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Petra Lang

deutsche Opern- und Konzertsängerin (Mezzosopran)

Petra Lang (* 29. November 1962 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Opern- und Konzertsängerin (Mezzosopran). Sie gilt als bedeutende Interpretin der Werke Richard Wagners und Gustav Mahlers.

LebenBearbeiten

Petra Lang schloss ein Violinstudium ab. Danach lernte sie Gesang bei Gertie Charlent an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und am Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz. Gleichzeitig besuchte sie die Opernschule bei Harro Dicks. Lang nahm an Meisterkursen bei Hans Hotter, Dietrich Fischer-Dieskau, Brigitte Fassbaender und Peter Schreier teil. Nach Beendigung des Studiums wurde Petra Lang 1989 nach einem Vorsingen zu einem Meisterkurs bei Ingrid Bjoner ans Opernstudio der Bayerischen Staatsoper in München verpflichtet. Lang studierte mit Ingrid Bjoner bis zu deren Tod im Jahr 2006. Von 2001 bis 2005 arbeitete sie mit Astrid Varnay an Wagner-Partien.

1990 wurde sie vom Theater Basel engagiert, sang 1991 an den Städtischen Bühnen Nürnberg und von 1992 bis 1995 am Theater Dortmund. In Dortmund konnte sie sich zahlreiche Partien des lyrischen Mezzorepertoires erarbeiten. Zudem war sie als Tamiri in Mozarts Il Re Pastore an der Nederlandse Opera Amsterdam, als Virtu in Monteverdis L’Incoronazione di Poppea bei den Salzburger Festspielen, als Fenena in Verdis Nabucco bei den Bregenzer Festspielen und als Flora in La traviata bei den Zürcher Festspielen zu hören. In der Spielzeit 1994/95 wandte sie sich dem Werk Richard Wagners zu und sang ihre erste Waltraute (Götterdämmerung) und Fricka (Das Rheingold, Die Walküre) im Dortmunder Ring-Zyklus. Unter der Operndirektion von Brigitte Fassbaender fügte sie am Staatstheater Braunschweig von 1995 bis 1997 die Brangäne (Tristan und Isolde), Judith (Herzog Blaubarts Burg), Marie (Wozzeck) und Eboli (Don Carlos) ihrem Repertoire hinzu.

Danach entschied sich Petra Lang freischaffend tätig zu sein und singt seitdem an den großen Bühnen dieser Welt:

  • Royal Opera House London (Brangäne, Waltraute, Kundry, Ortrud, Ariadne, Judith)
  • De Nederlandse Opera Amsterdam (Cassandre, Venus)
  • Bayerische Staatsoper München (Brangäne, Venus)
  • Deutsche Oper Berlin (Brangäne, Venus, Sieglinde, Cassandre)
  • Semperoper Dresden (Brangäne, Kundry, Ariadne)
  • Hamburgische Staatsoper (Waltraute, Kundry)
  • Staatstheater Stuttgart (Adriano)
  • Oper Köln (Sieglinde)
  • Wiener Staatsoper (Fricka, Waltraute, Brangäne, Kundry, Ortrud, Isolde, Brünnhilde)
  • De Vlaamse Opera Antwerpen (Brangäne)
  • Grand Théâtre de Genève (Amneris, Kundry, Judith, Ortrud)
  • Opernhaus Zürich (Sieglinde), Teatro San Carlo Neapel (Sieglinde)
  • Accademia di Santa Cecilia Rom (Venus)
  • Teatro La Fenice Venedig (Sieglinde)
  • Mailänder Scala (Venus)
  • Teatro de la Maestranza Sevilla (Sieglinde)
  • Budapest (Ortrud)
  • Opera Nationala Bukarest (Ortrud)
  • Tokio (Kundry)
  • Teatro Municipal di Santiago de Chile (Brangäne)
  • San Diego Opera (Venus)
  • Baltimore Opera (Venus)
  • Lyric Opera Chicago (Brangäne)
  • San Francisco Opera (Venus)

RepertoireBearbeiten

Bei den Bayreuther Festspielen 2005/2006 sang Petra Lang die Brangäne in Tristan und Isolde, 2011 die Ortrud im Lohengrin von Hans Neuenfels und 2016 sowie 2017 die Rolle der Isolde.[1][2]

Neben ihren Erfolgen auf den Opernbühnen ist sie eine international gefragte Konzertsängerin, die vor allem für ihre sensible Interpretation der Werke Gustav Mahlers bekannt ist. Zu ihrem Repertoire gehören Wagners Wesendonck-Lieder, Berlioz’ Les nuits d'été, Bergs Sieben frühe Lieder und die Wozzeck-Fragmente, Schönbergs Lieder op. 8 und die Waldtaube in den Gurre-Liedern, die Iocasta in Strawinskys Oedipus Rex, Zemlinskys Maeterlinck-Gesänge, Sibelius, Duparc, Lalo, Strauss Orchester-Lieder, Beethovens IX. Symphonie und die Missa Solemnis.

Sie konzertiert mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Claudio Abbado, Pierre Boulez, Semjon Bytschkow, Riccardo Chailly, M. W. Chung, Colin Davis, Christoph von Dohnányi, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Iván Fischer, Bernard Haitink, Marek Janowski, Armin Jordan, Philippe Jordan, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Jukka-Pekka Saraste, Wolfgang Sawallisch, Leif Segerstam, Simon Rattle, Donald Runnicles, Peter Schneider, Jeffrey Tate, Christian Thielemann, Silvio Varviso und Simone Young.

Ihr weitgespanntes Liedrepertoire reicht von Franz Schubert bis Anton Webern, und sie arbeitet mit den Pianisten Adrian Baianu, Malcolm Martineau, Carmen Piazzini, Maurizio Pollini, Wolfram Rieger, Charles Spencer und Einar Steen-Nøkleberg. Stationen ihrer Liederabende sind u. a. Wigmore Hall (London), Concertgebouw (Amsterdam), Schubertiade (Feldkirch), Semperoper (Dresden), La Scala (Mailand), Carnegie-Weill Hall (New York), Salle Pleyel (Paris) und beim Edinburgh Festival.

GesangspädagogikBearbeiten

Petra Lang arbeitet auch als Gesangspädagogin und gab Meisterkurse für die Mahler Society London (2006), an der Kölner Musikhochschule (2007), in Münster (2007) und gemeinsam mit Adrian Baianu in Münster (2008) und in London (2009).

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1991: 1. Preis Robert Stolz Wettbewerb Hamburg
  • 1991: 1. Preis Internationaler Vocalisten Concours’s-Hertogenbosch
  • 1992: 1. Preis Alexander Girardi Wettbewerb Coburg
  • 2002: Preis der deutschen Schallplattenkritik
  • 2002: Classical BRIT Awards in der Kategorie „Critics Choice“
  • 2002: Orphée d’Or de L’Academie du disque lyrique für die Interpretation der Cassandre in der Aufnahme von Berlioz’ Les Troyens unter Sir Colin Davis und dem LSO London
  • 2002: Grammy Award in den Kategorien „beste Einspielung“ und „beste Interpretation“

DiskografieBearbeiten

Jahr Komponist Werk Partie Leitung Label
1992 Bach Kantaten John Eliot Gardiner DGG
1993 Mozart Le Nozze di Figaro Cherubino Nikolaus Harnoncourt Teldec
1995 Bruckner Te deum Enoch zu Guttenberg Sony
1997 Wagner Tristan und Isolde Brangäne Eve Queler, Opera Orchestra of New York
1998 Mahler II Andrew Litton DELOS
1999 Rossini Stabat Mater Marcus Creed Harmonia mundi
Beethoven IX. Symphonie Ph. Herrewege Harmonia mundi
2001 Berlioz Les Troyens Cassandre Colin Davis LSO Live
2002 Mahler II Riccardo Chailly, Royal Concertgebouworkest Decca
2003 Mahler III Riccardo Chailly, Royal Concertgebouworkest Decca
2004 Wagner Tristan und Isolde Brangäne Christian Thielemann DGG
2008 Dirigentenlieder Adrian Baianu, Klavier OehmsClassics
2009 Wagner Lohengrin Ortrud S. Bychkov Hänssler, WDR Symphonieorchester

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Axel Zibulski: Thielemann bringt die Erlösung. Frankfurter Neue Presse, 3. August 2016, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  2. Robert Jungwirth: Thielemanns Liebestrank. Website von BR Klassik, 27. Juli 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.