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Mockrehna

Gemeinde im Landkreis Nordsachsen, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mockrehna
Mockrehna
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mockrehna hervorgehoben
Koordinaten: 51° 31′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 115,82 km2
Einwohner: 5041 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04862
Vorwahlen: 034244, 03421 (Klitzschen), 034221 (Langenreichenbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 190
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterdorf 4
04862 Mockrehna
Website: www.mockrehna.de
Bürgermeister: Peter Klepel
Lage der Gemeinde Mockrehna im Landkreis Nordsachsen
ArzbergBad DübenBeilrodeBelgern-SchildauCavertitzDahlenDelitzschDoberschützDommitzschDreiheideEilenburgElsnigGroßtreben-ZwethauJesewitzKrostitzLaußigLiebschützbergLöbnitzMockrehnaMockrehnaMügelnNaundorfWiedemarOschatzRackwitzBelgern-SchildauSchkeuditzSchönwölkauMügelnTauchaTorgauTrossinWermsdorfWiedemarTorgauZschepplinWiedemarKarte
Über dieses Bild
Beil im Kirchturm

Mockrehna ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Sie ist eine der flächenmäßig größten Gemeinden im Kreis.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im nördlichen Teil Sachsens, südlich der Dübener Heide, ungefähr auf halber Strecke zwischen den Städten Eilenburg (15 km) und Torgau (15 km).

OrtsgliederungBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Mehrere Ortsteile werden im Jahr 1201 in einer Besitzurkunde des Augustinerklosters auf dem Petersberg bei Halle durch Papst Innozenz III. erstmals erwähnt. Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 kommt das Gebiet zu Preußen und wird dem Kreis Torgau zugeordnet. Im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreform schlossen sich am 1. März 1994 die bis dahin selbständigen Gemeinden Audenhain, Langenreichenbach und Klitzschen zur Großgemeinde Audenhain zusammen[2], die sich am 1. Januar 1999 mit Mockrehna, Schöna, Strelln, Wildenhain und Wildschütz zur jetzigen Gemeinde Mockrehna vereinigte[3].

Der Name des Ortes Mockrehna, als Teil der Gemeinde Mockrehna, hat seinen Ursprung im slawischen Mokrechna (dt.: Sumpflandschaft) und bezeichnet die Gegebenheiten bei der Besiedlung durch slawische Stämme. Reste dieser Moorlandschaft sind noch im „Zadlitzbruch“ und dem „Wildenhainer Bruch“ im nahegelegenen Naturpark „Dübener Heide“ vorhanden. Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet zwischen Mulde und Elbe systematisch entwässert, sodass heute in der Umgebung von Mockrehna eine Flächennutzung durch Land- und Forstwirtschaft im Vordergrund steht.

Eine gewisse Bekanntheit erlangte Mockrehna in weiten Teilen der DDR durch die Ansiedlung eines Großschlachtbetriebes für Geflügel durch das Kombinat Industrielle Mast (KIM), heute Alfra Geflügel- und Tiefkühlfeinkost GmbH, im Jahre 1972, der für die Versorgung der südlichen Bezirke der Republik (DDR) mit Geflügelprodukten (hauptsächlich Broiler) zuständig war. Diese Ansiedlung führte zum Bau einer Plattenbausiedlung mit 170 Wohneinheiten und zur Erschließung von Flächen zum Bau von Eigenheimen. Die dadurch ausgelöste Veränderung in der Struktur von Bebauung und Bewohnern führte zum Verlust des zuvor stark dörflich geprägten Charakters des Ortes. Lediglich das Unterdorf mit seinen traditionellen Dreiseitenhöfen spiegelt diesen noch wider. Allerdings ist auch hier ein Rückgang der häuslichen Viehzucht und landwirtschaftlichen Nutzung dieser Gebäude zu verzeichnen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 2000 Stichtag 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1990 5.940 *
2000 5.851
2005 5.551
2006 5.468
2007 5.482
2008 5.444
2012 5.084
2013 5.027

* 3. Oktober

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 50,8 % (2009: 49,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,3 %
34,5 %
2,0 %
9,8 %
5,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+9,5 %p
+6,3 %p
-12,8 %p
-1,7 %p
-1,2 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wählergemeinschaft Torgau-Oschatz (FWG): 9 Sitze
  • CDU: 7 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz

BildungBearbeiten

Ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde ist der Grund- und Mittelschulstandort im Ortsteil Mockrehna, der 1960 als Georg-Schumann-Oberschule gegründet wurde. Bis Ende 2011 wurde die Schule für etwa zwölf Millionen Euro, zum Teil aus EFRE- und Landesmitteln, neu-, um- und ausgebaut. Neben der Mittelschule, die saniert wurde, entstand eine Zweifeldersporthalle, ein Erweiterungsbau sowie ein Verbindungsbau. In Mockrehna lernen heute 370 Schüler der Oberschule (ehemalige Mittelschule) und 164 Schüler der Grundschule (2012/13).

GedenkstättenBearbeiten

Eine Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Klitzschen erinnert an den kommunistischen NS-Gegner Otto Hennicke, der 1942 in Halle von der Gestapo ermordet wurde.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

→ siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Mockrehna

 
Gut Mockrehna
  • Kirche in Mockrehna mit dem im Kirchturm steckenden Beil, welches der Sage nach vom Müllerburschen Pumphut dort hinaufgeschleudert wurde.
  • Pumphut-Denkmal in Mockrehna
  • Gut Mockrehna
  • romanische Saalkirchen in Audenhain und Klitzschen
  • Paltrockmühle in Audenhain
  • Kirche in Wildschütz
  • Naturpark Dübener Heide

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 87 sowie die Bahnstrecke Halle–Cottbus führen durch das Gemeindegebiet. Der Bahnhof Mockrehna liegt an der Bahnstrecke Halle–Cottbus. Es verkehrt u. a. die Linie S4 der S-Bahn Mitteldeutschland. Die Bahnstrecke Mockrehna–Schildau wird seit 1971 nicht mehr befahren und ist abgebaut.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Gottfried Hientzsch (1787–1856), Musikpädagoge
  • Alfred Erich Hoche (1. August 1865 – 16. Mai 1943), Psychiater

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mockrehna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014