Robin Schulz

deutscher DJ und Produzent
Robin Schulz (2017)

Robin Schulz (* 28. April 1987 in Osnabrück) ist ein deutscher DJ und Produzent.

Er gewann viermal den ECHO und war für den Grammy nominiert.

LebenBearbeiten

Bis 2013: Kommerzieller Durchbruch mit WavesBearbeiten

Die elektronische Musik spielte seit der frühen Jugend in Robin Schulz’ Leben eine große Rolle. Sein Vater war in den 1980er Jahren ein renommierter DJ. Schulz selbst kaufte sich mit 15 Jahren den ersten Plattenspieler.[1]

Er erlangte 2013 durch verschiedene Remixe populärer Hitsingles Bekanntheit.[2] Der Remix des niederländischen Top-Ten-Hits Waves von Mr. Probz bekam auf seiner SoundCloud-Seite besonders viel Aufmerksamkeit. Seine Version wurde Anfang 2014 als Single in Deutschland und kurz darauf auch in Österreich und der Schweiz veröffentlicht.[3] In allen drei Ländern kam der Mix auf Platz eins der Singlecharts.[4][5] Daraufhin wurde das Lied europaweit veröffentlicht. In Großbritannien, Schweden und Norwegen erreichte es ebenfalls Platz eins, in Finnland, Dänemark und Frankreich Platz drei.[6][7] Außerdem wurde es am Jahresende für einen Grammy Award in der Kategorie Beste Remix-Aufnahme nominiert.

2014: PrayerBearbeiten

 
Robin Schulz beim Airbeat One 2015

Anfang 2014 stellte Schulz einen weiteren Remix auf seiner SoundCloud-Seite ein, der ebenfalls schnell hohe Aufrufzahlen erreichte. Er hatte sich den Song Prayer in C des französischen Folkpopduos Lilly Wood & the Prick vorgenommen, der zuvor nur als Albumtrack vorhanden war. Im Juni 2014 erschien der Remix von Schulz als Single in den deutschsprachigen Ländern und erreichte dort sofort Platz 1 der Charts.[8] Nach drei Wochen hatte es in Deutschland Goldstatus.[9] Zudem wurde der Remix nach Auswertungen der GfK zum „Sommerhit 2014“ gekürt. Im April 2020 erhielt der Remix schließlich für eine Million verkaufter Exemplare eine Diamantene Schallplatte in Deutschland, womit Prayer in C zu einer der meistverkauften Singles in Deutschland zählt.[10]

Am 6. September 2014 veröffentlichte er einen Remix von Alligatoahs Lied Willst du, der sich in den Singlecharts der deutschsprachigen Länder platzieren konnte.[11] Am 15. September 2014 erschien in Kooperation mit der britischen Sängerin Jasmine Thompson Schulz’ erste Eigenkomposition Sun Goes Down. Diese verkaufte sich eine halbe Million Mal und stieg unter anderem in die Top-3 in allen deutschsprachigen Ländern. Am 19. September 2014 veröffentlichte er das Debütalbum Prayer, das neben den nationalen Top-10 auch internationalen Erfolg verbuchen konnte. Neben Neuproduktionen sind auch Titel von anderen Musikern enthalten.

2015: SugarBearbeiten

Im April 2015 erschien die Single Headlights mit der kalifornischen Singer-Songwriterin Ilsey. Am 25. September 2015 wurde Robin Schulz’ zweites Studioalbum Sugar veröffentlicht. Die gleichnamige Single, auf der der kanadische Singer-Songwriter Francesco Yates zu hören ist,[12][13] wurde am 17. Juli 2015 veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die Coverversion eines Liedes des US-amerikanischen Rappers Baby Bash. Der Track bildete in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Spitze der offiziellen Single-Charts. Zudem erreichte er ein drittes Mal eine Platzierung in den USA. Über zwei Millionen Verkäufe zählt das Lied.

Am 18. September 2015 erschien mit Yellow die dritte Vorab-Singleauskopplung (Promo-Single) aus seinem zweiten Studioalbum Sugar. Der Song erschien in Kollaboration mit dem Produzenten-Duo Disciples. Diese erreichte in Deutschland und der Schweiz eine Single-Chartplatzierung. Eine Woche später erfolgte auch das Release des Albums. Sugar konnte in den deutschsprachigen Ländern den Erfolg von Prayer übertreffen, in der Schweiz erreichte das Album Platz 1. Auch in den Vereinigte Staaten erreichte die Single die offiziellen Albumcharts. Bei dieser Singleauskopplung arbeitet Schulz erstmals mit dem deutschen Produzententeam Junkx als Autor und Produzenten zusammen, unter deren Mithilfe fortan alle Veröffentlichungen von Schulz entstehen. Im Vorfeld war das Produzenten-Trio bereits für Mastering- und Programmierungsarbeiten wie unter anderem bei Sun Goes Down und Headlights für Schulz tätig.

Am 27. November 2015 erschien mit Show Me Love die vierte Singleauskopplung aus dem Album. Dieses wurde vom deutschen Pop-Sänger Richard Judge gesungen. In Deutschland und Österreich konnte der Song in die Top-10 vorrücken. In der Schweiz konnte sich Show Me Love auf Platz 12 platzieren. In allen drei Ländern wurden sie mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

2016: Heatwave & Shed a LightBearbeiten

 
Robin Schulz beim Lollapalooza 2015

Mit Heatwave erschien am 13. Mai 2016 die letzte Single-Auskopplung aus Sugar. Das Lied entstand in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Sänger Akon. Die Studiosession erfolgte parallel zu denen zu Akon und DJ Antoines Holiday. Während anfangs Erfolg ausblieb, rückte es später bis in die obere Charthälfte von Deutschland und Österreich vor. In Deutschland wurde es zudem für 200 Tausend verkaufte Einheiten ausgezeichnet.

Shed a Light wurde am 25. November 2016 veröffentlicht. Diese Single produzierte er in Zusammenarbeit mit dem französischen DJ und Produzenten David Guetta und dem US-amerikanischen EDM-Trio Cheat Codes. Die Mischung aus Dance-Pop und Deep-House erreichte im Gegensatz zum Vorgänger wieder in Großbritannien die Single-Charts und rückte wieder in die Top-10 einer Reihe europäischer Länder, landete jedoch nur im Mittelfeld der französischen Charts. Im Frühjahr des Folgejahres in Italien mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. Auch im Vereinigten Königreich wurde es für 200 Tausend verkaufte Einheiten ausgezeichnet. Nach einem Lyric-Video erschien Anfang Januar 2017 das dazugehörige, für seine Kreativität gelobte Musikvideo.

2017: Dokumentarfilm & OKBearbeiten

Am 24. Februar 2017 feierte ein Dokumentarfilm mit dem Titel Robin Schulz – The Movie über Schulz' Leben und Wirken als Discjockey in Hamburg Premiere.[14] Einen Monat später trat er beim Ultra Music Festival auf. Dort premierte er unter anderem eine zweite Kollaboration mit Jasmine Thompson sowie das Lied OK, die in Zusammenarbeit mit James Blunt entstand. Am 19. Mai 2017 erschien OK als Single. Die Single erreichte unter anderem Platz zwei der deutschen und Schweizer Single-Charts. Das Lied ist die zweite Single-Auskopplung aus Robin Schulz’ dritten Studioalbum Uncovered. Mit I Believe I’m Fine folgte die dritte Singleauskopplung am 8. September 2017. Drei Wochen später folgte letztlich die Veröffentlichung von Uncovered. Ende des Jahres erschien mit Unforgettable die vierte Singleauskopplung aus dem Album.

Seit 2018: Oh Child & weitere SinglesBearbeiten

Am 22. Juni 2018 erschien eine weitere Auskopplung aus seinem dritten Studioalbum. Schulz nahm das Lied Oh Child zusammen mit der kolumbianischen Latin-Pop-Band Piso 21 neu auf und veröffentlichte diese Version als Single.

Am 23. August 2018 veröffentlichte Robin Schulz mit dem US-amerikanischen Schauspieler, Sänger und Songwriter Nick Jonas den Song Right Now. Er ist eine Mischung aus Elektro-Pop und lateinamerikanischen Stilelementen.

Am 16. November 2018 erschien die Single Speechless, eine Zusammenarbeit mit der finnischen Sängerin Erika Sirola. Das dazugehörige Musikvideo wurde in Mumbai (Indien) gedreht. Mit All This Love erschien am 3. Mai 2019 die zweite Singleauskopplung, die bislang auf keinem Album von Schulz zu finden ist. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen R&B-Sängerin Harlœ.

Am 13. September 2019 veröffentlichte Schulz die Single Rather Be Alone, die in Zusammenarbeit mit dem griechischen DJ und Produzenten Nick Martin und dem US-Sänger Sam Martin entstand. Das Musikvideo dazu erschien am 7. Oktober 2019, welches die Geschichte von All This Love fortsetzt und in dem Toni Garrn als Schauspielerin zu sehen ist.

Im Januar 2020 erschien mit In Your Eyes eine weitere Single von Schulz. Hierbei handelt es sich um eine Kollaboration mit der norwegischen Singer-Songwriterin Alida.[15] Das dazugehörige Musikvideo erzählt die Geschichte der beiden vorangegangenen Singles weiter. Am 29. Mai 2020 erschien mit Oxygen die zweite Single des Kalenderjahres. Es handelt sich dabei um eine Zusammenarbeit mit der schwedischen Singer-Songwriterin Winona Oak.[16] Oxygen ist die erste Single, die unter Schulz’ neugegründeten Musiklabel Mentalo Music erschien.[17] Drei Wochen nach der Veröffentlichung von Oxygen veröffentlichte Schulz gemeinsam mit Wes eine Neuauflage deren Single Alane aus dem Jahr 1997.[18]

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US   Dance
2014 Prayer
Tonspiel / Warner Music
DE7
 
Platin

(47 Wo.)DE
AT10
(12 Wo.)AT
CH4
 
Gold

(51 Wo.)CH
UK86
 
Gold

(2 Wo.)UK
US42
(19 Wo.)US
Dance3
(34 Wo.)Dance
Erstveröffentlichung: 16. September 2014
Verkäufe: + 405.000
2015 Sugar
Tonspiel / Warner Music
DE3
 
Gold

(45 Wo.)DE
AT4
(15 Wo.)AT
CH1
(37 Wo.)CH
US154
(8 Wo.)US
Dance5
(4 Wo.)Dance
Erstveröffentlichung: 25. September 2015
Verkäufe: + 150.000
2017 Uncovered
Tonspiel / Warner Music
DE11
(34 Wo.)DE
AT19
(16 Wo.)AT
CH12
(5 Wo.)CH
Dance12
(1 Wo.)Dance
Erstveröffentlichung: 29. September 2017

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

  • 2015: ECHO – Dance national[19]
  • 2016: ECHO – Dance national[19]
  • 2016: ECHO – Bester Nationaler Act im Ausland[20]
  • 2016: „Grand Prix“-Award des Pariser Musikvideo-Festivals für Sugar als bestes Musik-Video
  • 2016: Spotify-Award „Most viral Track of the Year“ für die Single Sugar
  • 2018: ECHO – Dance national[19]

WeblinksBearbeiten

Commons: Robin Schulz – Sammlung von Bildern

QuellenBearbeiten

  1. Der Hitschmied, n-tv.de
  2. Liste offizieller Remixe von Robin Schulz auf discogs.com, abgerufen am 18. April 2014
  3. Releasedetails der Single-CD auf discogs.com
  4. Charts Deutschland KW 9 (Memento vom 24. März 2014 im Internet Archive) auf musikmarkt.de am 25. Februar 2014
  5. Tom Bullmann: Osnabrücker DJ Robin Schulz an der Spitze der Charts in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 5. März 2014, abgerufen am 10. April 2014
  6. Mr. Probz’s „Waves“ Heading for No1 This Weekend auf mtv.co.uk am 23. April 2014
  7. Weekly Singles Review (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) auf uk.celebrity.yahoo am 21. April 2014
  8. Robin Schulz zweite Nummer eins mit „Prayer in C“ (Memento vom 20. Juni 2014 im Internet Archive) auf musikmarkt.de am 17. Juni 2014
  9. Robin Schulz: Gold für „Prayer In C“ (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), Renzo Wellinger, Musikmarkt, 10. Juli 2014
  10. GOLD-/PLATIN-Datenbank. musikindustrie.de, abgerufen am 15. April 2020.
  11. Robin Schulz: Debütalbum „Prayer“ erscheint am 19.09. auf warnermusic.de, abgerufen am 6. September 2014
  12. Francesco Yates. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  13. Francesco Yates bei Discogs (englisch)
  14. Robin Schulz: Spannender Blick hinter die Kulissen: "Robin Schulz – The Movie" feiert am 24.02. Premiere. 17. Februar 2017, abgerufen am 4. Oktober 2019.
  15. Credits / In Your Eyes (feat. Alida) / Robin Schulz. listen.tidal.com, 10. Januar 2020, abgerufen am 19. Januar 2020.
  16. Winona Oak & Robin Schulz – Oxygen. listen.tidal.com, 29. Mai 2020, abgerufen am 12. Juni 2020.
  17. Robin Schulz’ eigenes Label Mentalo Music geht mit dem Song “Oxygen” mit Winona Oak an den Start. warnermusic.de, 29. Mai 2020, abgerufen am 12. Juni 2020.
  18. Credits / Alane / Robin Schulz. listen.tidal.com, abgerufen am 30. Juni 2020 (englisch).
  19. a b c Bundesverband Musikindustrie: ECHO | Dance National. Abgerufen am 12. April 2018 (englisch).
  20. Bundesverband Musikindustrie: ECHO | Nationaler Act im Ausland. Abgerufen am 8. Februar 2017 (englisch).