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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Loiching
Loiching
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Loiching hervorgehoben
Koordinaten: 48° 37′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 385 m ü. NHN
Fläche: 38,92 km2
Einwohner: 3590 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84180
Vorwahlen: 08731, 08744, 08732, 08702
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 124
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 4
84180 Loiching
Website: www.loiching.de
Bürgermeister: Günter Schuster (CSU / Parteilose Bürger)
Lage der Gemeinde Loiching im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Die Gemeinde Loiching vor der Gebietsreform in Bayern im damaligen Landkreis Dingolfing (Grenzen von 1961, ohne Weigendorf)

Loiching ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Piegendorf, Ortsteil von Loiching

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Loiching liegt in der Region Landshut. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Isartal im Norden mit Kronwieden nach Süden zu und reicht, sich auf zwei Täler verteilend, über ein vorwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägtes Hügelland über den Ort Wendelskirchen fast bis zum nördlichen Höhenrücken des Vilstales.

GemeindeteileBearbeiten

Die Gemeinde umfasst folgende 45 Gemeindeteile:[2] Neben dem Hauptort bzw. Pfarrdorf Loiching gehören dazu die Kirchdörfer Oberspechtrain, Piegendorf, Weigendorf und Wendelskirchen sowie die Dörfer Buchet, Kronwieden, Oberwolkersdorf und Unterspechtrain, aber auch die Weiler Anzenbrunn, Baiersdorf, Bergham, Ehrenreith, Eßig, Feldkirchen, Goben, Göttersdorf, Grafenwald, Haindlfing, Krottenthal, Lehen, Loichingermoos, Maßendorf, Oberteisbach, Oed, Pischelsdorf, Reinöd, Reit, Unterwolkersdorf und Wornstorf sowie die Einöden (Einzelsiedlungen) Atzbach, Baumgarten, Deixlerb, Erb, Gummeringerau, Heck, Heising, Nußberg, Pfeffersberg, Polling, Rampelsberg, Staudach, Stemmern, Sterzenreith und Wastlmühle.

GemarkungenBearbeiten

Es gibt die Gemarkungen Loiching und Weigendorf.

Die Gemeindeteile Loiching, Bergham, Eßig, Feldkirchen, Gummeringerau, Kronwieden, Loichingerau, Loichingermoos, Oed, Wastlmühle liegen in der Gemarkung (ursprünglichen Gemeinde) Loiching, die übrigen in der Gemarkung (ehemaligen Gemeinde) Weigendorf.

GewässerBearbeiten

Der Scheiblbach durchströmt einen großen Teil des Gemeindegebiets von seiner Quelle beim Weiler Pischelsdorf im Süden nordwärts bis zu seiner Mündung in die Isar unmittelbar östlich der Isarbrücke. Der Bach hat eine Länge von 6,7 km. Bis zur Mündung des Baiersdorfer Bachs etwas oberhalb von Weigendorf wird er auch Pischelsdorfer Bach genannt.

Nordwestlich des Ortsteils Kronwieden erstrecken sich die Weiher im Loichingermoos.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Loichings erfolgte am 25. August 885. Kaiser Karl III., genannt „der Dicke“, schenkte der Kapelle in Ötting den neunten Teil der Einkünfte aus 21 zum Königsgut gehörenden Ortschaften, darunter „Liuchingan“, Loiching. Die Streulage dieser Königsgüter lässt darauf schließen, dass ihre Größe nicht unerheblich gewesen sein dürfte. Vermutlich sind sie aus agilolfingischem Herzogsgut hervorgegangen.

Lange Zeit gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Herrschaftsbereich der Grafen von Frontenhausen und fiel nach deren Aussterben 1226 als Erbe an die Bischöfe und das Domkapitel von Regensburg. Die weltliche Herrschaft kam 1386 an das Herzogtum Bayern. Loiching, Weigendorf und Höfen (ohne den zum Markt Teisbach gehörigen Teil Höfens) waren im herzoglichen und kurfürstlichen Bayern Obmannschaften des Amtes Teisbach im Landgericht Teisbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Loiching (aus den Obmannschaften Loiching und Höfen) und Weigendorf. Teile der früheren Gemeinde Weigendorf gehörten jedoch zu anderen Herrschaftsbereichen. Das Gebiet der ehemaligen Obmannschaft Höfen musste auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung am 1. Januar 1946 an die Marktgemeinde Teisbach (Ortsteile Höfen (einschl. Neuhausen), Schönbühl und Gaubitzhausen) und an die Stadt Dingolfing (Ortsteil Grüblhof einschl. Rostmühle) abgetreten werden.

Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Loiching und Weigendorf schlossen sich am 1. April 1971 freiwillig im Rahmen der Gemeindegebietsreform mit Sitz in Weigendorf zusammen.[3] In den Jahren 1978 und 1979 war die Gemeinde Loiching Teil der Verwaltungsgemeinschaft Niederviehbach mit Sitz in Niederviehbach. Diese wurde auf Betreiben der Gemeinde Loiching zum Stichtag 1. Januar 1980 aufgelöst. Der Sitz der Gemeinde Loiching ist seither im Dorf Loiching.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2166 Einwohner
  • 1970: 2296 Einwohner
  • 1987: 2871 Einwohner
  • 1991: 3109 Einwohner
  • 1995: 3316 Einwohner
  • 2000: 3528 Einwohner
  • 2005: 3595 Einwohner
  • 2010: 3546 Einwohner
  • 2015: 3508 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Günter Schuster (CSU).

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl 2014 Sitze:[5]

  • CSU: 7
  • FWG: 5
  • SPD: 4

WappenBearbeiten

Blasonierung: Durch einen oben dornenförmig, unten lappenförmig gestalteten silbernen Schrägbalken geteilt von Grün und Rot; oben ein schräger silberner Fisch, unten ein schräger silberner Schlüssel.

Erklärung: Die Farben Rot und Silber sowie der Kerbschnitt des Balkens sind aus dem Wappen der Grafen von Frontenhausen übernommen. Aus dem Wappen des Hochstifts (der Bischöfe von Regensburg) stammen ebenfalls die Farben Rot und Silber sowie der Balken. Fisch und Schlüssel sind dem Siegel des Regensburger Domkapitels entnommen und sollen auch an die Loichinger Pfarrkirche erinnern, die dem Hl. Petrus und dem Hl. Paulus geweiht ist. Der Fisch und die an Wellen gemahnende Form des Balkens sind Verweise auf die Lage der Gemeinde beiderseits der Isar.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Katholische Pfarrkirche St. Peter und PaulBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Peter und Paul, Ansicht von Osten
 
Pfarrkirche St. Peter und Paul, Gewölbefiguration
 
Pfarrhof, spätes 18. Jh.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Loiching ist ein stattlicher einschiffiger Bau, der in der Grundanlage aus der Zeit der Spätromanik stammt. Der Chor sowie das Langhausgewölbe und der Turm datieren um die Mitte des 15. Jh. Die Einrichtung der Kirche ist größtenteils barock. Beeindruckend ist der Hochaltar aus dem Jahr 1628, der die gesamte Höhe des Chorraums einnimmt und von zwei überlebensgroßen Statuen der beiden Kirchenpatrone flankiert wird. Die Bedeutung des stattlichen Pfarrhofs als ehemaliger Sommersitz des Regensburger Domkapitels ist noch heute erkennbar.

Kapelle HeimlichleidenBearbeiten

Nahe der Grenze zur Stadt Dingolfing befindet sich die frei stehende zum Ortsteil Oberteisbach gehörende Kapelle Heimlichleiden.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 16, im produzierenden Gewerbe 183 und im Bereich Handel und Verkehr 151 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 104 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1290. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 115 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.344 ha, davon waren 2090 ha Ackerfläche und 247 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 119 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 18 Lehrern und 313 Schülern

EhrenbürgerBearbeiten

  • Altbürgermeister Johann Huber
  • Pfarrer Lorenz Speckner
  • Altbürgermeister Max Haslbeck
  • Bischöflich Geistlicher Rat Pfarrer Sebastian Schall
  • Pfarrer Albert Menhart
  • Altbürgermeister Reiner Schachtner
  • Pfarrer Josef Forstner

LiteraturBearbeiten

  • Martin Hobmeier: Chronik der Gemeinde Loiching. Weltliches und Kirchliches aus den Altgemeinden Loiching und Weigendorf. Band II, Wälischmiller'sche Buch- und Offsetdruckerei, Dingolfing 1989, DNB 900293233
  • Hermann Raith: Der Konflikt zwischen den Gemeinden Teisbach und Loiching um die sog. „Teisbacher Enklave“: ein rechtshistorischer Beitrag zur Problematik der Gemeindebildung in Bayern im 19. und 20. Jahrhundert. Dissertation, Regensburg 2007. Eichendorf Verlag, 2007, ISBN 978-3-930648-70-2

WeblinksBearbeiten

  Commons: Loiching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Loiching in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. September 2018
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447.
  4. Werner Kohl: Die Entwicklung unserer Gemeinde 1971–1985. in: Gemeinde Loiching (Hrsg.): Festschrift zum 1100jährigen Jubiläum der Gemeinde Loiching (885–1985). Loiching 1985, S. 59–95
  5. http://www.loiching.de/rathaus/gemeinderat/