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Pietro da Cortona

Baumeister und Maler des programmatischen, römischen Hochbarocks
Pietro da Cortona, Santi Luca e Martina, Rom

Pietro da Cortona (* 1. November 1596 als Pietro Berrettini in Cortona; † 16. Mai 1669 in Rom) war ein bedeutender Baumeister und Maler des römischen Hochbarocks. Er war auch Anatom.

LebenBearbeiten

Um 1612 zog Pietro da Cortona mit seinem Lehrmeister, dem Maler Andrea Commodi (1560–1638), nach Rom. Cortonas Leistungen in Baukunst und Malerei sind gleichrangig. In der Malerei trug er wesentlich, vor allem durch die Ausmalung des Festsaales im Palazzo Barberini in Rom (1633–1639), zur Entwicklung des monumentalen illusionistischen Deckenfreskos bei. Als Architekt gehörte er neben Bernini und Borromini zu den drei wichtigsten Programmatikern des römischen Hochbarock.

Während sein früher Stil noch durch manieristische Formenfülle charakterisiert ist, nimmt sein Spätstil deutlich klassizistischere Züge an. Für die Dekorationskunst sind vor allem seine Arbeiten im Palazzo Pitti von Bedeutung. Sie beeinflussten beispielsweise Schlüters Dekorationsentwürfe für das Berliner Schloss.

Er ist auch bekannt für anatomische Zeichnungen, die zwischen 1615 und 1620 angefertigt wurden (nach Sektionen im Hospital Santo Spirito in Rom).[1] Sie zeigen zum Beispiel eine Frau, die ihren aufgeschnittenen Unterleib präsentiert, vor klassizistischem Säulen-Hintergrund. Andere Figuren werden in Haltungen und Blick präsentiert, als wenn sie noch leben würden, manchmal halten sie eine Tafel mit weiteren anatomischen Details aus ihrem Innern. Sie wurden erst 1741 veröffentlicht (Tabulae anatomicae).

WerkeBearbeiten

 
Steinigung des Hl. Stephan

BautenBearbeiten

GemäldeBearbeiten

RezeptionBearbeiten

Nach 1850 malte der Genremaler Max Michael, der 20 Jahre in Rom gelebte hatte und 1875 als Professor nach Berlin berufen wurde, sein Bild Pietro da Cortona malt ein Altarbild in einem Kloster.

LiteraturBearbeiten

  • Susanne Kunz-Saponaro: Rom und seine Künstler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-17678-6, S. 57 ff.
  • Jörg Martin Merz: Pietro da Cortona and Roman Baroque Architecture. Yale University Press, New Haven (Conn.)/London 2008, ISBN 0300111231
  • Salomon Wininger: Große Jüdische National-Biographie, 1925–1936, Nachdruck 1979, S. 381–382.
  • The Anatomical Plates of Pietro Da Cortona: 27 Baroque Masterpieces. With a New Introduction by Jeremy M. Norman, Dover 1986.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pietro da Cortona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Universität Glasgow, MS Hunter 653