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Ober-Klingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Otzberg im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg und hat knapp 900 Einwohner.

Ober-Klingen
Gemeinde Otzberg
Koordinaten: 49° 48′ 33″ N, 8° 53′ 27″ O
Höhe: 189 m
Fläche: 9,56 km²[1]
Einwohner: 876 (30. Jun. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64853
Vorwahl: 06162
Karte
Lage von Ober-Klingen in Otzberg
Die Kirche in Ober-Klingen
Die Kirche in Ober-Klingen

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Ober-Klingen liegt am Westhang des Otzberges und wird von der Semme durchflossen.

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname „Klingen“ wird auf die alte Bedeutung „Gießbach“ oder „Talschlucht“ zurückgeführt. Der Name „Klingen“ könnte aber auch ein Hinweis für die verschiedenen ausgebeuteten Erzvorkommen in unmittelbarer Nähe des Otzberges darstellen. Eines der heutigen beiden Klingen wurde bereits 1223 als „Clingen“ erwähnt. Eine Unterscheidung erfolgte 1383 für Ober-Klingen und 1357 für Nieder-Klingen. In den Urkunden wird der Ort dann als Obern Clingen (1383), Oberklingen und Obyrclingen (1387) sowie Obernclyngen (1485) erwähnt. Ober- und Nieder-Klingen gehörten bis 1521 zur Zent Umstadt und wurden dann infolge des Landshuter Erbfolgekriegs dem kurpfälzischen Oberamt Otzberg zugesprochen. Das Oberamt Otzberg kam 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit dem Tauschvertrag zwischen der Hessen-Darmstadt und dem Herren von Löwenstein-Wertheim vom 5. Februar 1805[3] kam es zum Amt Habitzheim, das 1806 durch die Rheinbundakte an das Großherzogtums Hessen fiel. Die Niedere Gerichtsbarkeit bliebt bis 1822 bei den Herren Löwenstein-Wertheim.

Durch Urkunden wird belegt:[1]
1343 verleiht der Abt von Fulda Rudolf Kilian ein fuldisches Lehen als Otzbergisches Burglehen.
1399 empfängt Schenk Eberhard von Erbach von Pfalzgraf Ruprecht anderthalb Huben und einen halben Hof als fuldisches Mannlehen.
1420 verkaufen Hademar zu Laber und seine Ehefrau Walpurgis, geb. Schenk zu Erbach, das halbe Dorf Klingen an den Pfalzgrafen Ludwig.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbstständige Gemeinde Ober-Klingen und fünf weitere Gemeinden zur neuen Gemeinde Otzberg zusammen.[4]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Ober-Klingen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5][3]

GerichteBearbeiten

Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz war:[1]

Historische NamensformenBearbeiten

In erhaltenen Urkunden wurde Ober-Klingen unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]:

  • Clingin (1261)
  • Obern Clingen (1383)
  • Obyrclingen (1387)
  • Obernclyngen (1485)
  • Clingen (1527)

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]

  • 1961: 597 evangelische (= 82,46 %), 121 katholische (= 16,71 %) Einwohner
Ober-Klingen: Einwohnerzahlen von 1633 bis 2015
Jahr  Einwohner
1633
  
200
1829
  
615
1834
  
644
1840
  
694
1846
  
784
1852
  
686
1858
  
646
1864
  
644
1871
  
624
1875
  
645
1885
  
670
1895
  
605
1905
  
594
1910
  
610
1925
  
581
1939
  
551
1946
  
882
1950
  
845
1956
  
733
1961
  
724
1967
  
731
1970
  
760
2012
  
883
2015
  
867
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Ober-Klingen besticht durch seine landschaftlich schöne Umgebung mit dem naheliegenden Wald. Bemerkenswert ist auch die kleine Bergkirche mit dem sie umgebenden Friedhof.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Otzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Ober-Klingen, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Gemeinde Otzberg, abgerufen im November 2017.
  3. a b GOSSHERZOGLISCHE CENTRALSTELLE FÜR DIE LANDESSTATISTIK (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des GROSSHERZOGTUMS HESSEN. Band 1. Darmstadt 1866, S. 47 §§ 14–15 (online bei Google Books).
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 238
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Darmstädter Echo, Montag, 21. September 2015, S. 21