Kvæfjord (Kommune)

Kommune in Troms og Finnmark in Norwegen

Kvæfjord ist eine Kommune im norwegischen Fylke Troms og Finnmark. Die Kommune hat 2822 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Borkenes.

Wappen Karte
Wappen der Kommune Kvæfjord
Kvæfjord (Norwegen)
Kvæfjord
Kvæfjord
Basisdaten
Kommunennummer: 5411
Provinz (fylke): Troms og Finnmark
Verwaltungssitz: Borkenes
Koordinaten: 68° 42′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 68° 42′ N, 16° 8′ O
Fläche: 512,61 km²
Einwohner: 2.822 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Torbjørn Larsen (Ap) (2011)
Lage in der Provinz Troms og Finnmark
Lage der Kommune in der Provinz Troms og Finnmark
Blick auf die Insel Kveøya, das Kvæfjord und das Gullesfjord
Borkenes und die Kveøya im Vordergrund

GeografieBearbeiten

Kvæfjord liegt auf der Insel Hinnøya, der größten Insel des norwegischen Hauptlandes, und umfasst Gebiete im Westen und Osten des gleichnamigen Fjords Kvæfjord, welcher sich von Norden in die Insel einschneidet. Der südliche Bereich des Fjords trägt auch den Namen Gullesfjord, im nördlichen Bereich liegt die Insel Kveøya in einer Bucht. Die Gemeinde Kvæfjord grenzt an die Kommunen Sortland im Westen, Lødingen im Süden, Tjeldsund im Südosten sowie Harstad im Osten und Nordosten. Im Norden befindet sich das Andfjord. Sowohl Sortland als auch Lødingen liegen in der Nachbarprovinz Nordland und Kvæfjord gilt als die südwestlichste Kommune der Provinz Troms und Finnmark.[2]

Das Gemeindeareal ist von Bergen geprägt und im Süden und Westen befinden sich die höchsten Erhebungen. Entlang der Küste ist die Strandebene meist schmal. Die höchste Erhebung ist der Reinspælen mit einer Höhe von 1118 moh.[3]

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den nördlichen Bereich der Gemeinde. In den 1980er-Jahren begann die Einwohnerzahl zu sinken, zwischen 2008 und 2018 sank die Zahl im Schnitt um 0,4 % jährlich.[4] Mit dem Verwaltungszentrum Borkenes befindet sich in Kvæfjord nur ein sogenannter Tettsted, also nur eine Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet wird.[5] Vikvågen verlor diesen Status im Oktober 2020.[6]

Die Einwohner der Gemeinde werden Kvæfjerding genannt.[7] Kvæfjord hat wie viele andere Kommunen der Provinz Troms og Finnmark weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[8]

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Kvæfjord entstand, nachdem im Jahr 1837 die kommunale Selbstverwaltung eingeführt wurde. Im Oktober wurde ein mit nur 32 Personen besiedeltes Gebiet an die damalige Kommune Trondenes überführt.[9] Im Jahr 2000 ging ein Teil an Sortland über. Mit der Kvæfjord kirke liegt eine 1867 erbaute Holzkirche in der Gemeinde.[10] In Kvæfjord befinden sich des Weiteren mehrere Grabhügel.

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Kvæfjord der damaligen Provinz Troms an. Diese ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Troms og Finnmark über.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Europastraße 10 (E10) führt durch den Süden der Gemeinde. Insgesamt führt sie in West-Ost-Richtung bis an die schwedische Grenze. Der Riksvei 85, der entlang des Westufers des Gullesfjords verläuft und an dessen Südufer in die E10 mündet, stellt unter anderem eine Verbindung nach Sortland her. Im Nordosten stellt der Fylkesvei 83 die Hauptstraßenanbindung dar. Dieser führt nach Harstad und von dort weiter in den Süden zur E10.[2] Im Jahr 2010 wurde die Brücke von der Kveøya auf die Insel Hinnøya errichtet.[4]

WirtschaftBearbeiten

Das lokale Klima schafft gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft, welche lange die dominierende Wirtschaftsbranche war. In der Landwirtschaft ist vor allem die Rinder-, Schaf- und Hühnerhaltung verbreitet. Auch werden Futterpflanzen, Gemüse, Kartoffeln und Erdbeeren angebaut. Die Bedeutung der Fischerei im Kvæfjord ging ebenfalls mit der Zeit zurück. Mittlerweile sind Lachszuchtstationen im Betrieb. Die industrielle Produktion ist von nur eher geringer Bedeutung. Im Jahr 2015 arbeiteten etwa 46 Prozent der Arbeitstätigen in anderen Gemeinden, vor allem in den umliegenden Kommunen Harstad, Sortland und Hadsel.[4]

Name und WappenBearbeiten

Das seit 1986 offizielle Wappen der Kommune zeigt eine goldene Erdbeerpflanze auf goldenem Hintergrund. Bereits um etwa 1430 wurde das Gebiet als Qwidhiofiordh bezeichnet. Der Name stammt möglicherweise vom Inselnamen Kviðja (heute Kveøya) ab, welcher wiederum sich vom altnordischen Begriff „kviðr“, also „Bauch“, ableitet.[4][12]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kvæfjord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. a b Kvæfjord kommune. In: norgeskart.no. Kartverket, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  3. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 1. September 2015, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. a b c d Kvæfjord. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  5. Tettsteders befolkning og areal, 1. januar 2020. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  6. Nye og utgåtte tettsteder. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  7. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  8. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  9. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  10. Kvæfjord kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  11. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).
  12. Kvæfjord. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 12. Dezember 2020 (norwegisch).