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Ebergassing
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ebergassing
Ebergassing (Österreich)
Ebergassing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL (seit 2017; alt: WU)
Fläche: 16,26 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 16° 31′ OKoordinaten: 48° 2′ 45″ N, 16° 30′ 58″ O
Höhe: 180 m ü. A.
Einwohner: 3.934 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 2435
Vorwahl: 02234 Ebergassing
02230 Wienerherberg
Gemeindekennziffer: 3 07 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwadorfer Straße 9
2435 Ebergassing
Website: www.ebergassing.at
Politik
Bürgermeister: Roman Stachelberger (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
14
4
4
1
14 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am LeithabergeBad Deutsch-AltenburgBergBruck an der LeithaEbergassingEnzersdorf an der FischaEnzersdorf an der FischaFischamendGöttlesbrunn-ArbesthalGötzendorf an der LeithaGramatneusiedlHainburg an der DonauHaslau-Maria EllendHimbergHof am LeithabergeHöfleinHundsheimKlein-NeusiedlLanzendorfLeopoldsdorfMannersdorf am LeithagebirgeMaria-LanzendorfMoosbrunnPetronell-CarnuntumPrellenkirchenRauchenwarthRohrauScharndorfSchwadorfSchwechatSommereinTrautmannsdorf an der LeithaWolfsthalZwölfaxingLage der Gemeinde Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Ebergassing ist eine Gemeinde mit 3934 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Ebergassing um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die Gemeinde Ebergassing umfasst 16,26 km² und liegt im Industrieviertel am Fluss Fischa im Wiener Becken. Etwa elf Prozent der Fläche der Gemeinde sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst zwei Katastralgemeinden bzw. gleichnamigen Ortschaften (Fläche 2016[1], Bevölkerung am 1. Jänner 2019[2]):

  • Ebergassing (738,76 ha, 3127 Ew.)
  • Wienerherberg (888,23 ha, 807 Ew.)

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. 1120 wird in einer Traiskirchner Urkunde der Ort Ebergozzingen genannt,[3] die Ebergassinger waren die Untertruchsess von Niederösterreich. 1334 gehörte die Burg einem Zweig der Stuchsen von Trautmannsdorf. 1486 gelang es den Ungarn mithilfe von Wiener Söldnern Ebergassing nach einer längeren Belagerung einzunehmen. Um 1540 kaufte Andreas Thonradl die Herrschaft. Der alte Wehrbau wurde zum Renaissance-Wasserschloss umgebaut. Da die Freiherren von Thonradl zu den führenden Protestanten in Niederösterreich zählten,[4] wurde ihr Besitz 1620 eingezogen. 1642 kam der Besitz an die Fürsten von Liechtenstein, die den barocken Ausbau der Burganlage veranlassten. Von 1788 bis 1811 gehörte die Herrschaft den Edlen von Trattner. Franz von Schloissnigg ließ zwischen 1863 und 1865 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen.

Die Frühansiedlung von Industrie wurde durch die Fischa begünstigt, die durch geringe Wasserstands- und Temperaturschwankungen die besten Bedingungen dafür schaffte. In der Zeit Maria Theresias (Mitte 18. Jahrhundert) wurde ein Stückbohrwerk bzw. Kanonenbohrerei für Artillerie in Ebergassing errichtet. Um 1770 ließ Johann Thomas Trattner eine Mühle in eine Papierfabrik umbauen, die später durch Herstellung von Endlospapier Weltbedeutung erlangte (siehe Vinzenz Sterz). Stolz konnte man auch auf die Herstellung des ersten Banknotenpapiers für die österreichische Nationalbank sein. Die sogenannte Ebergassinger Kolonie war eine der ersten Arbeiterwohnsiedlungen in Ostösterreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Dritte Reich im Jahre 1938 wurde der Ort als Teil des neu geschaffenen 23. Bezirkes Schwechat nach Groß-Wien eingegliedert. Die Gemeinde wurde 1954 durch die Abtrennung von Wien wieder selbständig. Im Jahr 1975 erfolgte die Zusammenlegung mit der ehemals eigenständigen Gemeinde Wienerherberg.

1995 rückte Ebergassing kurzzeitig ins öffentliche Interesse, als Linksextreme dort einen Strommast zu sprengen versuchten und dabei ums Leben kamen. Siehe dazu Anschlag von Ebergassing.

Von 1954 bis zu dessen Auflösung mit 31. Dezember 2016 war Ebergassing Teil des Bezirks Wien-Umgebung.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 2016: 3.930
  • 2001: 3.449
  • 1991: 2.880
  • 1981: 2.746
  • 1971: 2.549

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, 4 ÖVP, 2 FPÖ, und 3 Sonstige.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, 4 ÖVP, 2 FPÖ, 2 KLS, und 1 BF.[5]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, 5 ÖVP, 3 Bürgerliste, und 1 FPÖ.[6]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 7 ÖVP, und 2 Bürgerliste.[7]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 SPÖ, 6 ÖVP, und 1 Bürgerliste.[8]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 4 Eber, 4 ÖVP, und 1 FPÖ.[9]
Bürgermeister
  • 1965–1986 Stefan Steinle (SPÖ)
  • 1986–2008 Ernst Wessely (SPÖ)
  • seit 2008 Roman Stachelberger (SPÖ)

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche hl. Georg in Wienerherberg

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2001 gab es in Ebergassing 95 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, nach der Erhebung 1998 standen dem 38 landwirtschaftliche bzw. forstwirtschaftliche Betriebe gegenüber. Die Zahl der Erwerbstätigen 2001 betrug am Wohnort 1781. Die Erwerbsquote lag bei 52 Prozent (Stand 2001).

Eine der größeren ansässigen Firmen ist ein zum spanischen Automobilzulieferer Grupo Antolin gehörendes Werk, welches Kunststoffteile für zahlreiche Autohersteller liefert.

Die Firma Spar AG hat seit 2016 ein Logistikzentrum in Ebergassing.

SportBearbeiten

  • SC Ebergassing
  • TC Ebergassing
  • Jiu Jitsu Verein Ebergassing uvm.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Mathias Winter (1732–1777), Mühlherr, Marmor-Gedenktafel an der Kanzel in der Kirche von Wienerherberg
  • Carl Magnus Winter (1771–1827), Referent in Beethovens Vormundschaftsprozess für dessen Neffen Karl
  • Luise Helletsgruber (1901–1967), Opernsängerin
  • Hubert Peterka (1908–1976), Bergsteiger und Autor
  • Walter Skocik (* 1940), Fußballteamspieler und -trainer
  • Udo Fischer (* 1952), Benediktinerpater

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ebergassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen am 19. Februar 2017
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. Erste urkundliche Nennungen Gramatneusiedls in vier Urkunden, ausgestellt von Ulrich von Hoeft, seit 1092 Bischof von Passau
  4. Constantin von Wurzbach: Habsburg, Ferdinand II.. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 184–188 (Digitalisat).
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Ebergassing. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 1. Juli 2019.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Ebergassing. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 1. Juli 2019.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Ebergassing. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 1. Juli 2019.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Ebergassing. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 1. Juli 2019.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Ebergassing. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 1. Juli 2019.