Mühlbachl

Katastralgemeinde in Matrei am Brenner, ehemalige Gemeinde in Österreich

Mühlbachl ist eine ehemalige Gemeinde mit 1453 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die ehemalige Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Mühlbachl (Ehemalige Gemeinde)
Historisches Wappen von Mühlbachl
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Katastralgemeinde Mühlbachl
Mühlbachl (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Innsbruck-Land (IL), Tirol
Gerichtsbezirk Innsbruck
f5
Koordinaten 47° 8′ 10″ N, 11° 27′ 7″ OKoordinaten: 47° 8′ 10″ N, 11° 27′ 7″ Of1
Höhe 995 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 1453 (1. Jänner 2021)
Gebäudestand 479 (2021f1)
Fläche d. KG 2.884,79 ha (2021)dep1
Postleitzahl 6143 Pfons
Vorwahl +43/5273 (Matrei am Brenner)
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 70330
Katastralgemeinde-Nummer 81204
Bild
Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

Blick auf Altstadt mit der Pfarrkirche Matrei (bereits auf Pfoner Gebiet)
Blick über Mützens

GeografieBearbeiten

Mühlbachl liegt auf der Westseite des nördlichen Wipptals. Das weitläufige Gemeindegebiet erstreckt sich vom Südabhang des Schönbergs entlang des Matreiwaldes bis zur Gemeindegrenze mit Steinach, bei der Mündung des Navistales. In vielerlei Hinsicht ist Mühlbachl mit Matrei am Brenner, Pfons sowie teilweise mit Navis verbunden. Der höchste Punkt ist mit 2717 m ü. A. der Gipfel der Serles, den Goethe als „Hochaltar von Tirol“ bezeichnete.

GemeindegliederungBearbeiten

Die gleichnamige Katastralgemeinde ist mit der ehemaligen Gemeinde deckungsgleich, das Gemeindegebiet gliederte sich in sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Altstadt (28)
  • Matreiwald (66)
  • Mühlbachl (61)
  • Mützens (392)
  • Obfeldes (27)
  • Statz (598)
  • Zieglstadl (281)

Nachbargemeinden der ehemaligen GemeindeBearbeiten

Schönberg im Stubaital Ellbögen
Mieders   Pfons
Matrei am Brenner
Navis
Fulpmes Trins Steinach am Brenner

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet um Mühlbachl, Matrei und Pfons war schon vor über 3000 Jahren besiedelt. In Mühlbachl treffen sich zwei wichtige Handelswege, die Brennerstraße nach Innsbruck und die alte Salzstraße nach Hall. In dieser Gegend wurden antike Gräberfelder entdeckt. Aus der großen Anzahl der Grabbeigaben kann man schließen, dass es im Mühlbachler Raum eine wohlhabende prähistorische Siedlung gegeben hat.

Auf dem Schlosshügel befand sich wahrscheinlich die römische Straßenstation Matreyum.

Nachdem in einer Tauschurkunde aus der Zeit zwischen 995 und 1005 ein molendinum (‚kleine Mühle‘) bezeugt ist, ist der heutige Name erstmals 1292 als Mulepach in einer Rechnungslegung des Probstes von Innsbruck festgehalten worden.[2]

Die sogenannte vordere Veste Matrei wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Sie befand sich im Besitz der Grafen von Andechs, daraufhin fiel die Burg an Heinrich von Neiffen.

Die später erbaute hintere Veste Matrei ging an die den Habsburgern dienstpflichtigen Herrn von Matrei über. 1369 vermachte die einzige Tochter der Herrn von Matrei die Burg ihrem Gemahl Hans Trautson von Sprechenstein. Heute ist die Burg im Besitz der Fürsten von Auersperg. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss Trautson durch Bombenangriffe großteils zerstört. Heute steht vom Schloss nur noch ein Wirtschaftsgebäude.

Eine Gemeindezusammenlegung mit Matrei und Pfons wurde 1974 durch eine Volksabstimmung abgelehnt, bei einer weiteren Volksabstimmung 2020 aber befürwortet. 2022 fusionierte Mühlbachl mit Matrei und Pfons zur Gemeinde Matrei am Brenner.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Mühlbachl

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Auf 1641 m liegt das Wallfahrtskloster Maria Waldrast. 1429 wurde ein Gotteshaus errichtet und 1621 der Grundstein zu einem Servitenkloster gelegt.[3]
  • Die Kapelle Hll. Peter und Paul in Mützens wurde 1236 erwähnt.[3]
  • Burgruinen Matrei und Burg Raspenbühel[3]
  • Brennerwerk: Wasserschloss und Überlauf aus 1899[3]

VereineBearbeiten

Das rege Vereinsleben erstreckt sich über die drei ehemaligen Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons:

  • Musikkapelle Matrei-Mühlbachl-Pfons (gegründet 1683, eine der ältesten Musikkapellen Tirols)
  • Schützenkompanie Matrei a. Br. und Umgebung
  • Freiwillige Feuerwehr Mühlbachl (gegründet 1891), Sportverein Matrei u. Umgebung
  • Alpenverein
  • Naturfreunde
  • Theaterverein
  • Schützengilde
  • Bogensportclub
  • Chor
  • Eisschützen
  • Jungbauernschaft-Landjugend
  • Pensionistenverein
  • ...

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch Mühlbachler Gebiet führen die Brennerbahn, die Brennerautobahn A 13, die Brennerstraße B 182 und die Ellbögener Straße L 38. Der nächstgelegene Bahnhof ist im Ort Matrei.

PolitikBearbeiten

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt.[4] Alfons Rastner wurde zum letzten Bürgermeister gewählt. Er war der einzige Kandidat.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Gemeindeliste 64,98 % 449 9
Aktiv für Mühlbachl 35,02 % 242 4

Im Herbst 2020 hat die Bevölkerung für eine Gemeindefusion mit Matrei und Pfons votiert.

WappenBearbeiten

Blasonierung:

„In Blau ein silbernes Mühlrad, links beseitet von einem silbernen Wellenpfahl.“[5]

Das Gemeindewappen wurde 1979 von der Landesregierung verliehen. Mühlrad und Bach versinnbildlichten als redendes Wappen den Gemeindenamen und bezogen sich auf die zahlreichen Mühlen, die sich entlang des Waldrasterbaches befanden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der ehemaligen GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Mühlbachl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 159 ff.
  3. a b c d Dehio Tirol 1980, Mühlbachl, S. 535 ff
  4. [1] tirol Unser Land
  5. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 27/1979.
  6. Gratz, Johann. In: parlament.gv.at. Abgerufen am 24. Januar 2021.