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GeografieBearbeiten

Der Ort liegt an Unterelbe und Este und ist geographisch der östlichste Ort der Zweiten Meile des Alten Landes, die von der Lühe bis zur Este reicht. Entsprechend ist die Ortskultur auch vom Obstbau geprägt. Cranz ist wie das umliegende Alte Land ein beliebtes Ausflugsziel der Hamburger.

Die Bebauung befindet sich fast ausschließlich an und auf den Deichen von Elbe und Este. Das Hinterland dient dem Obstbau.

GeschichteBearbeiten

Cranz wurde erstmals 1341 urkundlich erwähnt. Der Name weist auf die Eigentümlichkeit der Siedlung hin, die Häuser direkt an die Deiche zu bauen, so dass sie in kranzartiger Weise an den Ufern der Flüsse Este und Lühe lag.[1] Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1645 schwedisch, bevor 1712 die Dänen die Herrschaft übernahmen. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg kam Cranz 1863 zum Königreich Hannover, mit dem es 1866 von Preußen annektiert wurde.

Aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 wurde Cranz als einziger Ort der Zweiten Meile des Alten Landes nach Hamburg eingemeindet (die Dritte Meile östlich der Este wurde komplett hamburgisch). Zuvor gehörte es zum preußischen Regierungsbezirk Stade. Die evangelisch-lutherischen Christen in Cranz gehören noch heute zur Kirchengemeinde St. Martini (Estebrügge) im Kirchenkreis Stade der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

In den 1970er Jahren wurde im äußersten Süden des Stadtteils die viergeschossige Siedlung Estebogen erbaut, in der vorwiegend Werftarbeiter türkischer Herkunft der nahegelegenen Sietas-Werft in Neuenfelde leben.

StatistikBearbeiten

  • Minderjährigenquote: 14,2 % [Hamburger Durchschnitt: 16,3 % (2017)].[2]
  • Altenquote: 17,9 % [Hamburger Durchschnitt: 18,2 % (2017)].[3]
  • Ausländeranteil: 27,1 % [Hamburger Durchschnitt: 17,1 % (2017)].[4]
  • Arbeitslosenquote: 5,8 % [Hamburger Durchschnitt: 5,2 % (2017)].[5]

Das durchschnittliche Einkommen je Steuerpflichtigen beträgt in Cranz 31.335 Euro jährlich (2013), der Hamburger Gesamtdurchschnitt liegt bei 39.054 Euro.[6]

PolitikBearbeiten

 
Estedeich in Cranz, 2012

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Cranz zum Wahlkreis Süderelbe. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[7]:

  1. SPD 54,2 % (+8,0)
  2. Grüne 15,1 % (+0,5)
  3. CDU 11,5 % (–10,1)
  4. FDP 8,1 % (+0,9)
  5. Linke 6,7 % (+1,4)
  6. AfD 2,0 % (+2,0)
  7. Übrige 2,4 % (–2,7)

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Estesperrwerk mit halbgeöffneter Klappbrücke

BauwerkeBearbeiten

Nach der Sturmflut 1962 wurde das Estesperrwerk erbaut, das heute das einzige Gebäude von nennenswerter architektonischer Relevanz im Ort ist. Das Sperrwerk wurde in den Jahren 1996 bis 2000 durch einen Neubau ersetzt und verfügt über eine lichte Durchfahrtsbreite von 40 m.[8]

SportBearbeiten

Am Estebogen spielt der Verein SV Este 06/70, der nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist, in der Hamburger Bezirksliga Süd.[9] Die Fußballmannschaften des ASC Cranz-Estebrügge nehmen am Spielbetrieb des Niedersächsischen Fußballverbands teil.[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Fischfang 2006 auf der Unterelbe vor Cranz. Links die Sietas-Werft in Neuenfelde und die Hubbrücke am Este-Sperrwerk. (Blick von Blankenese)

VerkehrBearbeiten

Cranz ist unter anderem mit der Elbfähre von Blankenese aus erreichbar. Außerdem fährt die HVV-Buslinie 150 über Finkenwerder nach Altona. Die HVV-Buslinie 2050 verbindet Cranz mit dem niedersächsischen Teil des Alten Landes und fährt über Jork, Steinkirchen und Hollern-Twielenfleth nach Stade.

BildungBearbeiten

Mit der Schule Cranz am Estebogen gibt es in Cranz eine Grundschule, die seit dem Schuljahr 2010/2011 eine Ganztägige Bildung und Betreuung (GBS) anbietet.

ReligionBearbeiten

Im Unterschied zu den übrigen Stadtteilen Hamburgs gehört Cranz zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8 (Stadtteilartikel über Cranz).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hamburg-Cranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 28.
  2. Minderjährigenquote in den Hamburger Stadtteilen 2017
  3. Anteil der 65-Jährigen und Älteren in den Hamburger Stadtteilen 2017
  4. Ausländeranteil in den Hamburger Stadtteilen 2017
  5. Arbeitslosenquote in den Hamburger Stadtteilen 2017
  6. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.): Hamburger Stadtteil-Profile 2016 (= NORD.regional. Band 19). 2018, ISSN 1863-9518 (Online PDF 6,6 MB [abgerufen am 12. Februar 2018]).
  7. Ergebnis bei www.wahlen-hamburg.de
  8. Stadt Hamburg – Estesperrwerk (Memento vom 19. Februar 2016 im Internet Archive)
  9. Kicker Fußball SV Este 06/70 Hamburg, abgerufen am 14. Oktober 2013
  10. Homepage ASC Cranz-Estebrügge von 1927 e.V., abgerufen am 14. Oktober 2013