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Oberprüfungsamt für den höheren technischen Verwaltungsdienst

deutsche Organisation

Das Oberprüfungsamt für das technische Referendariat (OPA) ist eine Sonderstelle beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit Sitz in Bonn. Es ist zuständig für die Betreuung des Ausbildungs- und Prüfungswesens für das technische Referendariat.

Oberprüfungsamt für das technische Referendariat
— OPA —
Oberprüfungsamt logo.svg
Staatliche Ebene Bund
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Gründung 1946[1]
Hauptsitz Bonn
Behördenleitung Peter Neu[2]
Website www.oberpruefungsamt.de

Inhaltsverzeichnis

HistorieBearbeiten

Das OPA hat seine Wurzeln im 18. Jahrhundert. In Preußen wurde 1770 zur Qualitätsverbesserung der Nachwuchskräfte im Bauwesen das Königlich Preußische Ober-Bau-Department gegründet. 1886 wurde es als Preußisches Technisches Oberprüfungsamt zuständig für die Ablegung der Zweiten Hauptprüfung für den Staatsdienst. 1936 bis 1945 existierte das Reichsprüfungsamt unter Aufsicht des Reichsverkehrsministeriums.

Am 8. Oktober 1946 schlossen die Länder und Zentralverwaltungen der damaligen britischen Besatzungszone ein Abkommen über die erneute Errichtung eines Oberprüfungsamtes für die höheren technischen Verwaltungsbeamten. Es war das Ziel, für Bund, Länder und Gemeinden qualifizierte Nachwuchskräfte im höheren technischen Dienst auszubilden. 1948 wurde unter Beteiligung weiterer Länder und Verwaltungen das Übereinkommen über die Errichtung eines gemeinschaftlichen Oberprüfungsamtes deutscher Länder und Verwaltungen für die höheren technischen Verwaltungsbeamten geschlossen. Allerdings wurde das OPA bisher nicht von allen Ländern gleichermaßen genutzt; von den Ländern Bremen und Saarland wurden zum Beispiel in den 1970er Jahren keine Städtebaureferendare ausgebildet.[3]

Das OPA wurde 1950 als Bundesoberbehörde mit Sitz in Frankfurt am Main dienst- und haushaltsrechtlich dem Bundesverkehrsministerium unterstellt. Zum 1. Februar 2008 wurde das OPA in das Bundesministerium für Verkehr und Stadtentwicklung eingegliedert und sein Dienstsitz nach Bonn verlegt.[1]

AufgabenBearbeiten

Das technische Referendariat bietet eine ergänzende Qualifizierung für Hochschulabsolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge und bereitet die Referendare damit auf die Übernahme leitender Funktionen in der öffentlichen Verwaltung und der freien Wirtschaft vor.[4]

Aufgabe des Oberprüfungsamtes ist die Entwicklung von Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften sowie die Abnahme der Großen Staatsprüfung für alle Mitgliedsverwaltungen für den höheren technischen Dienst in den Fachrichtungen Architektur, Bahnwesen, Geodäsie und Geoinformation, Landespflege, Luftfahrttechnik, Maschinen- und Elektrotechnik der Wasserstraßen, Maschinen- und Elektrotechnik in der Verwaltung, Stadtbauwesen, Städtebau, Straßenwesen, Umwelttechnik, Wasserwesen und Wehrtechnik.[5][6] Einige dieser Fachrichtungen sind erst aufgrund des Bedarfs der zuständigen Behörden entstanden; dazu gehören die Landespflege seit 1971[7] und die Umwelttechnik seit 2001.[8]

Beteiligte VerwaltungenBearbeiten

Mitgliedsverwaltungen des OPA sind

Die Länder Baden-Württemberg und Freistaat Bayern führen eigene, vergleichbare Ausbildungen und Prüfungen durch.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland. In: Festschrift. Oberprüfungsamt für das technische Referendariat beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, November 2016, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  2. Organisationsplan. In: Internetauftritt. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 1. August 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  3. Leitfaden für den Vorbereitungsdienst der Referendare der Fachrichtung Städtebau, im Auftrag des Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Bonn - Bad Godesberg 1973, Seite 13
  4. 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland, Festschrift 2016, Seite 7
  5. Flyer „Das technische Referendariat in Deutschland“. In: Internetauftritt. Oberprüfungsamt für das technische Referendariat beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 1. August 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  6. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für das technische Referendariat – APO –. Kuratorium des Oberprüfungsamtes für das technische Referendariat beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 1. Oktober 2013, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  7. 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland, Festschrift 2016, Seite 39
  8. 70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland, Festschrift 2016, Seite 76