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LebenBearbeiten

Jordan wurde als Sohn des Dirigenten Armin Jordan und der Tänzerin Käthe Herkner geboren, seine Schwester ist die Schauspielerin Pascale Jordan (* 1977).

Im Alter von sechs Jahren bekam er erstmals Klavierunterricht, zwei Jahre später wurde er Mitglied der Zürcher Sängerknaben. Mit 11 begann er, auch Violine zu spielen, um dann mit 16 ein Studium der Klavierpädagogik aufzunehmen, das er mit Erfolg abschloss. Dann studierte er an der Zürcher Musikhochschule Musiktheorie und Komposition bei dem Schweizer Komponisten Hans Ulrich Lehmann und setzte seine Klavierstudien bei Karl Engel fort.

Nach dem Studium trat Jordan eine Stelle als Assistent von Jeffrey Tate in Aix-en-Provence sowie am Théâtre du Châtelet in Paris bei Richard Wagners Der Ring des Nibelungen an. 1994–1998 trat Philippe Jordan sein erstes festes Engagement im Philharmonisches Orchester am Theater Ulm an, zunächst als Korrepetitor und Assistent des Chefdirigenten James Allen Gähres, ab 1996 als erster Kapellmeister.[1] Die endgültige Anerkennung als Dirigent von Weltruf gelang ihm durch sein Engagement an die Staatsoper Unter den Linden Berlin, wo er unter anderem als Assistent von Daniel Barenboim tätig war (1998 bis 2002).

Ab der Spielzeit 2001/02 war er Chefdirigent des Grazer Philharmonischen Orchesters und des Grazer Opernhauses. Hier leitete er unter anderem vielbeachtete Produktionen von Eugen Onegin (Peter Iljitsch Tschaikowskij), Don Carlos (Giuseppe Verdi), Parsifal (Richard Wagner), Ariadne auf Naxos (Richard Strauss) und Otello (Giuseppe Verdi). Wegen Unstimmigkeiten mit der Opernintendanz und den politisch Verantwortlichen verliess er Graz im Sommer 2004.

Seit der Spielzeit 2009/10 ist er musikalischer Direktor der Opéra National de Paris. Zudem übernahm er ab der Spielzeit 2006/07 den Posten des Ersten Gastdirigenten an der Berliner Staatsoper Unter den Linden.

Seit Herbst 2014 ist Philippe Jordan Chefdirigent der Wiener Symphoniker.[2] Im Juli 2017 wurde bekanntgegeben, dass Philippe Jordan mit 1. September 2020 Musikdirektor der Wiener Staatsoper werden soll.[3] Als Chefdirigent der Wiener Symphoniker soll ihm ab der Saison 2021/22 Andrés Orozco-Estrada nachfolgen.[4]

Neben diesen fixen Engagements gibt Jordan Gastspiele an vielen wichtigen Opernhäusern und nimmt an Festspielen teil, unter anderem:

Zusätzlich ist er auch immer wieder als Dirigent von Orchesterkonzerten sowie kammermusikalisch als Pianist tätig.

TV- und FilmproduktionenBearbeiten

KonzertaufzeichnungenBearbeiten

  • Philippe Jordan dirigiert die Wiener Symphoniker, Carinthischer Sommer 2015, Congress Center Villach. 6. September 2015, ORF.
  • Philippe Jordan dirigiert die Wiener Symphoniker, Großer Musikvereinssaal, Wien. 18. Oktober 2015, ORF.
  • Philippe Jordan – Beethoven: Complete Symphonies, Live-Mitschnitt aus der Opéra Bastille und Palais Garnier, Paris, 2014–2015, Orchestre de l’Opéra national de Paris, Co-Produktion der Opéra national de Paris und Telmondis in Zusammenarbeit mit ARTE France, M Media/ClassicAll TV. (Arthaus Musik)
  • Philippe Jordan dirigiert die Wiener Symphoniker, Wiener Konzerthaus, Wien. 15. April 2017, ORF, 3Sat, ARTE

Produktionen über JordanBearbeiten

  • Wagnerwahn, ein Film von Ralf Pleger im Rahmen der Reihe Die Kulturakte. 29. Mai 2013, WDR.
  • Philippe Jordan – Zum Dirigieren geboren, Dokumentarfilm von Reiner E. Moritz. (Arthaus Musik)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Suter, Paul: Philippe Jordan, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 938.
  2. Nachricht über die Berufung zu den Wiener Sinfonikern
  3. orf.at: Staatsoper: Jordan wird Musikdirektor. Artikel vom 31. Juli 2017, abgerufen am 31. Juli 2017.
  4. derStandard.at: Andrés Orozco-Estrada wird Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Artikel vom 29. März 2018, abgerufen am 29. März 2018.