Ludwig Röder von Diersburg

preußischer Verwaltungsbeamter
Ludwig Röder von Diersburg

Freiherr Ludwig Röder von Diersburg (* 8. November 1822; † 19. August 1881) war ein deutscher Verwaltungsjurist in Hessen.

LebenBearbeiten

Er entstammte dem zweiten Zweig des jüngeren Astes der älteren Hauptlinie des in der Ortenau gründenden Geschlechts der Roeder von Diersburg und war Sohn des großherzoglich-hessischen Obersten Ludwig Philipp Freiherr Roeder zu Diersburg und dessen Gemahlin Elisabeth geb. Seitz.[1] Er war verheiratet mit einer Tochter des Gießener Tabakfabrikanten Ferdinand Gail.

Röder von Diersburg studierte ab 1841 Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und wurde dort Mitglied des Corps Starkenburgia.[2] Nach seiner Militärzeit schlug er die Verwaltungslaufbahn ein. Von 1859 bis 1866 war er Kreisrat (Landrat) des heute im Landkreis Marburg aufgegangenen Kreises Biedenkopf in der zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörenden Provinz Oberhessen.

Nach dem Deutschen Krieg, in dem Hessen-Darmstadt auf der Seite Österreichs gekämpft hatte, musste das Großherzogtum gemäß dem Friedensvertrag von 1866 unter anderem den Kreis Biedenkopf an Preußen abtreten. Als großherzoglich-hessischer Beamter hier nicht mehr opportun bekam Röder von Diersburg zunächst die Stelle des Kreisrates im Landkreis Schotten.[3] 1871 wurde er Nachfolger Julius Rinck von Starcks als Preußischer Provinzialrat der Provinz Oberhessen mit Verwaltungssitz in Gießen. In gleicher Eigenschaft wechselte er 1877 nach Rheinhessen (Provinz) mit Verwaltungssitz in Mainz; diese Position hatte er bis zu seinem Tod inne.

LiteraturBearbeiten

  • Ludwig Hauff: Die Geschichte der Kriege von 1866. München 1867
  • Karl Huth: Verwaltungsgeschichte des Landkreises Biedenkopf. Biedenkopf, Kreisausschuss des Landkreises 1957.
  • Ernst Heinrich Kneschke (Hg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Leipzig 1867
  • Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Hessen 1869. Darmstadt 1869.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kneschke, Ernst Heinrich (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. 7. Band. Leipzig 1867, S. 545
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 57, 105.
  3. Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Hessen 1869. Darmstadt 1869, S. 275