Maurice Leroy

französischer Politiker (UDF, NC), Mitglied der Nationalversammlung
Maurice Leroy (2009)

Maurice Leroy (* 2. Februar 1959 in Paris) ist ein französischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (PCF, UDF, NC, UDI). Er war 2005–06, 2009–10 und 2018–19 Vizepräsident der Nationalversammlung sowie von November 2010 bis Mai 2012 Minister für Stadtentwicklung.

LebenBearbeiten

Aufstieg zum BürgermeisterBearbeiten

Nach dem Schulbesuch studierte Leroy Wirtschaftswissenschaften und war nach Beendigung des Studiums als Wirtschaftswissenschaftler tätig. Anfang der 1980er Jahre wechselte er in den Staatsdienst und war zuerst zwischen 1982 und 1984 Büroleiter des Bürgermeisters von Orly, ehe er anschließend bis 1990 Referent für Finanzen, Soziales sowie Generalsekretär der Gruppe der Parti communiste français (PCF) im Senat war.

1989 wurde er zum Bürgermeister der Gemeinde Le Poislay im Département Loir-et-Cher gewählt und hatte dieses Amt bis 2001 inne. Daneben war er zuerst von 1990 bis 1991 Kabinettschef des Präsidenten des Generalrates des Départements Val-de-Marne sowie danach Kabinettschef des Bürgermeisters von Nanterre, der zugleich auch Senator war. Nach einer kurzen Tätigkeit als Kabinettschef des Bürgermeisters von Colombes, war er zwischen 1993 und 1997 Projektleiter für den Pakt 92 (Stadtpolitik) im Büro von Charles Pasqua, der zu der Zeit Staatsminister und Präsident des Generalrates von Hauts-de-Seine war. Von den Kommunisten wechselte er Mitte der 1990er-Jahre zum Mitte-rechts-Lager und trat der bürgerlichen Union pour la démocratie française (UDF) bei.

1994 wurde er selbst zum Mitglied des Generalrates von Loir-et-Cher gewählt und vertritt in diesem seither den Kanton Droué. Daneben war er außerdem von 1995 bis 1997 Projektleiter beim Beigeordneten Minister für die Städte und die Integration Éric Raoult.

Abgeordneter und MinisterBearbeiten

Am 1. Juni 1997 wurde er erstmals als Kandidat der UDF zum Mitglied in die Nationalversammlung gewählt und vertrat dort nach seinen Wiederwahlen am 9. Juni 2002 sowie 17. Juni 2007 den Wahlkreis III im Département Loir-et-Cher. Zwischen Januar 2003 und Mai 2007 war er außerdem Nationaler Exekutivsekretär der UDF für Föderationen, ehe er 2007 von der UDF zu dem aus dieser hervorgegangenen Nouveau Centre (NC) wechselte.

Während seiner Mitgliedschaft in der Nationalversammlung war er Mitglied der Ausschüss für Kultur, Familien und Soziales, für Wirtschaft, Umwelt und Territorien, für Finanzen, allgemeine Wirtschaft und Haushaltskontrolle, für Verfassungsrecht, Gesetzgebung und allgemeine Verwaltung der Republik sowie der Enquete-Kommission für die Entwicklung der Kommunalsteuer. Daneben war er von Oktober 2004 bis November 2006 erstmals Vizepräsident der Nationalversammlung und bekleidete diese Funktion erneut zwischen Oktober 2009 und November 2010.

Vom 1. April 2004 bis Juli 2017 war Leroy zusätzlich Präsident des Generalrates des Département Loir-et-Cher. Er wurde am 14. November 2010 von Premierminister François Fillon als Nachfolger von Brice Hortefeux zum Minister für die Städte (Ministre de la Ville) in dessen drittes Kabinett berufen und übte dies bis zum 15. Mai 2012 aus.[1][2] Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde er im Juni 2012 erneut als Abgeordneter des 3. Wahlkreises von Loir-et-Cher in die Nationalversammlung gewählt. Seit 2012 ist er Mitglied der Union des démocrates et indépendants (UDI), zu der sich mehrere bürgerliche Mitte-Parteien zusammenschlossen. Von Juli 2018 bis Januar 2019 war er abermals Vizepräsident der Nationalversammlung.

WeblinksBearbeiten

Commons: Maurice Leroy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung des Ministeriums für die Städte
  2. France: Ministries, political parties, etc. from 1870