Marklkofen

Gemeinde in Deutschland

Marklkofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marklkofen
Marklkofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marklkofen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 33′ N, 12° 34′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 408 m ü. NHN
Fläche: 40,71 km2
Einwohner: 3699 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84163
Vorwahlen: 08732, 08734
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 126
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 5
84163 Marklkofen
Website: www.marklkofen.de
Erster Bürgermeister: Peter Eisgruber-Rauscher[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Marklkofen im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte

GeografieBearbeiten

Lage und angrenzende GemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt am südwestlichen Rand der Landkreisgrenzen sowie an die Landkreise Rottal-Inn und Landshut. Zu den angrenzenden Gemeinden zählen:[3]

  • Dingolfing im Nord-Westen
  • Gottfrieding im Norden
  • Frontenhausen im Süd-Westen
  • Reisbach im Osten und im Norden
  • Loiching im Westen
  • Gangkofen im Süden
  • Aham im Süd-Westen

GemeindeteileBearbeiten

Es gibt 51 amtlich benannte Gemeindeteile: Der Hauptort Marklkofen ist neben Steinberg ein Pfarrdorf und gehört ebenso dazu wie die Kirchdörfer Aiglkofen, Aunkofen, Poxau und Ulrichschwimmbach sowie die Dörfer Birnthal, Freinberg, Warth, Weinberg und Wunder. Aber auch die Weiler Aigen, Bogen, Gindlkofen, Grietzen, Gschaid, Hub, Johannisschwimmbach, Kay, Klosbach, Lauterbach, Mülleröd, Roßhof, Stockhof, Weiher und Ziegelstadl sind Teile der Gemeinde, ebenso wie die Einöden (Einzelsiedlungen) Aichberg, Berngern, Eckschneid, Einaugmühle, Ernsthof, Fellerhof, Göttersberg, Grub, Gruberhof, Hackl, Hansöd, Heimlichschönau, Holzhäusl, Leiten, Liebertsöd, Petzenbrunn, Pflanzenöd, Reithen, Rosenmühl, Rußhäusl, Schwingham, Senetsberg, Siglhof, Straßwimm und Wildenschönau.

GemarkungenBearbeiten

Es existieren die Gemarkungen Marklkofen, Poxau, Steinberg, Frauenbiburg und Reith.

GeschichteBearbeiten

 
Michael Wening: Schloss Poxau, Anfang 18. Jh. (heute Kloster)

Marklkofen gehörte den Freiherren von Pfetten bzw. den Freiherren von Imsland. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und umfasste zwei geschlossene Hofmarken, deren Sitz das jeweilige Schloss (mittleres/Pfetten, unteres/Imsland) war. Die Reichsfreiherrn von Fraunhofen waren bis um 1857 ebenfalls Eigentümer. Durch eine Schenkung des seinerzeitigen Chefs des Hauses ging das Schloss nebst Grundbesitz an die Armen Schulschwestern v. U. L. Fr. mit der Auflage, darin auch eine Schule zu begründen. Bis zuletzt wurden 40 interne und 30 externe Schülerinnen unterrichtet. Im November 2006 fiel die Schenkung zurück an den Grafen Christoph von Soden-Fraunhofen in Neufraunhofen, da der Betrieb, zuletzt einer Berufsfachschule für Kinderpflege, durch die Armen Schulschwestern nicht mehr aufrechterhalten werden und das Bistum Regensburg nicht in die Stiftung einsteigen konnte.

Am 15. Oktober 1875 erhielt Marklkofen mit Eröffnung der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting Anschluss an das Eisenbahnnetz. Seit 1969 ist die Verbindung jedoch nördlich von Marklkofen stillgelegt, während der Südabschnitt seit dem 27. September 1970 nur mehr im Güterverkehr genutzt wird.

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige
Gemeinde
Fläche
ha
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Frauenbiburg 620,91 150 01.01.1972 Eingliederung von 150 der 925 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Dingolfing;
am 1. Juli 1979 Umgliederung der Ortsteile Achatzstall und Neuhausen mit 30 Einwohnern nach Dingolfing
Poxau 957,79 654 01.04.1971
Reith 357,55 95 01.04.1971 Eingliederung von 95 der 522 Einwohner (Ortsteile Aunkofen, Hackl, Weiher und die wegen des Vilstalsees abgesiedelte Höfertsmühle),
Umgliederung der anderen Einwohner nach Reisbach
Steinberg 651,64 815 01.04.1971

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3.443 auf 3.737 um 294 Einwohner bzw. um 8,5 %.

  • 1961: 2669 Einwohner
  • 1970: 2952 Einwohner
  • 1987: 3358 Einwohner
  • 1991: 3624 Einwohner
  • 1995: 3707 Einwohner
  • 2000: 3732 Einwohner
  • 2005: 3703 Einwohner
  • 2010: 3659 Einwohner
  • 2015: 3681 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Peter Eisgruber-Rauscher (CSU); dieser wurde am 15. März 2020 ohne Gegenkandidat mit 87,5 % der Stimmen für weitere sechs Jahre bestätigt.

GemeinderatBearbeiten

Die Wahl am 15. März 2020 ergab folgende Mandatsverteilung im Gemeinderat (ohne 1. Bürgermeister):[4]

Die Wahlbeteiligung betrug 60,5 %.

WappenBearbeiten

(siehe auch: Initialwappen)

Blasonierung: „In Schwarz ein verbreiterter silberner Balken, belegt mit dem Wort „lieb“ in roten gotischen Kleinbuchstaben.[5][6]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist eine stattliche dreischiffige Pseudobasilika romanischen Ursprungs. Sie wurde im 15. Jahrhundert unter Einbeziehung der St.-Anna-Kapelle vergrößert. In ihrem Inneren befinden sich Schnitzfiguren aus dem 16. Jahrhundert und ein Sandsteinrelief Beweinung Christi von 1520. Bemerkenswert sind ferner mehrere Grabmale aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter das Denkmal für Wilhelm Zachreis († 1423) und eine Rotmarmorplatte für die Brüder von Fraunberg (1555–60) sowie ein Epitaph für Johann von Fraunberg († 1597).

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Am Ort befindet sich der zweitgrößte Arbeitgeber des Landkreises Dingolfing-Landau, der Automobilzulieferer Mann+Hummel GmbH, welcher auch Werke in Sonneberg, Speyer, Ludwigsburg und an weiteren Standorten betreibt. Weiterhin ist die Ziegelei GIMA (Girnghuber GmbH Marklkofen) zu erwähnen.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 2330 und im Bereich Handel und Verkehr 26 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 98 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1409. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 94 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2515 ha, davon waren 2118 ha Ackerfläche und 388 ha Dauergrünfläche. Des Weiteren existiert ein Sägewerk mit einer Hobelmaschine. Dieses verkauft unter anderem Rindenmulch an jedermann.

VerkehrBearbeiten

Frontenhausen-Marklkofen liegt an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting. In Richtung Mühldorf (Oberbay) dient sie lediglich dem Güterverkehr; in Richtung Pilsting ist sie stillgelegt.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2015 gab es folgende Bildungsstätten:

  • Kindertageseinrichtung mit 222 Kindergartenplätze und 213 betreuten Kindern
  • Grund-/ Mittel/ Hauptschule mit 16 Lehrkräften und 284 unterrichteten Kindern.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Michael Jahrstorfer (1896–1972), deutscher Chemiker und Manager der BASF
  • Peter Högl (1897–1945), SS-Obersturmführer und Kriminaldirektor des Reichssicherheitsdienstes
  • Martin Sperr (1944–2002), Dramatiker und Schauspieler

WeblinksBearbeiten

Commons: Marklkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Marklkofen, abgerufen am 12. September 2020.
  3. Geografische Lage – Gemeinde Marklkofen. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  4. Gemeinde-Homepage (RIS), abgerufen am 6. Juni 2020.
  5. Das Wappen der Gemeinde Marklkofen. Gemeinde Marklkofen, abgerufen am 21. Juni 2020.
  6. Eintrag zum Wappen von Marklkofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Sniadowo. Gemeinde Marklkofen, abgerufen am 21. Juni 2020.