Hauptmenü öffnen

Martin Reichardt (Politiker)

deutscher Politiker (AfD), MdB
Martin Reichardt (AfD) spricht auf einer Kundgebung in Sachsen-Anhalt.

Martin Reichardt (* 30. Juli 1969 in Goslar[1]) ist ein deutscher Politiker (AfD) und Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist Vorsitzender des Landesverbandes AfD Sachsen-Anhalt.[2]

Beruf und PrivatesBearbeiten

Martin Reichardt wuchs in Goslar in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Sein Vater ist bis heute SPD-Mitglied.[3]

Er war ab 1989 zwölf Jahre lang Soldat auf Zeit der Bundeswehr, bei der er 1989 bis 1992 als Offiziersanwärter ausgebildet wurde, von 1992 bis 1996 Pädagogik an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg studierte sowie von 1996 bis 2001 als Offizier tätig war. Danach absolvierte er eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung und wechselte 2002 als Angestellter zu einem Unternehmen nach Sachsen-Anhalt, das Gleisbauarbeiten absichert. Er arbeitete dort bis 2017.

Reichardt ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Hermsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Hohe Börde.[4]

ParteiaktivitätenBearbeiten

Reichardt gehörte zunächst der SPD beziehungsweise den Jusos an.[3] Später trat er bei den Republikanern ein, denen er zwei Jahre angehörte.[3] Danach wechselte er zur FDP und engagierte sich in der Kommunalpolitik.[3] Seit 2015 ist er Mitglied der AfD.[4]

Im März 2017 wurde Reichardt zum Spitzenkandidaten (Platz 1 der Landesliste) der AfD Sachsen-Anhalt für die Bundestagswahl 2017 gewählt. Er setzte sich dabei als Wunschkandidat des AfD-Landesvorsitzenden André Poggenburg[3] mit 142 Stimmen gegen zwei Mitbewerber durch, auf die insgesamt 121 Stimmen entfielen.[5] Seit seiner Wahl in den 19. Bundestag ist er Mitglied und Obmann im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Nach Recherchen von Zeit Online stellten Reichardt sowie 18 weitere Abgeordnete seiner Fraktion Mitarbeiter aus dem rechtsextremen Milieu ein: Seine Mitarbeiterin Christa A. hatte für Compact über Sicherheitspolitik berichtet. Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer hatte es beispielsweise auf der Leipziger Buchmesse 2018 als Aufgabe seiner Zeitschrift genannt, die Spaltung der Gesellschaft zu vertiefen, um so „zum Sturz des Regimes beizutragen“.[6]

Nachdem André Poggenburg aufgrund seiner gegenüber türkischen Mitbürgern beleidigenden Aschermittwochsrede im März 2018 auf Druck der Landespartei von seinen Ämtern zurückgetreten war, wurde Reichardt am 9. Juni 2018 zum Landesvorsitzenden der AfD Sachsen-Anhalt gewählt. Er wurde mit 254 Stimmen, bei 43 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen gewählt.[7] Nach der Wahl erklärte er, die AfD zu einer „sozialen und patriotischen Volkspartei“ machen zu wollen. Die Partei solle Verantwortung übernehmen und sich für eine Regierungsbeteiligung öffnen.[8]

Reichardt zählt wie sein Vorgänger Poggenburg zum rechtsnationalen Flügel der Partei.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Landeswahlleiterin des Landes Sachsen-Anhalt: Wahl zum 19. Bundestag in Sachsen-Anhalt am 24. September 2017 - Bewerberinnen und Bewerber. (PDF) Abgerufen am 13. August 2017.
  2. AfD: Martin Reichardt ist neuer Landeschef in Sachsen-Anhalt. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 9. Juni 2018]).
  3. a b c d e Porträt: Martin Reichardt, AfD, der Ex-Berufssoldat will nach Berlin (Mitteldeutscher Rundfunk), 6. August 2017
  4. a b Sachsen-Anhalt: AfD-Spitzenkandidat stützt Björn Höcke, volksstimme.de, 26. März 2017
  5. Bundestagswahl: Landes-AfD kürt Spitzenkandidaten , volksstimme.de, 6. April 2017
  6. Kai Biermann, Astrid Geisler, Johannes Radke, Tilman Steffen: AfD-Abgeordnete beschäftigen Rechtsextreme und Verfassungsfeinde. In: Zeit online. 21. März 2018.
  7. a b Reichardt ist neuer AfD-Landeschef, MDR.de vom 9. Juni 2018
  8. Martin Reichardt ist neuer Landeschef in Sachsen-Anhalt, Zeit, 9. Juni 2018.