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Mausbach (Stolberg)

Ortsteil von Stolberg (Rheinland)

Mausbach ist ein Dorf am Rande der Nordeifel und Stadtteil Stolbergs (Rhld.) in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Es hat rund 4700 Einwohner.

Mausbach
Wappen von Mausbach
Koordinaten: 50° 45′ 28″ N, 6° 16′ 40″ O
Höhe: 294 m ü. NHN
Einwohner: 4700
Postleitzahl: 52224
Vorwahl: 02402
Die kath. Kirche der Pfarre St.Markus in Mausbach
Die kath. Kirche der Pfarre St.Markus in Mausbach

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Mausbach liegt am Nordrand der Nordeifel im Nordteil des deutsch-belgischen Naturparks Hohes Venn-Eifel. Am Westrand des Hürtgenwaldes, in dem sich 4,5 km östlich der Ortschaft die Wehebachtalsperre ausbreitet, befindet es sich 4 km (jeweils Luftlinie) südöstlich der Stolberger Kernstadt auf etwa 250 m ü. NHN[1]. Nahe dem südwestlichen Ortsrand entspringt der Vichtbach-Zufluss Mausbach.

Ortsteile und NachbarortschaftenBearbeiten

Zu Mausbach gehören die Ortsteile Diepenlinchen, Fleuth und Krewinkel. Nachbarortschaften sind die Kernstadt von Stolberg im Westen sowie die Stolberger Stadtteile Gressenich im Nordosten und Vicht im Südsüdwesten.

GeschichteBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Die wahrscheinlichste Deutung bringt den Ortsnamen mit „Maut“ in Verbindung. Mausbach entstand aus einer oberfränkischen Siedlung und teilte auf weiten Strecken das Schicksal des Nachbarortes Gressenich. Mit diesem gelangte es 842 in den Besitz des Klosters Kornelimünster. Der Abt von Kornelimünster ließ hier um das Jahr 1000 den Mausbacher Hof errichten, der Kernpunkt des Ortes geblieben ist. Eine Urkunde aus dem Jahre 1336 nennt einen Ritter Werner von Mausbach, welcher der Reichsabtei Abgaben für ein Pannhaus zahlen musste. Der Mausbacher Hof war der Reichsabtei Kornelimünster zehntpflichtig.

16. bis 18. JahrhundertBearbeiten

Im Jahre 1585 kamen die protestantischen Kupfermeister ins Vichtbachtal, die auch auf Mausbacher Gebiet (Derichsberg, Bernhardshammer, Binsfeldhammer) Galmeigruben besaßen und entsprechend ihrer Metallerzeugung Abgaben an die Abtei Kornelimünster zu entrichten hatten. 1809 bis 1919 wurde in der Erzgrube Diepenlinchen großtechnisch Erz abgebaut. Sie war die größte Erzgrube der Region. In Spitzenzeiten waren 800 Arbeiter und Angestellte beschäftigt.

Der Mausbacher Hof, der 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört wurde, ließ Alfons Suys, Abt von Kornelimünster, 1730 wieder aufbauen.

FranzosenzeitBearbeiten

Von 1794 bis 1815 ist Mausbach zusammen mit Krewinkel, Vicht und Werth ein Ort in der Mairie Gressenich, die im Département de la Roer zum Kanton Eschweiler gehört.

Zum Kreis AachenBearbeiten

Seit 1816 gehört es zum Landkreis Aachen. Als demografischer Schwerpunkt der Gemeinde Gressenich ist Mausbach Sitz von deren Bürgermeisterei, deren Gebäude heute als Bürgerhaus fungiert. 1845 bis 1850 bildete Mausbach mit Gressenich eine Spezialgemeinde. Am 1. Januar 1972 kommt Mausbach zusammen mit Diepenlinchen, Fleuth und Krewinkel und der übrigen Gemeinde Gressenich zu Stolberg.[2]

GerichtsbarkeitBearbeiten

Von 1808 an gehörte Mausbach zum Bereich des Friedensgerichts und später Amtsgerichts Eschweiler, später zum Amtsgericht Stolberg und seit 1972 wieder zum Amtsgericht Eschweiler.

 
Mausbacher Kirche

ReligionBearbeiten

Am 14. September 1805 wurde Mausbach eine selbständige Pfarre. Bis dahin gehörte es zur Pfarre Gressenich. Bereits am 2. Juni 1804 war die Pfarrkirche St. Markus konsekriert worden. Pfarrerhebung und Kirchbau wurden vom aus Mausbach stammenden Kapuzinerpater Arnold Salmagne vorangetrieben. 1806 kamen Krewinkel und Fleuth zur Pfarre Mausbach. Die Kirche wurde 1870 erweitert und nach der Sprengung im Zweiten Weltkrieg 1948 wiederaufgebaut und neu eingeweiht.

BildungBearbeiten

Im Hahn befindet sich eine Grundschule und eine Realschule (ehemals Gemeinschaftshauptschule), die einzige weiterführende Schule in einem Außenstadtteil Stolbergs.

DialektBearbeiten

Das Mausbacher Platt gehört wie alle Dialekte des Raumes Aachen zum Ripuarischen. Es wird meistens von der älteren Bevölkerung und zu Karneval gesprochen.

VerkehrBearbeiten

 
Blick auf die Hauptstraße in Mausbach

Die nächsten Anschlussstellen sind "Eschweiler-West" auf der Bundesautobahn 4 und "Aachen-Brand" auf der A 44. Durch Mausbach verläuft von Südwesten nach Nordosten die Landesstraße 12.

Mehrere AVV-Buslinien verbinden Mausbach inklusive Fleuth und Krewinkel mit Werth, Gressenich, Schevenhütte, Vicht, Zweifall, Breinig, Dorff und Stolberg-Mitte sowie mit Aachen und besonders dessen östlichen Stadtteilen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert ist neben dem Ehrenmal auf dem Friedhof der Mausbacher Hof.

Mausbacher HofBearbeiten

Um 1000 ließ der Abt von Kornelimünster den Mausbacher Hof errichten. Er wurde 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört und 1730 von Alfons Suys, einem weiteren Abt von Kornelimünster wiederaufgebaut. Der Mausbacher Hof war über die Jahrhunderte der Abtei Kornelimünster zehntpflichtig. Sehenswert ist an ihm ein Wappenstein, der Königskrone, Mitra und einen mit einem Schwert gekreuzten Bischofsstab als Symbole der geistlichen und weltlichen Macht zeigt. Eine weitere Bezeichnung für den Hof ist "Burg Mausbach".[3]

NaturdenkmälerBearbeiten

In Mausbach stehen auf dem ehemaligen Essiger Platz zwei als Naturdenkmäler geschützte Kastanien sowie neun Linden.

OrtsteileBearbeiten

DiepenlinchenBearbeiten

Diepenlinchen ist ein nördlicher Ortsteil von Mausbach. Es liegt östlich des Waldstücks Wolfshecke auf etwa 290 m Höhe. Direkt nordöstlich befindet sich ein Gewerbegebiet und jenseits davon das Segelfluggelände Stolberg-Diepenlinchen.

FleuthBearbeiten

Fleuth ist ein südlicher Ortsteil von Mausbach. Es liegt an einer parallel zum Mausbach verlaufenden Straße zwischen Mausbach und Vicht auf rund 250 m Höhe. Fleuth besteht nur aus wenigen Straßen am Westrand des Waldstücks Süssendell, das zum "Gressenicher Wald" gehört. Zwischen Wald und Ort liegt ein Naturschutzgebiet. Am östlichen Ortsausgang von Fleuth befindet sich ein Soldatenfriedhof.

Der Fleuther Straßenname Im Pesch ist vermutlich auf Lateinisch pasculum "Weide" zurückzuführen. Das Anwesen Flamm in der Vichterstraße 29–31 ist das Stammhaus von Jakob Flamm, der 1660 zum Schöffen, Ortsvorsteher und Kirchmeister von der Abtei Kornelimünster ernannt wurde. Bis zu deren Auflösung blieben diese Ämter bei der Familie Flamm.

KrewinkelBearbeiten

Krewinkel ist ein östlicher Ortsteil von Mausbach und liegt auf etwa 284 m Höhe. Krewinkel besteht nur aus ein paar Straßen am Westrand des "Gressenicher Waldes". In Krewinkel befindet sich eine Kapelle und ein Forsthaus. Der Ortsteil grenzt im Westen an das Mausbacher Zentrum.

Krewinkel ist ein alter Ortsteil und gehörte im Gegensatz zu Mausbach jahrhundertelang zum Herzogtum Jülich, nach der Auflösung der Abtei Kornelimünster dann zusammen mit Mausbach zur Mairie, später Bürgermeisterei Gressenich. Eine AVV-Buslinie verbindet die Haltestelle "Krewinkel" mit dem übrigen Stolberg.

VereineBearbeiten

  • Fußballverein Grün-Weiß Mausbach
  • Billardverein BSG Mausbach '04
  • Trommler- und Pfeiferkorps Mausbach
  • Musikvereinigung Euphonia Mausbach 1882
  • KG Löstige Wölleklös
  • Leichtathletik Club Mausbach
  • Luftsport Verein Stolberg
  • Interessengemeinschaft Mausbacher Vereine e.V.
  • Männer Gesang Verein Mausbach 1910 e.V.

Kinder der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • René Sauer & Agi Sauer: Crasciniaci • Genealogie Gemeinde Gressenich – Ortsfamilienbuch der Stolberger Stadtteile Gressenich, Mausbach, Schevenhütte, Werth und Vicht, vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit. Selbstverlag Reiner L. Sauer, Eschweiler 2011, ISBN 978-3-00-033938-7
  • Dieter Mätschke: Stolberger Wanderungen. Bd. 2: Im Naturpark Nordeifel, Meyer & Meyer Verlag Aachen 1991, ISBN 3-89124-105-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  3. pfarre-st-markus-stolberg-mausbach (vom 28. September 2010)