bielefeld
2018/19 16. Platz   (Kreisliga A)

Heim
Auswärts

Der SV Brackwede (vollständiger Name: Sportvereinigung Brackwede e.V.) ist ein Sportverein aus dem gleichnamigen Stadtteil von Bielefeld. Der Verein entstand am 25. November 1945 aus einer Fusion von vier Sportvereinen. Die erste Fußballmannschaft spielte sechs Jahre in der höchsten westfälischen Amateurliga. Spielstätte ist das Böllhoff-Stadion.

GeschichteBearbeiten

Die VorgängervereineBearbeiten

Erfolgreichster Stammverein war der FTSV Brackwede, dessen Fußballer im Jahre 1931 Bielefelder Bezirksmeister wurden. Im Endspiel um die Meisterschaft des 11. Kreises setzte sich der FTSV vor 4.000 Zuschauern in Bremerhaven mit 5:4 gegen die FSV Lehe durch und erreichte die Endrunde um die nordwestdeutsche Meisterschaft des Arbeiter-Turn-und-Sport-Bundes. Dort scheiterten die Brackweder allerdings schon in der ersten Runde. Gegen den späteren Meister SC Lorbeer Hamburg um Erwin Seeler war der FTSV chancenlos und unterlag vor 5.000 Zuschauern im Stadion Hoheluft in Hamburg mit 1:12.[1] Es sollte der einzige Erfolg des FTSV sein. Die bürgerlichen Fußballer von Westfalia Brackwede spielten in den 1930er Jahren in der seinerzeit zweitklassigen Bezirksklasse. Größter Erfolg war Platz vier im Jahre 1935, bevor die Westfalia zwei Jahre später abstieg.

Erfolgreiche Nachkriegszeit (1945 bis 1972)Bearbeiten

Die erfolgreichste Zeit der Fußballabteilung des SV Brackwede waren die fünfziger und sechziger Jahre. Nach einer Vizemeisterschaft im Jahre 1951 hinter dem TuS Eintracht Bielefeld wurden die Brackweder ein Jahr später Bezirksklassenmeister. In der Aufstiegsrunde zur damals drittklassigen Landesliga Westfalen setzte sich der SVB ohne Punktverlust gegen den SV Ennigloh 09 und TuRa Elsen durch und stieg auf.[2] In der Landesliga entwickelten sich die Brackweder zu einer torhungigen Mannschaft. So gelang dem SVB in der Saison 1954/55 ein 9:0 gegen die SpVg Brakel und gar ein 11:1 gegen die SpVgg Fichte Bielefeld. Ein Jahr später gelang dem SVB ein 2:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld sowie die Qualifikation für die neu geschaffene Verbandsliga Westfalen.[3]

Aus dieser stiegen die Brackweder mit einem Punkt Rückstand auf den SV Bockum-Hövel prompt ab. In der Saison 1957/58 sorgte die Mannschaft durch einen 3:2-Sieg über den Zweitligisten Dortmunder SC 95 im Westdeutschen Pokal für Schlagzeilen, ehe in der zweiten Runde der SVA Gütersloh mit einem 4:1 für das Aus der Brackweder sorgte. In der Landesliga reichte es 1960 und 1962 jeweils zur Vizemeisterschaft hinter dem TBV Lemgo, während 1963 SuS Lage Meister vor dem SVB wurde. Schließlich gelang 1964 der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Die Brackweder wurden nun zur Fahrstuhlmannschaft. Die Mannschaft stieg 1965 wieder ab, dann wieder auf und erneut ab in die Landesliga. Erst mit dem dritten Verbandsligaaufstieg im Jahre 1968 konnte sich die Mannschaft im westfälischen Oberhaus etablieren. Nach einem achten Platz in der Saison 1970/71 stiegen die Brackweder ein Jahr später mit nur 6:54 Punkten ab.

Niedergang (seit 1972)Bearbeiten

Es war der erste von drei Abstiegen in Folge. In der Saison 1972/73 wurde die Mannschaft mit 4:60 Punkten Letzter der Landesliga. Ein Jahr später blieben die Brackweder in der Bezirksliga sogar sieglos und verabschiedeten sich mit 3:53 in die Kreisliga. In beiden Spielzeiten kassierte die Mannschaft jeweils mehr als 100 Gegentore. 1977 gelang die Rückkehr in die Bezirksliga, das nach einem verlorenen Entscheidungsspiel gegen DE Kusenbaum nur zwei Jahre dauerte. Der nächste Wiederaufstieg folgte 1981 und dieses Mal konnten sich die Brackweder für drei Jahre halten. Nach einer Vizemeisterschaft hinter der zweiten Mannschaft des VfR Wellensiek im Jahre 1990 ging es ein Jahr später zum vorerst letzten Mal rauf in die Bezirksliga. Es folgte der direkte Wiederabstieg, da ein Punkt auf den VfL Schildesche und dem SV Spexard fehlten.[4]

Nach dem Abstieg blieben die Brackweder in der Spitzengruppe der Kreisliga A, ehe es im Jahre 2000 in die Kreisliga B hinunterging. Dem direkten Wiederaufstieg folgten drei Jahre im Kreisoberhaus, bevor es wieder runter in die Kreisliga B ging. 2006 gelang der erneute Aufstieg, dem jedoch der direkte Wiederabstieg folgte. Seitdem spielt die erste Mannschaft in der Bielefelder Kreisliga B. Im Jahre 2015 wurden die Brackweder Vizemeister hinter der SpVg Heepen, zwei Jahre später Vizemeister hinter dem FC Altenhagen. 2018 gelang dann der Wiederaufstieg in die Kreisliga A. Am letzten Spieltag gewannen die Brackweder mit 34:1 beim SV Roj Bielefeld.[5] Ein Jahr später folgte der direkte Wiederabstieg.

SpielstättenBearbeiten

Spielstätte ist das Böllhoff-Stadion, wo auf Naturrasen gespielt wird. Das Stadion wurde im Jahre 2012 unter anderem durch Spenden der Firma Böllhoff renoviert und schließlich umbenannt. Zuvor wurde die Spielstätte Stadion Brackwede genannt. Eine Besonderheit des Stadions ist die blaue Laufbahn.[6] Neben dem SV Brackwede nutzt die A- und B-Jugend von Arminia Bielefeld das Stadion für ihre Heimspiele.[7] Darüber hinaus wird vom SV Brackwede der Ascheplatz am Gleisdreieck genutzt.

StatistikBearbeiten

ErfolgeBearbeiten

SaisonbilanzenBearbeiten

Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte einen Abstieg.

Saisonbilanzen 1948 bis 1984
Saison Liga Level Platz Tore Punkte
1948/49 Bezirksklasse 1 III 3. 69:37 35:13
1949/50 Bezirksklasse 1 IV 7. 70:60 31:29
1950/51 Bezirksklasse 1 IV 2. 81:29 41:19
1951/52 Bezirksklasse 1 IV 1. 95:35 43:17
1952/53 Landesliga 1 III 4. 57:39 33:19
1953/54 Landesliga 1 III 6. 53:45 27:25
1954/55 Landesliga 1 III 6. 73:45 35:25
1955/56 Landesliga 1 III 6. 49:44 33:23
1956/57 Verbandsliga 1 III 14. 39:59 25:35
1957/58 Landesliga 1 IV 3. 71:36 37:19
1958/59 Landesliga 1 IV 3. 52:37 35:21
1959/60 Landesliga 1 IV 2. 66:32 40:20
1960/61 Landesliga 1 IV 3. 72:39 43:21
1961/62 Landesliga 1 IV 2. 76:37 47:17
1962/63 Landesliga 1 IV 2. 76:48 40:20
1963/64 Landesliga 1 IV 1. 76:30 44:16
1964/65 Verbandsliga 1 III 15. 39:63 19:41
1965/66 Landesliga 1 IV 1. 72:23 51:13
1966/67 Verbandsliga 1 III 14. 34:58 20:36
1967/68 Landesliga 1 IV 1. 62:29 45:15
1968/69 Verbandsliga 1 III 11. 33:45 26:34
1969/70 Verbandsliga 1 III 12. 35:60 22:38
1970/71 Verbandsliga 1 III 8. 38:38 33:27
1971/72 Verbandsliga 1 III 16. 20:92 6:54
1972/73 Landesliga 1 IV 17. 14:117 4:60
1973/74 Bezirksklasse 2 V 15. 18:103 3:53
1974/75 1. Kreisklasse VI 9. 27:29
1975/76 1. Kreisklasse VI 3. 30:26
1976/77 1. Kreisklasse VI 1. 47:9
1977/78 Bezirksklasse 2 V 7. 59:50 32:28
1978/79 Bezirksliga 2 VI 14. 42:54 24:36
1979/80 Kreisliga A VII 4. 34:26
1980/81 Kreisliga A1 VII 1. 44:16
1981/82 Bezirksliga 2 VI 12. 36:47 29:35
1982/83 Bezirksliga 2 VI 10. 41:47 26:34
1983/84 Bezirksliga 2 VI 15. 41:64 21:39
Saisonbilanzen seit 1984
Saison Liga Level Platz Tore Punkte
1984/85 Kreisliga A2 VII 5. 33:27
1985/86 Kreisliga A2 VII 6. 31:29
1986/87 Kreisliga A2 VII 8. 26:34
1987/88 Kreisliga A2 VII 5. 32:28
1988/89 Kreisliga A2 VII 10. 29:31
1989/90 Kreisliga A1 VII 2. 44:16
1990/91 Kreisliga A2 VII 1. 48:12
1991/92 Bezirksliga 2 VI 14. 38:56 24:36
1992/93 Kreisliga A2 VII 3. 38:22
1993/94 Kreisliga A2 VII 3. 38:22
1994/95 Kreisliga A2 VIII 4. 36:24
1995/96 Kreisliga A2 VIII 7. 46
1996/97 Kreisliga A2 VIII 9. 45
1997/98 Kreisliga A2 VIII 9. 38
1998/99 Kreisliga A2 VIII 12. 28
1999/2000 Kreisliga A2 VIII 14. : 22
2000/01 Kreisliga B IX 1. :
2001/02 Kreisliga A VIII 12. : 39
2002/03 Kreisliga A VIII 9. : 43
2003/04 Kreisliga A VIII 15. 27:58 24
2004/05 Kreisliga B2 IX 10. 64:78 40
2005/06 Kreisliga B2 IX 2. 73:32 66
2006/07 Kreisliga A VIII 15. 36:83 18
2007/08 Kreisliga B2 IX 7. 58:55 37
2008/09 Kreisliga B2 X 6. 62:41 50
2009/10 Kreisliga B2 X 5. 76:71 46
2010/11 Kreisliga B2 X 3. 71:45 58
2011/12 Kreisliga B2 X 10. 60:73 35
2012/13 Kreisliga B2 X 11. 55:83 36
2013/14 Kreisliga B2 X 4. 84:62 55
2014/15 Kreisliga B2 X 2. 80:31 64
2015/16 Kreisliga B2 X 4. 75:45 58
2016/17 Kreisliga B2 X 2. 88:22 69
2017/18 Kreisliga B2 X 1. 102:30 66
2018/19 Kreisliga A IX 16. 20:98 10

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christian Wolter: ATSB-Meisterschaft 1931 komplett. Arbeiterfussball.de, abgerufen am 21. Februar 2018.
  2. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1945–1952. Hövelhof 2011, S. 236.
  3. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952–1958. Hövelhof 2013, S. 65, 109, 151.
  4. Hans-Jürgen Heide (Hrsg.): Die Fußball-Chronik: Von Montevideo bis Ostwestfalen-Lippe. 2007.
  5. Kreisliga B2: Meisterentscheidung am Grünen Tisch! FuPa, abgerufen am 29. Mai 2018.
  6. Stadion bekommt neuen Namen. Neue Westfälische, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  7. Stadion Brackwede. Arminia Bielefeld, abgerufen am 20. Juni 2015.

WeblinksBearbeiten