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Nikolaus Habjan

österreichischer Puppenspieler, Kabarettist und Regisseur
Nikolaus Habjan, Regisseur, Puppenspieler und Puppenbauer
Nikolaus Habjan bei der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2013 mit seiner Elfriede-Jelinek-Handpuppe aus Schatten (Eurydike sagt)

Nikolaus Habjan (* 24. September 1987 in Graz) ist ein österreichischer Regisseur, Puppenspieler und Kunstpfeifer.

Leben und WirkenBearbeiten

Nikolaus Habjan wuchs in Graz auf und besuchte hier das BRG Carneri. Er studierte von 2006 bis 2010 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Im Jahr 2003 erlernte er bei einem Puppenspiel-Workshop von Neville Tranter den Umgang mit Klappmaulpuppen, die er häufig in seinen Stücken einsetzt. Seine Karriere begann 2008 als Regieassistent und Abendspielleiter am Schubert Theater in Wien Alsergrund. In Zusammenarbeit mit dessen Direktor Simon Meusburger entstand Schlag sie tot, ein Figurenstück, für das er sowohl die Puppen baute, als auch auf der Bühne spielte.[1] Es folgten weitere Stücke am Schubert Theater und Gastauftritte, unter anderem am Theater am Lend in Graz. Von 2009 bis 2016 war Habjan als Co-Direktor des Schubert Theaters tätig.

Im Mai 2010 arbeitete Habjan am Staatstheater Mainz als Puppenspieltrainer für die Produktion Die verkaufte Braut von Regisseurin Tatjana Gürbaca. Sein Debüt als Puppenspieler am Burgtheater Wien erfolgte im Februar 2012 in Fool of Love[2] unter der Regie von Matthias Hartmann und Michael Schachermaier.

Die Produktion des Schubert Theaters F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger erhielt den Nestroy-Theaterpreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion. Im gleichen Theater veranstaltete Habjan Kunstpfeifabende unter dem Titel „Ich pfeife auf die Oper“.

Am 29. Juni 2014 erhielten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger den Aargauer Förderpreis für junges Figurentheater Grünschnabel. Rund 24 Gruppen aus 7 europäischen Nationen, Israel, Chile und USA haben sich für den Grünschnabel 2014 beworben.

Die Produktion des Schauspielhaus Graz Das Missverständnis von Albert Camus wurde bei der Nestroy-Theaterpreis Verleihung 2015 als beste Bundesländerproduktion nominiert.

Mit dem von Paulus Hochgatterer verfassten Stück Böhm wurde Habjan 2018 (ebenfalls für eine Produktion des Schauspielhaus Graz) in der Kategorie beste Bundesländerproduktion nominiert. Diese Produktion wurde als Gastspiel unter anderen, an das Residenztheater München 4. und 5. Februar 2019, zur euro scene Leipzig, 7. November 2018, an das TAK Liechtenstein 5. und 6. Oktober 2019 und an das Burgtheater Wien erstmals am 12. Oktober 2019, eingeladen.

StückeBearbeiten

  • 2008: Schlag sie tot – Bitterböses Puppentheater, Schubert Theater Wien
  • 2008: Schlag sie tot – Deluxe, Schubert Theater Wien
  • 2010: Herr Berni macht Urlaub, Schubert Theater Wien
  • 2010: Becoming Peter Pan – An Epilogue to Michael Jackson, Schubert Theater Wien
  • 2011: Freaks, Performance für Puppen und Schauspieler nach dem Film Freaks, Schubert Theater Wien
  • 2012: F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig, Puppenspiel, Uraufführung am 23. März 2012 im Schubert Theater, Regie: Simon Meusburger, Buch, Puppenbau und -spiel: Nikolaus Habjan
  • 2012: Fool of Love, Shakespeare-Sonette, vertont von Karsten Riedel und Franui, Inszenierung Matthias Hartmann, Burgtheater Wien, Premiere am 15. April 2012
  • 2012: Fly Ganymed von Paulus Hochgatterer, Regie: Jacqueline Kornmüller, Uraufführung am 6. September 2012 im Theseustempel / KHM Wien
  • 2013: Schatten (Eurydike sagt) von Elfriede Jelinek, Regie: Matthias Hartmann, Uraufführung der Theaterfassung am 17. Januar 2013 im Akademietheater / Burgtheater Wien
  • 2013: Max’n Morizz feat. Texta frei nach Wilhelm Busch, Konzept und Inszenierung: Dominik Günther, Landestheater Linz, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2014: 6 Österreicher unter den ersten 5. Figurentheater nach dem gleichnamigen Buch von Dirk Stermann, Textfassung und Inszenierung: Simon Meusburger, Rabenhof Theater Wien, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2016: Ich pfeife auf die Oper. Ein musikalischer Streifzug durch die Operngeschichte, mit Kunstpfeifer Nikolaus Habjan, am Flügel: Daniel Nguyen, Schauspielhaus Graz, Werke von Mozart, Rossini, Delibes, Puccini, u. a.
  • 2016–2017: Kottan ermittelt – Das Puppen-Musical. Nach einer Idee von Helmut Zenker, Inszenierung: Jan und Tibor Zenker, Rabenhof Theater Wien, mit Christian Dolezal als Major Kottan, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm

InszenierungenBearbeiten

PreiseBearbeiten

  • Best Off Styria Publikumspreis für Der Herr Karl, September 2010.
  • Preis der Stiftung der Grazer Theatergemeinschaft, Jänner 2011.
  • Nestroy-Preis 2012 „Beste Off-Produktion“ für F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig mit Simon Meusburger (Regie)
  • Aargauer Förderpreis Grünschnabel 2014 für F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig mit Simon Meusburger (Regie)
  • Wolfgang Swoboda Preis für Menschlichkeit im Strafverfahren 2016[9]
  • Dorothea-Neff-Preis 2016 (Publikumspreis) für Fasching, Das Missverständnis, Das Wechselbälgchen[10]
  • Nestroy-Theaterpreis 2016 – Publikumspreis[11]
  • Verleihung des Festspielpreises der Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele e.V., Juli 2017
  • Nestroy-Theaterpreis 2018 – Publikumspreis
  • Josef-Krainer-Heimatpreis 2018[12]

LiteraturBearbeiten

  • Florian Klenk: Die Klage der Klappmaulpuppen. In: Falter, 15/2012
  • Frido Hütter: Diese Reise ist kein Spaß. In: Kleine Zeitung Graz, 8. September 2012
  • Margarete Affenzeller: Stumpfe Worte für spitze Keulen. In: derstandard.at, 6. November 2012
  • Michaela Reichart: Düsterer Blick in den Abgrund. In: Kronen Zeitung Steiermark, 19. Oktober 2014
  • Elisabeth Willgruber-Spitz: Gruselkabinett der Bestialität. In: Kleine Zeitung, Graz", 19. Oktober 2014
  • Thomas Miessgang: Der Herr der Puppen. In: Die Zeit, 22. Oktober 2015
  • Christiane Lutz: Herr Berni und die Wahrheit. In: Süddeutsche Zeitung, 3. Mai 2016
  • Daniele Muscionico: Ein österreichischer Puppenspieler: Hauptberuf:Maulheld. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2016
  • Manuel Brug: Der Puppenspieler, der die Nazis tanzen lässt. In: Die Welt, veröffentlicht am 7. Februar 2017
  • Christoph Hartner: "König der Puppen" als großer Bühnenstar. In Kronen Zeitung Steiermark, 23. November 2018
  • Norbert Mayer: "Volksvernichtung" als bitterböses Puppenspiel. In Die Presse, 30. November 2018
  • Werner Krause: Die groteske Gruselgruft im Puppenheim. In Kleine Zeitung, 1. Dezember 2018

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Homepage zu „Schlag sie tot“; abgerufen 30. Oktober 2010
  2. Fool of Love (Memento des Originals vom 12. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burgtheater.at Burgtheater; abgerufen am 21. Februar 2012
  3. Bayerischer Staatsoper: Oberon, abgerufen am 27. Juli 2017
  4. Volkstheater Wien: Wien ohne Wiener, abgerufen am 6. November 2017
  5. Schauspielhaus Graz: Böhm, abgerufen am 13. April 2018
  6. /Schauspielhaus Zürich: Ausschliesslich Inländer, abgerufen am 31. Juli 2018
  7. Burgtheater: Volksvernichtung, abgerufen am 8. Dezember 2018
  8. Landestheater Niederösterreich: Am Königsweg, abgerufen am 3. Mai 2019
  9. Dankesrede von Nikolaus Habjan anlässlich der Verleihung des Wolfgang-Swoboda-Preises 2016; abgerufen am 1. März 2016
  10. Nominierte und Preisträger der Dorothea-Neff-Preise 2015/16; abgerufen am 27. Juni 2016
  11. Kleine Zeitung: Grazer Künstler räumen bei der Nestroy-Gala ab. Artikel vom 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016.
  12. Kleine Zeitung: Josef Krainer-Heimatpreise 2018 überreicht. Artikel vom 29. November 2018, abgerufen am 30. November 2018.