Kim Basinger

US-amerikanische Schauspielerin

Kimila „Kim“ Ann Basinger[1] [ˈbeɪsɪŋɡəɹ] (* 8. Dezember 1953 in Athens, Georgia) ist eine US-amerikanische Schauspielerin.

Kim Basinger bei der Oscar-Verleihung 1990

JugendBearbeiten

Basinger wurde als drittes von fünf Kindern des Jazzmusikers und Weltkriegsveteranen Don Basinger und seiner Frau Ann geboren, die als Synchronschwimmerin in Esther-Williams-Filmen mitgewirkt hatte. So war Basinger das Showgeschäft von Kindheit an vertraut. Sie hat zwei Brüder und zwei Schwestern. Ihre Familie hat deutsche, schwedische sowie schottisch-irische Vorfahren und gehörte der methodistischen Konfession an.

In ihrer Jugend erhielt Basinger Ballettunterricht und war Mitglied der Cheerleader-Mannschaft ihrer Schule. Im Alter von 17 Jahren gewann sie einen Schönheitswettbewerb in Georgia. Anfang der 1970er Jahre ging Basinger nach New York, wo sie zuvor einen Vertrag bei der Ford Model Agency unterschrieben hatte. Obwohl sie mit ihrer Arbeit als Fotomodell gutes Geld verdiente, verlor sie nach einiger Zeit das Interesse. Mit dem Wunsch, sich beruflich umzuorientieren, fing sie an, privaten Schauspielunterricht zu nehmen. Erste kleine Auftritte hatte sie auf der Theaterbühne und als Sängerin in verschiedenen Clubs im New Yorker Stadtteil Greenwich Village.

KarriereBearbeiten

Im Jahr 1976 zog Basinger nach Los Angeles und versuchte zunächst, als Fernsehdarstellerin in Hollywood Fuß zu fassen. So spielte sie erste Rollen in Fernsehfilmen und Serien wie Drei Engel für Charlie. Ihr Kinodebüt gab sie 1981 in dem Filmdrama Jodie – Irgendwo in Texas, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte. Ein erster Durchbruch als Filmschauspielerin gelang ihr 1983 als Bond-Girl Domino Petachi in dem James-Bond-Film Sag niemals nie neben Sean Connery und spätestens an der Seite von Mickey Rourke in dem kontroversen Erotikfilm 9½ Wochen (1986), mit dem sie vor allem durch eine vielzitierte Striptease-Einlage zu Joe Cockers You Can Leave Your Hat On zum Sexsymbol der 1980er Jahre avancierte.

1989 trat sie in Tim Burtons Comicverfilmung Batman auf, in der sie kurzfristig ihre Schauspielkollegin Sean Young in der weiblichen Hauptrolle ersetzte und so als Fotojournalistin Vicky Vale an der Seite von Jack Nicholson und Michael Keaton zum Einsatz kam. Der Film spielte über 400 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein und wurde damit zum kommerziell erfolgreichsten Filmprojekt in Basingers Laufbahn. Außerdem wirkt Basinger auf dem Album Batman von Prince mit, der in vier Songs Filmzitate der Schauspielerin sampelte. Anfang der 1990er Jahre übernahm sie in den Filmen Die blonde Versuchung (neben Alec Baldwin) und Eiskalte Leidenschaft (neben Richard Gere) jeweils die weibliche Hauptrolle.

1992 schlug sie die Hauptrolle in Basic Instinct aus, die schließlich Sharon Stone erhielt. 1993 übernahm sie die Hauptrolle in dem Heist-Movie Karen McCoy – Die Katze, der jedoch an den Kinokassen katastrophal floppte. 1994 spielte sie in dem erotisch aufgeladenen Thriller Getaway erneut an der Seite von Alec Baldwin, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt auch verheiratet war. 1997 gelang ihr mit dem in den 1950er Jahren spielenden Neo-Noir L.A. Confidential unter der Regie von Curtis Hanson ein großer Erfolg als Schauspielerin. Für die Rolle des Callgirls Lynn Bracken wurde sie 1998 mit dem Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Damit war sie das erste ehemalige Bond-Girl, das diesen Preis gewann.

Spätestens zu dieser Zeit gehörte Basinger zu den bestbezahlten Hollywoodstars. Für den Film Ich träumte von Afrika (2000) erhielt sie eine Gage von fünf Millionen US-Dollar. Der Film erwies sich jedoch als großer Flop. 2002 spielte sie in dem Musikdrama 8 Mile – erneut unter der Regie von Curtis Hanson – die alkoholkranke Mutter des von Eminem verkörperten Protagonisten. Der Film wurde ein kommerzieller Erfolg und erhielt zudem den Oscar in der Kategorie Bester Filmsong. In den folgenden Jahren schlossen sich verschiedene Haupt- und Nebenrollen in den Filmen Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben (2004), The Sentinel – Wem kannst du trauen? (2006) und Auf brennender Erde (2008) an.

2010 spielte sie an der Seite von Jungdarsteller Zac Efron in dem Drama Wie durch ein Wunder. Spätestens in den nachfolgenden Jahren erreichte Basingers Schauspielkarriere einen Tiefpunkt: Sie spielte zu dieser Zeit kaum noch in nennenswerten oder kommerziell erfolgreichen Produktionen mit, so etwa in dem in Deutschland spielenden und wenig beachteten Independent-Film Um jeden Preis (2014), in dem sie eine Frau spielte, die nach mehreren Fehlgeburten sich auf illegale Weise ein Kind beschaffen will. Auch mit ihrer Rolle der Geschäftspartnerin und ehemaligen Geliebten von Christian Grey in Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe (2017), die sie auch im dritten Teil der Filmreihe – Fifty Shades of Grey – Befreite Lust – verkörperte, hatte sie wenig Glück; zwar wurde der Film ein finanzieller Erfolg, jedoch wurde Basinger für ihre Leistung 2018 bei der Verleihung der Goldenen Himbeere zur Schlechtesten Nebendarstellerin gekürt.

PrivatlebenBearbeiten

 
Kim Basinger mit Alec Baldwin bei der César-Verleihung 1994

Basinger war von 1980 bis 1989 mit dem Visagisten Ron Snyder verheiratet, den sie 1980 bei den Dreharbeiten zu dem Film Jodie – Irgendwo in Texas kennengelernt hatte. 1993 heiratete sie ihren Filmpartner Alec Baldwin. Aus dieser Ehe, die 2002 in Scheidung endete, stammt die gemeinsame Tochter Ireland Baldwin (* 1995), die heute in den USA ein bekanntes Model ist.

Seit dem Niedergang ihrer Filmkarriere widmet sich Basinger vorrangig dem Tierschutz. Zusammen mit Priscilla Presley setzt sie sich unter anderem gegen den Verzehr von Hundefleisch in asiatischen Ländern ein.[2]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

OscarBearbeiten

British Academy Film AwardBearbeiten

Golden Globe AwardBearbeiten

  • 1985: Nominierung als Beste Nebendarstellerin für Der Unbeugsame
  • 1998: Auszeichnung als Beste Nebendarstellerin für L.A. Confidential

Goldene HimbeereBearbeiten

  • 1987: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für 9½ Wochen
  • 1992: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für Die blonde Versuchung
  • 1993: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für Cool World und Eiskalte Leidenschaft
  • 1995: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für Getaway
  • 2001: Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für Die Prophezeiung und Ich träumte von Afrika
  • 2005: Nominierung als Schlechteste Verliererin der letzten 25 Jahre mit insgesamt sechs erfolglosen Nominierungen
  • 2018: Auszeichnung als Schlechteste Nebendarstellerin für Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe

JupiterBearbeiten

  • 1988: Auszeichnung als Beste Darstellerin für 9½ Wochen

MTV Movie AwardsBearbeiten

  • 1992: Nominierung als Begehrenswerteste Schauspielerin für Eiskalte Leidenschaft
  • 1993: Nominierung als Begehrenswerteste Schauspielerin für Cool World
  • 1994: Nominierung für den Besten Filmkuss in Wayne’s World 2 (mit Dana Carvey)
  • 1994: Nominierung als Begehrenswerteste Schauspielerin für Getaway

Saturn AwardBearbeiten

  • 1990: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Meine Stiefmutter ist ein Alien
  • 1991: Nominierung als Beste Nebendarstellerin für Batman
  • 2005: Nominierung als Beste Nebendarstellerin für Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben

Screen Actors Guild AwardBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kim Basinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. History com Editors: Kim Basinger and Alec Baldwin marry. In: history.com. Abgerufen am 9. Juni 2020 (englisch).
  2. Elisabeth Spitzer: Kim Basinger: Der Aufstieg und Fall einer Hollywood-Diva. Einst war sie ein gefeiertes Sexsymbol, heute führt sie ein Eremitendasein. In: Kurier, 23. September 2018.