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Rutscheiki (russisch Ручейки, deutsch Eszergallen, 1936–1938 Eschergallen, 1938–1946 Tiefenort) ist ein Ort im Südosten der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Gawrilowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode)) im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp).

Siedlung
Rutscheiki/
Eszergallen/Eschergallen (Tiefenort)

Ручейки
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Eszergallen (bis 1936),
Eschergallen (1936–1938),
Tiefenort (1938–1946)
Bevölkerung 26 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 804 007
Geographische Lage
Koordinaten 54° 25′ N, 22° 18′ OKoordinaten: 54° 25′ 0″ N, 22° 18′ 0″ O
Rutscheiki (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Rutscheiki (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Rutscheiki liegt zwei Kilometer nordwestlich von Smirnowo (Kiauten, 1938–1946 Zellmühle) und einen Kilometer westlich der Nebenstraße (ehemalige deutsche Reichsstraße 132), die die Stadt Gussew (Gumbinnen) über Olchowatka (Waldkehmen, 1938–1946 Großwaltersdorf) mit dem russisch-polnischen Grenzübergang nördlich der Stadt Gołdap (Goldap) verbindet. Durch Rutscheiki führt eine kleinere Straße über Karamyschewo (Pabbeln, 1938–1946 Schardingen) nach Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode).

Die nächste Bahnstation Krasnolessje ((Groß) Rominten, 1938–1946 Hardteck) ist acht Kilometer entfernt und liegt an der Bahnstrecke, die von Nesterow (Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode) über Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen, 1938–1946 Tollmingen) bis nach Krasnolessje führt und vor 1945 weiter nach Goldap (heute polnisch: Gołdap) verlief.

GeschichteBearbeiten

Das frühere Eszergallen gehörte zu 13 Landgemeinden bzw. Gutsbezirken, die am 18. März 1874 den Amtsbezirk Pabbeln (1938–1946 Schardingen, russisch: Karamyschewo) bildeten[2]. Er gehörte zum Landkreis Goldap im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Am 1. Dezember 1910 zählte Eszergallen 208 Einwohner[3]. Ihre Zahl betrug 1933 schon 216, 1939 nur noch 203[4].

Im Jahre 1936 wurde die Namensschreibweise in „Eschergallen“ korrigiert, doch nicht für lange Zeit: im Zuge der nationalsozialistischen Umbenennungsaktion erhielt der Ort am 3. Juli 1938 – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – den Namen „Tiefenort“.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Tiefenort zur Sowjetunion und erhielt 1946 erneut einen neuen Namen: Rutscheiki. Bis 2009 war das Dorf in den Gawrilowski sowjet (Dorfsowjet Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode)) eingegliedert, kam dann aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[5] zur Gawrilowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gawrilowo) im Rajon Osjorsk in der nunmehr russischen Oblast Kaliningrad.

KircheBearbeiten

Eszergallen wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts präzise mit dem Zusatz „Kirchspiel Gawaiten“ zitiert, um Verwechselungen mit dem ebenfalls im Landkreis Goldap Dorf „Eszergallen, Kirchspiel Dubeningken (1938–1946 Dubeningen)“ (heute polnisch: Kiepojcie) verwechselt zu werden. Das Kirchspiel Gawaiten (1938–1946 Herzogsrode, heute russisch: Gawrilowo) gehörte zum Kirchenkreis Goldap (heute polnisch: Gołdap) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Wilhelm Schiweck.

Während der Zeit der Sowjetunion war kirchliches Leben verboten. Erst in den 1990er Jahren bildeten sich in der russischen Oblast Kaliningrad neue evangelische Gemeinden, deren dem Dorf Rutscheiki nächstgelegene die in Gawrilowo ist. Sie ist in die Propstei Kaliningrad[6] in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) eingegliedert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Pabbeln/Schardingen
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Goldap. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 259 vo m 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten