Laban (Bibel)

Laban (hebräisch לָבָן LavanWeiß“, auch: Lāḇān) ist in der Tora und in der Genesis (1. Buch Mose) des Alten Testaments ein Aramäer aus Paddan-Aram, der Bruder von Rebekka und der Vater von Lea und Rachel und mehrerer nicht namentlich genannter Söhne (Gen 31,1 EU). Als solcher ist er ein Schwager von Isaak und zweifacher Schwiegervater seines Neffen Jakob.

Laban sucht nach den Götterbildern (Gemälde von Giovanni Battista Tiepolo um 1750)
Das Bundesmahl auf dem Zeugnis­haufen (unbekannte Bibel-Illustration)

Laban wird erstmals in der biblischen Erzählung Gen 24,29–60 EU erwähnt, wo er Begeisterung für den Goldschmuck zeigte, den seine Schwester für Isaak entgegennahm. Ferner spielte er eine Schlüsselrolle beim Arrangement ihrer Eheschließung.

Erhebliche Zeit später versprach Laban seine jüngere Tochter Rachel Rebekkas Sohn Jakob als Gegenleistung für seinen siebenjährigen Dienst bei ihm in Haran. Dies war jedoch eine Falle, um ihn stattdessen mit seiner älteren Tochter Lea zu verheiraten. Jakob diente dann weitere sieben Jahre als Gegenleistung für das Recht, nun endlich seine favorisierte Rachel als zweite Ehefrau heiraten zu können, siehe Gen 29 EU. Am Ende Jakobs nun 14-jährigen Dienstes für Laban verließ er Labans Haus heimlich, als dieser gerade wegen der Schafschur außer Haus war und nahm seine Frauen und seine Kinder und alle seine Besitztümer mit.

Laban, der erst einige Tage später davon erfuhr, folgte Jakob sogleich und holte diesen auf seinem Weg zur Berggegend von Gilead nördlich des Flusses Jabbok ein. Er fragte Jakob, warum er weggegangen sei, ohne ihm Gelegenheit gegeben zu haben, seine Kinder und Enkel zum Abschied zu küssen, und warum er seine Götter gestohlen habe. Jakob antwortete, dass er befürchtet hatte, von Laban am Weggehen gehindert zu werden und dass er nichts von einem Diebstahl wüsste. Bei einer Durchsuchung wurde nicht festgestellt, dass Rahel die Familienteraphim tatsächlich gestohlen und sie im Sattelkorb ihres Kamels versteckt hätte.[1][2]

„Wer die Hausgötzen besaß, galt auch als rechtmäßiger Erbe, was erklärt, weshalb Laban gemäß 1. Mose 31:26 ff. so sehr daran gelegen war, seine Hausgötzen von Jakob zurückzuerhalten“.[3][4]

Als Jakob und Laban ihren Streit friedlich beigelegt hatten, errichtete Jakob eine Steinsäule und schichtete dann Steine zu einem Haufen auf, der dort noch jahrelang als ein Zeuge des Friedensbundes diente, den die beiden bei einem feierlichen Mahl geschlossen hatten. Sie nannten den Steinhaufen Galed (hebr. גַּלְעֵד, „Zeugnishaufen“) und „Mizpa“ (hebräisch מצפה „Wachtturm“; Gen 31,46−54 EU).[2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Laban – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siehe (Gen 31 EU).
  2. a b Wachtturm-Gesellschaft: Jegar–Sahadutha. In: Einsichten über die Heilige Schrift. 1990–1992, S. 1275 (online auf wol.jw.org).
  3. James B. Pritchard: Ancient Near Eastern Texts. 1974, S. 220, Fußnote 51 (englisch).
  4. Siehe dazu auch E. Jenni (Hrsg.): Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. Band 2. 1979, S. 1058.