Petronell-Carnuntum

Gemeinde in Österreich

Petronell-Carnuntum ist eine Marktgemeinde mit 1263 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha.

Marktgemeinde
Petronell-Carnuntum
Wappen Österreichkarte
Wappen von Petronell-Carnuntum
Petronell-Carnuntum (Österreich)
Petronell-Carnuntum
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 25,37 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 16° 52′ OKoordinaten: 48° 6′ 53″ N, 16° 51′ 57″ O
Höhe: 175 m ü. A.
Einwohner: 1.263 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2404
Vorwahl: 02163
Gemeindekennziffer: 3 07 18
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Kirchenplatz 1
2404 Petronell-Carnuntum
Website: www.petronell.at
Politik
Bürgermeister: Martin Almstädter (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
11
8
11 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Petronell-Carnuntum im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am LeithabergeBad Deutsch-AltenburgBergBruck an der LeithaEbergassingEnzersdorf an der FischaEnzersdorf an der FischaFischamendGöttlesbrunn-ArbesthalGötzendorf an der LeithaGramatneusiedlHainburg an der DonauHaslau-Maria EllendHimbergHof am LeithabergeHöfleinHundsheimKlein-NeusiedlLanzendorfLeopoldsdorfMannersdorf am LeithagebirgeMaria-LanzendorfMoosbrunnPetronell-CarnuntumPrellenkirchenRauchenwarthRohrauScharndorfSchwadorfSchwechatSommereinTrautmannsdorf an der LeithaWolfsthalZwölfaxingLage der Gemeinde Petronell-Carnuntum im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Das Heidentor – Wahrzeichen der Marktgemeinde
Das Heidentor – Wahrzeichen der Marktgemeinde
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Petronell-Carnuntum liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 25,36 Quadratkilometer. 25,99 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Gemeinde liegt größtenteils am rechten Ufer der Donau südwestlich von Hainburg an der Donau, 182 Meter über dem Meeresspiegel.

NachbargemeindenBearbeiten

Eckartsau (Gänserndorf) Engelhartstetten (Gänserndorf) Hainburg
Scharndorf   Bad Deutsch-Altenburg
Höflein Rohrau

GeschichteBearbeiten

Im Altertum waren das Militärlager und die Zivilstadt von Carnuntum Teil der römischen Provinz Pannonien. Im Laufe des 5. Jahrhunderts wurde der Ort von seinen romanischen Bewohnern aufgegeben und verlassen. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich hier eine Siedlung, der im Jahr 1142 das Marktrecht verliehen wurde. Damit zählt Petronell zu den ältesten Marktgemeinden Niederösterreichs.

Der heutige, eher ungewöhnliche Ortsname Petronell geht auf die französische Gemahlin Kaiser Heinrichs III., Agnes von Poitou, zurück, die sich 1077 in Rom neben der heiligen Petronilla beisetzen ließ. Zur Erinnerung an die Kaiserin erbauten die kaisertreuen Grafen von Vohburg (Diepoldinger-Rapotonen) um 1125 auf dem Boden des alten Carnuntums eine Kirche, die der Petronella geweiht war. Sie ist auch die Schutzheilige gegen Gicht, Fieber und Rheuma, die in den Schwefelquellen von Bad Deutsch-Altenburg behandelt werden.[1]

Der Erbauer der Burg Liechtenstein bei Mödling und Begründer des Hauses Liechtenstein hieß Hugo von Petronell. Unter seinem Enkel existierte im späten 12. Jahrhundert eine Seitenlinie Petronell-Liechtenstein.[2]

Von 1656 bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 und darüber hinaus lenkte die Adelsfamilie Abensperg-Traun die Geschicke der Marktgemeinde Petronell, als eine von vielen zur Adelsfamilie gehörigen Herrschaften. Ein Zweig der Familie ist bis heute in Petronell ansässig.

Den Namen Petronell-Carnuntum führt die Gemeinde seit 1966.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

In den Jahren 1991 bis 2001 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ. Danach war die Zuwanderung stärker als die negative Geburtenbilanz.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die wesentlichste Sehenswürdigkeit des Ortes sind die Reste der römischen Festung.

Sehenswert darüber hinaus:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Besucherzentrum des Freilichtmuseums
 
Petronell (oben) und der nördliche Teil der Kurzzenschanze (Alte Schanze) um 1873 im Aufnahmeblatt der Landesaufnahme

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 51, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 514. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,16 Prozent.

BildungBearbeiten

In der Gemeinde befindet sich ein Kindergarten[6] und eine Volksschule.[7]

PolitikBearbeiten

BW

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1953–1983 Viktor Schneider (SPÖ)
  • 1995–2004 Sven Ladek (ÖVP)
  • 2004–2017 Ingrid Scheumbauer (ÖVP), zurückgetreten mit 23. April 2017[14]
  • seit Mai 2017 Martin Almstädter (SPÖ)

WappenBearbeiten

Zum 900-jährigen Bestehen Petronells im Jahr 1958 verlieh die Landesregierung Niederösterreichs der Marktgemeinde ein Marktwappen. Die dazugehörende Marktfahne ist in den Farben Blau-Weiß gehalten und trägt in der Mitte das neue Wappen: in blauem Schild das weiße Heidentor auf grünem Grund.[15]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 2017: Franz Humer, Archäologe[16]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Petronell-Carnuntum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. August Obermayr, S. 132
  2. Vereinfachter Stammbaum der Familie Liechtenstein. In: Offizielle Website der Burg Liechtenstein. Abgerufen am 15. März 2019.
  3. Statistik Austria: Auflösungen bzw. Vereinigungen von Gemeinden ab 1945
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Petronell-Carnuntum, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  5. Österreichische Bauzeitung: Graben, mauern, planen, bauen; abgerufen am 29. Sep. 2014
  6. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  7. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 30. September 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  14. Rücktritt Bürgermeister Ingrid Scheumbauer auf www.petronell.at vom 21. April 2017, abgerufen 30. April 2017
  15. Petronell-Carnuntum – Geschichte. Abgerufen am 22. Mai 2011.
  16. „Mister Carnuntum“ ist nun Ehrenbürger, www.noen.at, abgerufen am 7. Dezember 2020.