Pfons

Gemeinde in Österreich

Pfons ist eine Gemeinde mit 1224 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Pfons
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pfons
Pfons (Österreich)
Pfons
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 21,72 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 47° 8′ 33″ N, 11° 27′ 38″ O
Höhe: 1043 m ü. A.
Einwohner: 1.224 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 56 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6143
Vorwahl: 05273
Gemeindekennziffer: 7 03 41
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Waldfrieden 23
6143 Pfons
Website: www.pfons.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Alexander Woertz
Lage von Pfons im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Pfons im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Pfons.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Pfons liegt im nördlichen Wipptal, östlich der Sill, unmittelbar angrenzend an Matrei. Das ausgedehnte Gemeindegebiet umfasst die Weiler und Höfe der östlichen Wipptalterrasse bis zum Navistal. Die Grenze im Westen bildet die Sill, im Nordwesten liegt der tiefste Punkt der Gemeinde mit 880 Meter über dem Meer. Nach Osten steigt das Land auf bis zu 2790 Meter in der Grünbergspitze in den Tuxer Alpen an. Die Entwässerung erfolgt über den Falkasanerbach, der die Grenze im Norden bildet, den Riggelesbach und den Pfoner Bach, alles rechte Nebenbäche der Sill.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 22 Quadratkilometer. Davon sind 12 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 45 Prozent bewaldet, 29 Prozent Almen und dreizehn Prozent hochalpines Gelände.[1]

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Pfons (598)
  • Schöfens (626)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Pfons.

NachbargemeindenBearbeiten

Ellbögen Tulfes
Mühlbachl  
Matrei am Brenner Navis

GeschichteBearbeiten

 
Pfons vom Rastplatz der Brennerautobahn aus gesehen
 
Blick auf die Altstadt mit der Pfarrkirche Matrei
 
Pfons von Norden
 
Wiesengrund-Obpfons, Panorama von zwischen Matreiwald und Mühlbachl

Die Namensherkunft von Pfons ist ungeklärt. Der Name stammt entweder von „phanes“ bzw. „fanes“ (Berghang) oder von „pons“ (Brücke) ab. Um 1030 wird „Pfans“ erstmals urkundlich genannt,[3] um 1140/47 taucht der Name „Phanese“ auf.[4] Die erste urkundliche Nennung des Ortsteils Schöfens („Schevens“) erfolgte 1315.[5]

Die Burg oberhalb von Schöfens wurde bereits 1257 Nornholz oder Nardenholz genannt. Sie war Sitz des Geschlechtes der Arnholzer, was zur Namensänderung „Burg Arnholz“ führte. Im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude um einen Rundturm erweitert.[5]

Seit 1811 ist Pfons eine selbständige Gemeinde. Eine Gemeindezusammenlegung mit Matrei und Mühlbachl wurde anlässlich einer Volksabstimmung 1974 abgelehnt.

Im Gemeindegebiet oberhalb des Ortes wurde früher der Matreier Marmor (Matreier Serpentin) abgebaut, der als Dekorationsstein in vielen Kirchen Tirols, aber auch in der Ausgestaltung des Burgtheaters und des Naturhistorischen Museums in Wien Verwendung fand.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Pfons
 
Burg Arnholz, auf die im Wappen verwiesen wird

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftssektorenBearbeiten

Von den 37 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden acht im Haupt-, 25 im Nebenerwerb, eine von einer Personengemeinschaft und drei von juristischen Personen geführt. Diese drei bewirtschafteten mehr als achtzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 21 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 14 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (88) und Verkehr (27 Mitarbeiter).[6][7][8]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 37 43 17 10
Produktion 18 13 35 26
Dienstleistung 45 24 153 118

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, PendelnBearbeiten

Im Jahr 2011 lebten 673 Erwerbstätige in Pfons. Davon arbeiteten 100 in der Gemeinde, 85 Prozent pendelten aus.[9]

InfrastrukturBearbeiten

Gemeinsam mit Matrei und Mühlbachl hat Pfons viele infrastrukturelle Einrichtungen, insbesondere im Ortsteil Altstadt.

  • Eisenbahn: Durch den Westen des Gemeindegebietes verläuft die Brennerbahn. Der Bahnhof Matrei befindet sich direkt an der Gemeindegrenze.
  • Straße: Am linken Sill-Ufer verlaufen die Brenner Autobahn A13 und die Brennerstraße B182. Von dieser zweigt bei Pfons zweigt die alte Salzstraße über Ellbögen nach Hall ab, die heutige Ellbögener Straße (L 38).

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mitgliedern.

  • Mit der Gemeinderatswahl 2010[10] hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 Bürgerliste Pfons Argen Woertz, 6 Heimatliste Pfons.
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 6 Miteinander für Pfons, 5 Fair und transparent für unser Pfons, 2 Pfons-Aktiv – Vbgm. Erich Schafferer.
  • Im Herbst 2020 hat die Bevölkerung für eine Gemeindefusion mit Matrei und Mühlbachl votiert.

BürgermeisterBearbeiten

  • Alexander Woertz[11]

WappenBearbeiten

Das Pfoner Wappen zeigt auf gelbem Grund einen blauen Hahn, der in der rechten Kralle einen Hammer hält. Dabei verweist der Hahn auf den ersten bekannten Besitzer der Burg Arnholz. Der damalige Abbau von Serpentin findet sich im Hammer des Hahnes wieder.[12]

WeblinksBearbeiten

Commons: Pfons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pfons, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pfons, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 185–186, Nr. 204.
  4. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 8, Nr. 389.
  5. a b Michael Fritz: Pfons. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 20. Juni 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Pfons, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Pfons, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Pfons, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Pfons, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Juni 2021.
  10. Kundmachung zu Wahl des Gemeinderats bzw. des Bürgermeisters durch die Gemeindewahlbehörde Pfons (PDF; 158 kB)
  11. Bürgermeisterwahl 2016. Gemeinde Pfons, abgerufen am 20. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  12. Informationen über Pfons im Tirol Atlas tiroLexikon