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Klimowka (russisch Климовка, deutsch Camanten, 1938–1946 Kamanten) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Krasnojarskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Krasnojarskoje (Sodehnen)) im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp).

Siedlung
Klimowka/Kamanten
Климовка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Bevölkerung 14 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238126
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 816 007
Geographische Lage
Koordinaten 54° 25′ N, 22° 1′ OKoordinaten: 54° 25′ 0″ N, 22° 1′ 0″ O
Klimowka (Kaliningrad, Osjorsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Klimowka (Kaliningrad, Osjorsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Klimowka liegt am westlichen Ufer der Angerapp (russisch: Angrapa) im Nordosten der Stadt Osjorsk (Darkehmen, 1938–1946 Angerapp), die nur drei Kilometer entfernt ist. Über nur unwegsame Straßen ist Klimowka von der Stadt Osjorsk oder auch direkt von der Fernstraße R 508 aus zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das ehemalige Camanten (auch Kamanten) war eine von elf Landgemeinden bzw. Gutsbezirken, die am 6. Mai 1874 den neu errichteten Amtsbezirk Gailboden[2] (ab 1946: Gurjewskoje, heute nicht mehr existent) bildeten. Er gehörte bis 1945 zum Landkreis Darkehmen (1939–1945 Landkreis Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Camanten[3] zählte im Jahr 1905 63 Einwohner[4], deren Zahl bis 1925 auf 53 sank. Am 15. Januar 1930 schloss sich die Landgemeinde Camanten mit der Nachbargemeinde Demildszen (1936–1938 Demildschen, 1938–1946 Kleinkamanten, seit 1946: Sebeschskoje) zur neuen Landgemeinde Camanten zusammen. Am 3. Juni 1938 – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938 – wurde die offizielle Namensschreibung „Kamanten“ verordnet. Gehörten im Jahre 1933 insgesamt 105 Einwohner zur neugebildeten Gemeinde, so waren es 1939 noch 102.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Kamanten wie das ganze nördliche Ostpreußen unter sowjetische Administration. 1946 fand die Umbenennung in „Klimowka“ statt, und bis zum Jahre 2009 gehörte der Ort zum Bagrationowski sowjet (Dorfsowjet Bagrationowo (Wikischken, 1938–1946 Wiecken)).

Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform in der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad[5] wurde Klimowka eine „Siedlung“ (possjolok) genannte Ortschaft innerhalb der Krasnojarskoje selskoje posseleninje (Landgemeinde Krasnojarskoje (Sodehnen)) im Rajon Osjorsk.

KircheBearbeiten

Die fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung von Kamanten war bis 1945 in das Kirchspiel Darkehmen[6] (Angerapp) eingegliedert. Es gehörte zum Kirchenkreis Darkehmen (Angerapp) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die letzten deutschen Geistlichen waren die Pfarrer Johannes Gemmel und Helmut Passauer.

Nach einem Verbot kirchlichen Lebens während der Sowjetzeit entstanden in den 1990er Jahren in der Oblast Kaliningrad wieder zahlreiche evangelische Gemeinden. Klimowka liegt nun im Gebiet der Salzburger Kircheegemeinde in Gussew (Gumbinnen), die ihrerseits Teil der neugebildeten Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland ist[7].

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Gailboden
  3. Jürgen Schlusnus, Kamanten@1@2Vorlage:Toter Link/www.darkehmen.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Heft 1: Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Verlag des Königlichen Statistischen Landesamts, Berlin 1907, S. 24/25.
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Darkehmen (Memento des Originals vom 30. November 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.darkehmen.com
  7. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten