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Mario Mieruch

deutscher Politiker (AfD)
Mario Mieruch im Bundestag, 2019

Mario Mieruch (* 16. August 1975 in Magdeburg) ist ein deutscher Politiker (Die blaue Partei, zuvor AfD). Er wurde über die Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen als Abgeordneter des 19. Bundestages gewählt. Am 4. Oktober 2017 trat er aus der AfD-Bundestagsfraktion aus und verließ die Partei.

Mieruch ist Landesvorsitzender der Blauen Partei in Thüringen.[1]

LebenBearbeiten

Mario Mieruch wuchs in Friedrichroda/Thüringen auf und absolvierte dort 1994 das Abitur. Nach dem Abschluss der schulischen Ausbildung wurde er als Fernmeldeunteroffizier Soldat auf Zeit an verschiedenen bundesweiten Standorten, zuletzt an der Fernmeldeschule des Heeres.

2000 begann Mieruch ein berufsbegleitendes Studium der Mechatronik, welches er 2003 als „Diplom-Ingenieur (BA)“ abschloss. Seitdem arbeitete er für einen weltweit führenden Anbieter im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik im regionalen Außendienst, betreute und beriet dort branchenübergreifend Kunden vom kleinen Mittelständler bis hin zu multinationalen Unternehmen bei allen Fragen zu Pneumatik, Handhabungstechnik, Sensorik und weiteren Themen.

Er ist verheiratet und lebt in Metelen.

Politischer WerdegangBearbeiten

Mieruch war Gründungsmitglied der AfD in Nordrhein-Westfalen[2], erster Sprecher des Bezirksverbandes Regierungsbezirk Münster und seit September 2013 Mitglied des Landesvorstandes NRW, bis zu seinem Ausscheiden zuletzt stellvertretender Landessprecher.

Mieruch gilt laut der Tageszeitung Die Welt als Vertrauter von Marcus Pretzell, dem Ehemann von Frauke Petry.[3] Pretzell und Petry hatten bereits zuvor ihren Austritt aus der Partei und den AfD-Fraktionen im Landtag NRW bzw. im Landtag Sachsen und im Bundestag erklärt.

Er war bereits 2014 einer der ersten, die innerhalb der jungen Partei eine klare Abgrenzung zu extremen Positionen forderte, galt als entschiedener Gegenspieler von Christian Blex und zeichnete u. a. auch die Initiative „Rote Karte für Höcke“[4].

Nachdem er bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD in den 19. Deutschen Bundestag eingezogen war, erklärte er am 4. Oktober 2017, nicht der künftigen AfD-Bundestagsfraktion angehören zu wollen. Er begründete dies mit der nicht erfolgten Abgrenzung der Partei vom völkischen Flügel um den Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden und Landeschef Björn Höcke. Mieruch sah in der Partei eine „Entwicklung, die viele in der Partei mit Sorge betrachten und von der sie schon viel zu lange hoffen, dass sie umkehrbar sei“. Er verwies auf Angehörige des völkischen Parteiflügels, wie etwa des in der Wahl zum Parlamentarischen Geschäftsführer nur knapp unterlegenen Stephan Brandner.[3] Laut Mieruch wäre die Fraktionskonstituierung die letzte Möglichkeit der bürgerlichen Kräfte gewesen, klare Grenzen zu setzen und sich von diesen Kreisen zu distanzieren. Da jedoch das Gegenteil erfolgte und sich viele der vermeintlich Bürgerlichen zugunsten des eigenen Vorteiles stattdessen erneut dem Flügel andienten, trat Mieruch aus der Fraktion aus.

Trotz vielfacher Rücktrittsforderungen seitens der AfD behielt er sein Abgeordnetenmandat und begründete dies damit, dass viele Wähler der AfD darauf setzten, dass sich die Partei von Höcke und seinem Umfeld trenne. Diese Wähler wären nun betrogen und hätten dann keine Stimme mehr im Parlament.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.otz.de/politik/die-blauen-gehen-mit-mario-mieruch-als-landeschef-in-den-wahlkampf-id226571239.html
  2. Mario Mieruch verlässt AfD-Fraktion im Bundestag. In: tagesschau.de. 4. Oktober 2017, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  3. a b AfD-Abgeordneter Mario Mieruch verlässt Bundestagsfraktion. In: Die Welt. 4. Oktober 2017, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  4. Hagen Ernst: Kommt jetzt die Höcke – Pegida – Partei? In: preussischer-anzeiger.de, 21. Januar 2017, abgerufen am 31. Januar 2019 (mit Liste Spontane Erstunterzeichner).