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Manuel Sarrazin

deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdHB, MdB

Leben und AusbildungBearbeiten

Sarrazin wurde in Dortmund geboren und lebt seit 1995 im Hamburger Bezirk Harburg. Nach dem Abitur 2001 am dortigen Friedrich-Ebert-Gymnasium und dem Zivildienst begann er 2002 ein Studium der Geschichte, Polonistik und Rechtswissenschaft an der Universität Bremen. 2005 wechselte er an die Universität Hamburg[1] und schloss dort 2013 sein Studium in Geschichte, Osteuropastudien und Rechtswissenschaft ab.

Sarrazin wird gelegentlich mit dem SPD-Politiker und ehemaligen Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin in Verbindung gebracht, mit dem er allerdings nicht verwandt ist.[2]

Sarrazin hat zwei Kinder[3] und wohnt im Hamburger Stadtteil Cranz.

ParteiBearbeiten

 
Manuel Sarrazin (2017)

Sarrazin trat als Schüler 1998 dem Hamburger Landesverband der Grünen, der Grün-Alternativen Liste (GAL), heute GRÜNE Hamburg bei. Er gehörte ab 1999 dem Vorstand des GAL-Kreisverbandes Hamburg-Harburg an und war dort von Januar 2001 bis Dezember 2003 schließlich auch Sprecher des Vorstandes. Von Juni 2008 bis Mai 2015 war Sarrazin im Landesvorstand der GRÜNEN Hamburg, von 2008 bis 2011 als Beisitzer, von 2011 bis 2015 als stellvertretender Landesvorsitzender neben Katharina Fegebank.[4]

Seit 2010 ist er stellvertretendes Mitglied im Council der European Green Party.

AbgeordneterBearbeiten

Von 2004 bis 2008 war Sarrazin Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und dort Sprecher der GAL-Fraktion für Europa und Internationales. Bei der Bürgerschaftswahl 2008 verpasste er den Wiedereinzug. Von 2004 bis zur Wahl 2011 war er der jüngste jemals in die Bürgerschaft gewählte Abgeordnete.

Sarrazin rückte am 13. Mai 2008 für die ausgeschiedene Abgeordnete Anja Hajduk über die Landesliste Hamburg in den Bundestag nach und ist seitdem Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 wurde er auf den Landeslistenplatz 2 der Grünen Hamburg gewählt. Von November 2009 bis zum Ende der 18. Wahlperiode war er Obmann und Sprecher seiner Fraktion für Europapolitik sowie ständiger Stellvertreter im Haushaltsausschuss und Obmann im Unterausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union des Haushaltsausschusses.

Im November 2016 wurde Sarrazin erneut als Direktkandidat des Bundestagswahlkreises Hamburg-Bergedorf – Harburg und mit 82 % der Stimmen nach Anja Hajduk auf den zweiten Platz der Landesliste der Grünen Hamburg für die Bundestagswahl 2017 gewählt.[5][6] Sarrazin wurde zum Sprecher für Osteuropapolitik gewählt[7] und sitzt für die Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss sowie im EU-Ausschuss.[8]

Gesellschaftliches EngagementBearbeiten

Sarrazin engagierte sich schon als Schüler in der von ihm mit begründeten „Jugendinitiative Politik“, dem Future-Bus-Projekt und in der schülerInnenkammer hamburg. Er ist Mitglied der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland. Seit 2006 ist er stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Landesverbandes der Europa-Union Deutschland (EUD). Seit dem 21. Januar 2010 ist er Vorsitzender der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag und seit dem 24. Februar 2010 ist er Mitglied im Präsidium der EUD. Manuel Sarrazin engagiert sich im Vorstand der humanitären Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Am 13. Januar 2012 wurde Sarrazin in das Kuratorium des Instituts für Europäische Politik (IEP) gewählt.[9] Seit 28. Februar 2014 ist Sarrazin Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft.[10] Er ist Vizepräsident der Europäischen Bewegung Deutschland.[11]

PublikationenBearbeiten

  • Manuel Sarrazin: Nationale Parlamente in der Globalisierung - Überforderung nationaler Parlamente? Grenzen am Beispiel der Budgetverantwortung. In: Franzius, Claudio/ Mayer, Franz C./ Neyer, Jürgen (Hrsg.): Modelle des Parlamentarismus im 21. Jahrhundert : neue Ordnungen von Recht und Politik (= Recht und Politik in der Europäischen Union. Band 5). Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2627-1, S. 103–108 (Datensatz auf d-nb.info).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wiebke Hollersen: Junge Abgeordnete: Ich studiere noch, aber pssst. Spiegel Online / Unispiegel. 17. September 2009. Abgerufen am 25. Januar 2016.
  2. Der Fluch des Namens Sarrazin. In: Hamburger Morgenpost, 18. September 2010.
  3. Kandidatenvorstellung zur Bundestagswahl 2017. (Nicht mehr online verfügbar.) In: hamburg.gruene.de. August 2017, ehemals im Original; abgerufen am 26. September 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/hamburg.gruene.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Gallina neue Vorsitzende der Hamburger Grünen. NDR. 30. Mai 2015. Archiviert vom Original am 30. Mai 2015. Abgerufen am 30. Mai 2015.
  5. Andreas Göhring: Auch Grüne halten an ihrem Bundestagskandidaten fest. In: harburg-aktuell.de. 17. November 2016, abgerufen am 26. November 2016.
  6. Hamburgs Grüne setzen Hajduk auf Platz eins. (HTTPS) In: ndr.de. 26. November 2016, abgerufen am 26. November 2016.
  7. Fachpolitische Sprecherinnen & Sprecher und Obleute in den Ausschüssen. (PDF 79 kB) In: gruene-bundestag.de. 30. Januar 2018, abgerufen am 31. Januar 2018.
  8. Ausschussmitglieder und stellvertretende Ausschussmitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN. (PDF, 86 kB) In: gruene-bundestag.de. 17. Januar 2018, abgerufen am 31. Januar 2018.
  9. Manuel Sarrazin im Kuratorium des Instituts für Europäische Politik. (Nicht mehr online verfügbar.) In: manuelsarrazin.de. 23. Januar 2012, archiviert vom Original am 18. Februar 2012; abgerufen am 1. Februar 2012.
  10. Homepage der SOG: Präsidium, abgerufen am 25. Januar 2016
  11. https://www.netzwerk-ebd.de/nachrichten/mehr-mut-zu-europaeischen-loesungen-bei-migration-ebd-vizepraesident-sarrazin-kommentiert-eu-gipfel-in-salzburg/