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Neuenbürg

Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuenbürg
Neuenbürg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuenbürg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 51′ N, 8° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 28,17 km2
Einwohner: 8213 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km2
Postleitzahl: 75305
Vorwahl: 07082
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 043
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 2
75305 Neuenbürg
Website: www.neuenbuerg.de
Bürgermeister: Horst Martin (parteilos)
Lage der Stadt Neuenbürg im Enzkreis
BirkenfeldEisingenEngelsbrandFriolzheimHeimsheimIllingenIspringenKieselbronnKnittlingenKnittlingenKnittlingenKnittlingenMaulbronnMönsheimMühlackerNeuenbürgNeuhausenNiefern-ÖschelbronnÖtisheimSternenfelsTiefenbronnWiernsheimWimsheimWurmbergWurmbergKelternRemchingenStraubenhardtNeulingenKämpfelbachÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnKönigsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Neuenbürg ist eine Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg, zwölf Kilometer südwestlich von Pforzheim. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald. Die ehemalige württembergische Oberamtsstadt an der Enz besteht aus vier Ortsteilen: Kernstadt, Dennach, Arnbach und Waldrennach.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Kleinstadt liegt in einem Mäandertal an einem idealtypisch ausgebildeten Umlaufberg im Nordschwarzwald. Auf der gegenüberliegenden Seite der Enz liegt der Sägkopf mit der Felsengruppe Angelstein.

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Neuenbürg besteht aus den Stadtteilen Arnbach, Dennach, Neuenbürg, Rotenbach (mit Enzbrücke) und Waldrennach. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt in der Form „Neuenbürg – …“. Das Stadtgebiet ist zudem in vier Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert. In den Stadtteilen Dennach und Waldrennach sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[2]

Zum Stadtteil Arnbach gehört das Dorf Arnbach. Zur ehemaligen Gemeinde Dennach gehören das Dorf Dennach, der Ort Holzschleifwerk und die Häuser Bahnhof, Enzbrücke und Rotenbachwerk. Zur Stadt Neuenbürg in den Grenzen von vor der Gemeindereform in den 1970er Jahren gehören die Stadt Neuenbürg, Schloss Neuenbürg, die Siedlung Untere Reute und die Häuser Breites Tal und Eisenfurt. Zum Stadtteil Dennach gehört die Siedlung Rotenbach (Enz). Zum Stadtteil Waldrennach gehören das Dorf Waldrennach und das Haus Wirtschaft zum Größeltal.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dennach wird aufgrund des Flurnamens Schwabhausen eine Wüstung vermutet, was aufgrund der Lage jedoch als unwahrscheinlich gilt.[3]

KlimaBearbeiten

Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 5 10 13 18 21 24 24 20 14 8 4 Ø 13,7
Min. Temperatur (°C) −2 −2 1 4 8 11 13 13 10 6 1 −1 Ø 5,2
Niederschlag (mm) 28,4 28,3 35,0 35,7 51,6 63,5 63,8 49,1 42,3 46,4 38,1 35,8 Σ 518
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28,4
28,3
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63,5
63,8
49,1
42,3
46,4
38,1
35,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Birkenfeld, DEU auf weather.msn.com

GeschichteBearbeiten

 
Neuenbürg (1907)

Neuenbürg ist im Zusammenhang mit der Erzgewinnung (nachweislich schon zur Keltenzeit) und Waldwirtschaft entstanden. Die Burgen Straubenhardt und Waldenburg sind im 11. Jahrhundert entstanden, die neue Burg, nach der der Ort seinen Namen trägt, im 12. Jahrhundert. 1274 wurde Neuenbürg anlässlich der Verleihung der Stadtrechte erstmals urkundlich erwähnt. In den 1320er Jahren fielen Burg und Stadt an die Grafen von Württemberg und wurden zum Sitz einer Vogtei, später eines Amtes und seit 1758 Oberamtes. 1431 erhielt Neuenbürg Marktrechte. Im 17. Jahrhundert war Neuenbürg Sitz zweier Nebenlinien des Hauses Württemberg (siehe Württemberg-Neuenbürg). 1783 brannte das Zentrum der Stadt samt dem alten Rathaus ab. Das Oberamt Neuenbürg wurde nach der Gründung des Königreichs Württemberg erheblich erweitert. 1868 erhielt Neuenbürg mit einem nordöstlich der Stadt gelegenen Bahnhof an der Enztalbahn Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn. 1934 wurde das Oberamt Neuenbürg in Kreis Neuenbürg umbenannt und ging 1938 vollständig im Landkreis Calw auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Neuenbürg zur französischen Besatzungszone und somit ab 1947 zum Land Württemberg-Hohenzollern, das 1952 im neu gegründeten Bundesland Baden-Württemberg aufging.

 
NEUENBÜRG in Königreich Württemberg in 1859

1973 wurde die Stadt im Rahmen der Kreisreform dem neugebildeten Enzkreis zugeordnet. Am 1. Januar 1975 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Arnbach, Dennach und Waldrennach eingemeindet.[4]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus

BürgermeisterBearbeiten

  • 1888–1919: Friedrich Stirn (Stadtschultheiß)
  • 1919–1938: Eugen Knodel
  • 1938–1945: Eberhard Essich (1891–1979[5])
  • 1946–1948: Karl Titelius (* 1891[6])
  • 1949–1962: Hermann Erlenmaier (1906/07–1962[7])
  • 1962–1982: Ernst Fischer (1927–2009[8])
  • 1982–2006: Theo Schaubel (* 1940[9])
  • seit 2006: Horst Martin (* 1968[10])

GemeinderatBearbeiten

In Neuenbürg wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Neuenbürg hat nach der letzten Wahl 22 Mitglieder (2009: 21). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Unabhängige Wählervereinigung 55,8 % +22,9 12 Sitze +5
Neue Bürgerliste 0,0 % −24,8 0 Sitze −5
CDU 18,6 % −2,5 4 Sitze −1
Grüne Liste 13,1 % +0,7 3 Sitze +1
SPD 12,6 % +3,7 3 Sitze +1

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein sechseckiger roter Burgturm.“

Wappen der ehemaligen GemeindenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof mit Enztalbahn

VerkehrBearbeiten

In Neuenbürg gibt es fünf Haltestellen der Stadtbahnlinie S 6, der Enztalbahn, einer 23 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Pforzheim nach Bad Wildbad: „Neuenbürg (Enz) Bf“, „Neuenbürg (Enz) Süd“, „Neuenbürg (Enz) Freibad“, „Rotenbach (Enz)“ (ein Stadtteil von Neuenbürg) und weiter außerhalb „Neuenbürg (Enz) Eyachbrücke“. Es verkehren stündlich Stadtbahnen der Linie S 6 nach Bad Wildbad und Pforzheim, die teilweise über Pforzheim hinaus nach Bietigheim-Bissingen oder Wörth durchgebunden werden.

WirtschaftBearbeiten

BildungBearbeiten

 
Gymnasium Neuenbürg

EinrichtungenBearbeiten

Neuenbürg ist Sitz des Kirchenbezirks Neuenbürg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie des Evangelischen Jugendwerkes Bezirk Neuenbürg[14].

Sport- und FreizeitanlagenBearbeiten

  • Freibad (beheizt, 24 °C)
  • Tennisplätze
  • diverse Spielplätze (Abenteuerspielplatz usw.)
  • Fußballplatz (Rasen- und Hartplätze)
  • Faustballplätze (in Dennach und Waldrennach)
  • Minigolf
  • Diverse Street Spots für Biker und ein kleiner Downhill-Trail vom Schloßberg

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stadtkirche in Neuenbürg (evangelisch)
 
Heilig Kreuz Kirche (katholisch)
 
Marktplatz

MuseenBearbeiten

GebäudeBearbeiten

 
Alte Schlossruine
 
Schloss Neuenbürg – Ansicht von Osten
 
Schloss Neuenbürg – Innenhof

NaturdenkmälerBearbeiten

Archäologische FundeBearbeiten

Bei Neuenbürg-Waldrennach wurde im Sommer 2006 ein in Mitteleuropa bisher einmaliges Ensemble der frühkeltischen Eisenverhüttung aus dem 6. bis 5. Jahrhundert vor Christi Geburt gefunden. Ferner wurde eine gut erhaltene keltische Getreidemühle gefunden.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • seit 1987: Ernst Fischer, Bürgermeister 1962–1982[18]
  • seit 2006: Theo Schaubel, Bürgermeister 1982–2006[19]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort wirktenBearbeiten

Mit Neuenbürg verbundenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Neuenbürg: Hauptsatzung 23. Oktober 2001 (PDF (Memento des Originals vom 31. Oktober 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuenbuerg.de).
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 566–568
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 490.
  5. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Eberhard Essich : „Der“ Mann im Verein. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 56, 7. März 1991. Esslinger, S. 28.
  6. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Altbürgermeister wurde 80. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 107, 11. Mai 1971. Esslinger, S. 11.
  7. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Bürgermeister Erlenmaier gestorben. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 101, 3. Mai 1962. Esslinger, S. 11.
  8. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 295, 21. Dezember 2009. Esslinger, S. 25.
  9. Nicola Hiller: „Hätte gerne noch weiter geschafft“. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 238, 14. Oktober 2006. Esslinger, S. 32.
  10. Claas Augner: Bürgermeister im Verhör : Horst Martin. In: Bimmel : Schülerzeitung am Gymnasium Neuenbürg. Nr. 77, 8. Mai 2008. S. 6–9.
  11. Gößnitz (Memento des Originals vom 5. Juni 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuenbuerg.de. Website der Stadt Neuenbürg. Abgerufen am 27. Dezember 2009.
  12. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Partnerschaft wird schriftlich fixiert. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 30, 6. Februar 1993. Esslinger, S. 45.
  13. Rudi Huttarsch: Fichten und Palmen fanden zueinander. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 95, 26. April 1993. Esslinger, S. 23.
  14. Evangelisches Jugendwerk Bezirk Neuenbürg, www.ejw-neuenbuerg.de
  15. Museum im Schloss Neuenbürg
  16. schloss-neuenbuerg.de: Das kalte Herz
  17. Besucherbergwerk Frischglück
  18. Rudi Huttarsch: Ehrenbürger will sein Normalbürger in Ehren. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 245, 25. Juni 1987. Esslinger, S. 25.
  19. Nicola Hiller: Theo Schaubel ist Ehrenbürger. In: Pforzheimer Zeitung. Nr. 245, 23. Oktober 2006. Esslinger, S. 26.
  20. Ralf Bernd Herden: Roter Hahn und Rotes Kreuz. Books on Demand, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-2620-9. Großfeuer vom 23. Mai 1783 in Neuenbürg, S. 81 - Digitalisat

WeblinksBearbeiten

  Commons: Neuenbürg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien