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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tiefenbronn
Tiefenbronn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tiefenbronn hervorgehoben

Koordinaten: 48° 49′ N, 8° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 428 m ü. NHN
Fläche: 14,79 km2
Einwohner: 5385 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 364 Einwohner je km2
Postleitzahl: 75233
Vorwahl: 07234
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 062
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemmingenstraße 1
75233 Tiefenbronn
Website: www.tiefenbronn.de
Bürgermeister: Frank Spottek
Lage der Gemeinde Tiefenbronn im Enzkreis
BirkenfeldEisingenEngelsbrandFriolzheimHeimsheimIllingenIspringenKieselbronnKnittlingenKnittlingenKnittlingenKnittlingenMaulbronnMönsheimMühlackerNeuenbürgNeuhausenNiefern-ÖschelbronnÖtisheimSternenfelsTiefenbronnWiernsheimWimsheimWurmbergWurmbergKelternRemchingenStraubenhardtNeulingenKämpfelbachÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnKönigsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Tiefenbronn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde Tiefenbronn mit den Ortsteilen Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen liegt am Rande des Nordschwarzwaldes. Tiefenbronn liegt an der Würm, die aber nicht direkt durch Tiefenbronn, sondern durch den Ortsteil Mühlhausen fließt. Pforzheim ist 15 km von Tiefenbronn entfernt.

NachbargemeindenBearbeiten

Tiefenbronn liegt zwischen den Städten Leonberg, Weil der Stadt, Pforzheim und Bad Liebenzell.

Eine enge Verbindung besteht zur Nachbargemeinde Neuhausen (Enzkreis).

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Tiefenbronn gehören die ehemaligen Gemeinden Lehningen und Mühlhausen. Zu den ehemaligen Gemeinden Lehningen und Mühlhausen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur Gemeinde Tiefenbronn in den Grenzen von 1971 gehören das Dorf Tiefenbronn und die Häuser Wasserwerk.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Tiefenbronn 1977

Tiefenbronn wurde erstmals 1105 im Codex Hirsaugiensis erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Später war es im Besitz der Herren vom Stain. Jakob von Stein verkaufte den Ort 1407 an den Reichsfreiherrn Diether V. von Gemmingen, der die Linie Gemmingen-Hagenschieß der Freiherren von Gemmingen begründete. Seit 1806 gehörte der Ort zum Großherzogtum Baden, das 1839 auch den Besitz der Gemminger aufkaufte. Ab dem 25. Juni 1939 waren Tiefenbronn, Lehningen und Mühlhausen Bestandteile des Landkreises Pforzheim. 1945 wurden die Ortschaften Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörten somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1972 durch die Vereinigung der Gemeinden Tiefenbronn, Lehningen und Mühlhausen neu gebildet.[3] 1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der die neue Gemeinde zum Enzkreis kam.

In den 1990er Jahren geriet Tiefenbronn mehrfach in bundesweite Schlagzeilen: Zum einen wurden bei wiederholten Einschlägen von Eisbrocken aus Flugzeugtoiletten etliche Dachfenster und Gebäude beschädigt. Auch ein Entführungsfall brachte 1997 die Presse nach Tiefenbronn.

Wappen der früheren Gemeinden

OrtsteileBearbeiten

Mühlhausen wurde – wie Tiefenbronn – erstmals 1105 im Codex des Klosters Hirsau erwähnt. Mit Tiefenbronn zusammen kam es über die Reichsfreiherrn von Gemmingen an das Großherzogtum Baden und schließlich an Baden-Württemberg. Zum 1. Januar 1972 wurde es gemeinsam mit dem Ortsteil Lehningen nach Tiefenbronn eingemeindet.

Lehningen ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Tiefenbronn.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Tiefenbronn hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,3 % (2014: 56,8 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Ergebnis 2014
CDU 36,06 % 5 51,1 %, 7 Sitze
Liste Mensch und Umwelt Tiefenbronn (LMU) 34,95 % 5 38,4 %, 5 Sitze
SPD 12,01 % 2 51,1 %, 2 Sitze
Freie Wähler Tiefenbronn 13,87 % 2 0,0 %, 0 Sitze
Tierschutzpartei 3,11 % 0 0,0 %, 0 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Am 11. März 2012 wurde der parteilose Frank Spottek mit 78,63 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt. Vorgänger im Amt war Friedrich Sämann.[4]

BildungBearbeiten

Mit der Lucas-Moser-Schule verfügt Tiefenbronn über eine Grundschule.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Franz-Josef-Gall-Straße

Im Ortsteil Tiefenbronn ist die kulturhistorische Berühmtheit seine 600 Jahre alte Kirche St. Maria Magdalena, die mehrere Sehenswürdigkeiten bietet. Neben einer gotischen Silbermonstranz von Jörg Seldere beherbergt sie die Hauptwerke von gleich zwei Meistern: den Hochaltar von Hans Schüchlin aus dem Jahr 1469 und den Magdalenenaltar von Lukas Moser aus dem Jahr 1432.

Im Ortsteil Mühlhausen sind die katholische Kirche St. Alexander aus dem Jahre 1495 mit ihren Grabplatten von 1607 und 1732 sowie das alte Wasserschloss Steinegg mit Wehrmauer von 1551/1553 sehenswert. Das Schloss kam 1823 durch das Wirken von Aloys Henhöfer in den Besitz der evangelischen Gemeinde.

Im Ortsteil Lehningen ist die kleine katholische Kirche St. Ottilien in der Ortsmitte sehenswert. Sie wurde etwa 1500 erbaut.

BrauchtumBearbeiten

Seit vielen Jahrzehnten pflegt Tiefenbronn die Karnevalstradition, die zu den wichtigsten Brauchtümern im Ortsgeschehen zählt. Im Jahr 1954 wurde der Tiefenbronner Carnevalverein (TCV) gegründet, der alljährlich Veranstaltungen, wie z. B. Prunksitzungen, Maskenbälle, den Tiefenbronner Fasnetsumzug oder das Schneemannverbrennen organisiert. Somit ist die Tiefenbronner Fasnet die älteste ihrer Art im Enzkreis, Raum Pforzheim und darüber hinaus. Weiterhin gibt es neun Masken- und Zunftgruppen, die sich aktiv an der Fasnet beteiligen. Die Symbolfigur der Tiefenbronner Fasnet ist der Schmellenhopfer (Schimpfname der Tiefenbronner). Den Narren steht alljährlich ein neuer Schmellenprinz vor.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 580–582
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 478.
  4. https://www.pz-news.de/region_artikel,-Buergermeisterwahl-in-Tiefenbronn-Spottek-siegt-haushoch-_arid,330618.html

LiteraturBearbeiten

  • Judith Knöbel-Methner: 900 Jahre Tiefenbronn. Streiflichter einer Gemeinde. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005. ISBN 978-3-89735-427-2.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tiefenbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien