Hauptmenü öffnen

Malaja Dubrowka (russisch Малая Дубровка, deutsch Bratricken, 1938–1946 Brahetal) ist ein Ort im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp) in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo (Trempen)).

Siedlung
Malaja Dubrowka/
Bratricken (Brahetal)

Малая Дубровка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Bratricken (bis 1938),
Brahetal (1938–1946)
Bevölkerung 57 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 813 007
Geographische Lage
Koordinaten 54° 27′ N, 21° 49′ OKoordinaten: 54° 27′ 0″ N, 21° 49′ 0″ O
Malaja Dubrowka (Kaliningrad, Osjorsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Malaja Dubrowka (Kaliningrad, Osjorsk) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Malaja Dubrowka liegt im Nordwesten der Rajonshauptstadt Osjorsk (Darkehmen, 1938–1946 Angerapp), einen Kilometer nordöstlich von Nowostrojewo (Trempen) entfernt, unweit der Nebenstraße von Nowostrojewo nach Swoboda (Jänischken, 1938–1946 Jänichen) an der russischen Fernstraße A 197 (ehemalige deutsche Reichsstraße 139).

GeschichteBearbeiten

Bratricken[2] zählte im Jahre 1818 187 Einwohner, deren Zahl sich bis 1863 auf 201 erhöhte und 1907 noch 160 betrug. Am 23. Mai 1925 wurde eine neue Landgemeinde aus Teilen des Gutsbezirks Jurgaitschen (1938–1946 Jürgenfelde, seit 1946: Judino) gebildet, die bis 1945 zum Amtsbezirk Jurgaitschen[3] (1939–1945 Amtsbezirk Jürgenfelde) im Kreis Darkehmen (1938 Kreis Angerapp, 1939–1945 Landkreis Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Am 28. Oktober 1926 wurden Teile der Landgemeinde Potkehmen (1938–1946 Puttkammer, ab 1946: Lebedjewo) und am 3. Dezember 1927 Teile des Gutsbezirks Jurgaitschen in die Landgemeinde Bratricken umgegliedert, die sich dadurch vergrößern konnte: 1933 zählte sie 240 Einwohner, 1939 noch 210. Am 3. Juni 1938 erhielt Bratricken aus politisch-ideologischen Gründen den neuen Namen „Brahetal“.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam das ganze nördliche Ostpreußen und mit ihm auch Uhlenhorst unter sowjetische Administration, und im Jahre 1946 erhielt es den russischen Namen „Malaja Dubrowka“. Bis zum Jahre 2009 war der Ort in den Nowostrojewski sowjet (Dorfsowjet Nowostrojewo (Trempen)) eingegliedert, kam danach – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[4] in der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad – als „Siedlung“ (possjolok) eingestufte Ortschaft zur Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo) im Rajon Osjorsk.

KircheBearbeiten

Das Dorf Bratricken/Brahetal war mit seiner meistenteils evangelischen Einwohnerschaft bis 1945 in das Kirchspiel Trempen[5] (seit 1946: Nowostrojewo) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Darkehmen (1938–1946 Angerapp, seit 1946: Osjorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Der letzte deutsche Geistliche war Pfarrer Karl Murach.

In der Zeit der Sowjetunion kam das kirchliche Leben aufgrund staatlichen Verbotes zum Erliegen. Erst in den 1990er Jahren bildeten sich in der Oblast Kaliningrad wieder neue evangelische Gemeinden. Malaja Dubrowka liegt im Einzugsbereich der Gemeinde Tschernjachowsk (Insterburg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland[6].

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Jürgen Schlusnus, Bratricken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Jürgenfelde
  4. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 20909, nebst Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  5. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Trempen
  6. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info