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Lai Ching-te

Lai Ching-te (chinesisch 賴清德, Pinyin Lài Qīngdé, Pe̍h-ōe-jī Loā Chheng-tek; * 6. Oktober 1959 in Wanli), auch bekannt als William Lai, ist ein taiwanischer Politiker der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) und war von Ende 2017 bis Anfang 2019 Vorsitzender des Exekutiv-Yuans und damit Premierminister der Republik China (Taiwan).

Inhaltsverzeichnis

Jugend und AusbildungBearbeiten

Lai Ching-te wurde als eines von sechs Kindern von seiner alleinerziehenden Mutter großgezogen, nachdem er im Alter von zwei Jahren seinen Vater durch einen Unfall verloren hatte. Nach seinem Schulabschluss studierte er Medizinische Rehabilitation an der Cheng-Kung-Nationaluniversität und der Nationaluniversität Taiwan sowie das Fach Public Health an der Harvard-Universität. Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten arbeitete er als Therapeut an der Klinik der Cheng-Kung-Nationaluniversität und an der privaten Sinlau-Klinik in Tainan.

Politische KarriereBearbeiten

 
Lais Unterschrift

Im Jahr 1994 arbeitete Lai als Wahlkampfhelfer im Team des DPP-Kandidaten für das Amt des Gouverneurs der Provinz Taiwan, Chen Ding-nan. Nach der Wahl fasste er den Entschluss, selbst in die Politik zu gehen, und wurde im Jahr 1996 in die Nationalversammlung gewählt. Zwei Jahre später wurde er als Vertreter der Stadt Tainan in den Legislativ-Yuan (das taiwanische Parlament) gewählt, dem er bei mehrfacher Wiederwahl von 1999 bis 2010 angehörte.

Im Jahr 2010 trat er als Kandidat seiner Partei bei der Bürgermeisterwahl der Stadt Tainan an und wurde mit 60,41 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Im selben Jahr erhielt Tainan den Status einer regierungsunmittelbaren Stadt. Bei der Bürgermeisterwahl im November 2014 wurde Lai mit 72,9 % der Stimmen im Amt bestätigt. Es war der höchste Stimmanteil, den ein Kandidat für das Bürgermeisteramt in einer der sechs regierungsunmittelbaren Städte Taiwans je erhalten hatte.[1]

Überregional erregte Lai im Jahr 2014 Aufsehen, als er sich bei einem Besuch in Shanghai in einer Rede an der Fudan-Universität für das Recht des taiwanischen Volkes auf Selbstbestimmung und damit indirekt für die Unabhängigkeit Taiwans von der Volksrepublik China (siehe Taiwan-Konflikt) aussprach. Lai gehört damit zu den wenigen Politikern, die diesen in der taiwanischen Gesellschaft vorherrschenden Konsens auch bei einem Besuch in China zum Ausdruck brachten.[2][3]

Am 8. September 2017 wurde Lai von Präsidentin Tsai Ing-wen als Nachfolger von Lin Chuan zum Vorsitzenden des Exekutiv-Yuans, dem Premierminister Taiwans, ernannt.[4][5] Infolge der schweren Niederlage der DPP bei den lokalen Wahlen im November 2018 kündigte Lai seinen Rücktritt an und übergab das Amt am 11. Januar 2019 an Su Tseng-chang.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 2014 Elections: Kaohsiung's and Tainan's mayors win re-election, Taipei Times vom 30. November 2014
  2. Tainan mayor says visit to Shanghai a success, The China Post vom 10. Juni 2014
  3. Tainan mayor rattles Chinese audience, Taipei Times vom 8. Juni 2014
  4. Popular Tainan mayor Lai Ching-te appointed Taiwan Premier as Tsai Ing-wen seeks to shore up support. Straits Times, 5. September 2017, abgerufen am selben Tage (englisch)
  5. Lai Ching-te sworn in as new premier, Focus Taiwan, 8. September 2017
  6. Su Tseng-chang named as new premier, Focus Taiwan, 11. Januar 2019
  Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Lai ist hier somit der Familienname, Ching-te ist der Vorname.