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Karl-Heinz Brunner

deutscher Politiker (SPD), MdB

Leben und politisches EngagementBearbeiten

Nach dem Abitur studierte Brunner Betriebswirtschaftslehre, Rechtspflege und Management in Reutlingen, München, Starnberg und Bratislava. Seit 2005 arbeitet er als selbstständiger Rechtsberater und als weiterer geschäftsführender Gesellschafter der Illertisser Sonnenschein. Brunner ist Mitherausgeber des politischen Magazins Berliner Republik. Er ist Vorsitzender des Freundeskreises Illertissen – Elbogen / Loket n. O. Im Bayerischen Roten Kreuz, dem er seit 1970 angehört, sowie in der Arbeiterwohlfahrt ist er ehrenamtlich tätig. Brunner ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seit 2011 hat er einen Lehrauftrag zum Thema Public Private Partnership an der Hochschule Biberach.

Brunner trat 1982 in die SPD ein. Seit 1985 engagiert er sich in der Kommunalpolitik. Von 1990 bis 2002 war er Erster Bürgermeister von Illertissen, seit 1996 ist er Kreisrat im Landkreis Neu-Ulm.

Seit 2015 ist er Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Neu-Ulm[1] und seit 2016 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Schwaben.[2][3]

Seit 2015 ist er Stellvertreter des Präsidenten des Reservistenverbandes,[4] außerdem Mitglied der Vollversammlung des Sudetendeutschen Rates[5] und Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Härtefallstiftung.[6]

Er ist ferner Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs und der Česká strana sociálně demokratická[7] sowie Vorsitzender des Wirtschaftsclubs der BayernSPD.[8]

AbgeordneterBearbeiten

Seit der Bundestagswahl 2009 tritt er als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Neu-Ulm an; 2013 gelang ihm der Bundestagseinzug über die SPD-Landesliste Bayern. 2017 wurde er über die Landesliste wiedergewählt.[9]

Er ist stellvertretender Sprecher seiner Fraktion und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.[10][11] Dort ist er zuständig für das Unternehmensinsolvenzrecht sowie die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Darüber hinaus ist er als zuständiger Berichterstatter im Rechtsausschuss auch vom Deutschen Bundestag zum Mitglied der gemeinsamen Kommission für die Hilfe der Opfer der Colonia Dignidad gewählt worden.[12] Hier setzt er sich unter anderem für eine finanzielle Entschädigung ein.[13] Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung[14] und im Unterausschuss Europarecht[15].

Als abrüstungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist Brunner Obmann im Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung sowie stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses.[16][11]

Er ist ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss[17] und Berichterstatter seiner Fraktion für die Bereiche Luftwaffe und Wehrdienstbeschädigungen. Ebenso ist er stellvertretendes Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO.[18]

In der Landesgruppe Bayern der SPD-Bundestagsfraktion ist Brunner stellvertretender Vorsitzender sowie verteidigungspolitischer und rechtspolitischer Sprecher.[19]

Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der deutsch-österreichischen Parlamentariergruppe und Mitglied der deutsch-israelischen und der deutsch-südosteuropäische Parlamentariergruppen.[20]

OSZE-Wahlbeobachtermission Ukraine 2014Bearbeiten

Als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO nahm Brunner während der Krise in der Ukraine 2014 an der OSZE-Beobachtermission für die Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2014 teil. Dort nahm er auch an Treffen mit lokalen LGBT-Vereinen teil.[21]

DoktorgradBearbeiten

Seinen Doktorgrad „doktor filozofie“ (PhDr.) erwarb sich Brunner an der Universität von Bratislava. Dieser Doktorgrad ist nicht mit einem deutschen, wissenschaftlichen Doktorgrad vergleichbar. Er entspricht einem Masterabschluss und darf nur, da er vor 2007 erworben wurde, in den Bundesländern Bayern und Berlin als Dr. geführt werden. In allen anderen Bundesländern darf Brunner nicht mit diesem Titel auftreten.[22][23] 2009 wurde er wegen Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen anonym angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Memmingen stellte 2009 das Ermittlungsverfahren ein.[24]

Kandidatur für den SPD-ParteivorsitzBearbeiten

Nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles gab Karl-Heinz Brunner am 20. August 2019 bekannt, für den SPD-Parteivorsitz kandidieren zu wollen.[25] Brunner sagte dazu, dass er einen „deutlichen Überhang der GroKo-Gegner und des linken Parteispektrums“ sehe.[25] Als Seeheimer wolle er mit seiner Kandidatur sicherstellen, dass „die ganze Vielfalt der Partei widergespiegelt wird“.[25] Am 16. September zog er seine Kandidatur zurück.[26]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Parteien: Ein Triple für Brunner. In: swp.de. 29. Juli 2017 (swp.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  2. Vorstand - SPD-Kreisverband Neu-Ulm. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  3. StadtZeitung GmbH & Co. KG: Ulrike Bahr führt Schwaben-SPD. In: stadtzeitung.de. (stadtzeitung.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  4. eVEWA 2.0 S37 by GRUEN Software AG: Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  5. Von der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft benannt. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  6. Stiftungsrat. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  7. Deutscher Bundestag - Dr. Karl-Heinz Brunner. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  8. Wirtschaftsclub der BayernSPD: Impressum. Abgerufen am 22. August 2019.
  9. Der Bundeswahlleiter: Vorläufig Gewählte auf Landeslisten der Parteien in Bayern - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 29. September 2017.
  10. Mitglieder des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (Memento vom 22. Juni 2015 im Internet Archive) Bundestag, online, abgerufen am 18. September 2014
  11. a b Dr. Karl-Heinz Brunner, MdB | SPD-Bundestagsfraktion. In: SPD-Bundestagsfraktion. 23. September 2013 (spdfraktion.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  12. Deutscher Bundestag: Plenarprokotoll 19/46 – Deutscher Bundestag – Stenografischer Bericht – 46. Sitzung – Berlin, Donnerstag, den 5. Juli 2018; S. 7 (PDF; 1,72 MB).
  13. Konkrete Hilfe für die Opfer der Colonia Dignidad | SPD-Bundestagsfraktion. In: SPD-Bundestagsfraktion. 4. Juli 2018 (spdfraktion.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  14. Deutscher Bundestag - Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  15. Deutscher Bundestag - Unterausschuss Europarecht. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  16. Deutscher Bundestag - Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  17. Mitglieder des Verteidigungsausschusses (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) Bundestag online, abgerufen am 18. September 2014.
  18. Deutscher Bundestag - Parlamentarische Versammlung der NATO (North Atlantic Treaty… In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  19. Über uns - SPD-Landesgruppe Bayern. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  20. Deutscher Bundestag - Weltweit vernetzt - die Parlamentariergruppen. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  21. Helga Mäckle: Illertisser Bundestagsabgeordneter fliegt als Wahlbeobachter in die Ukraine In: Südwest Presse, 20. April 2014.
  22. Albert Schäffer: Die große Geschichte vom kleinen Doktor. In: FAZ. 17. Januar 2014.
  23. Mike Szymanski, B. Kruse, H. Beitzer: Seehofer zu Scheuers Doktortitel. „Für mich ist das erledigt“. In: SZ, 17. Januar 2014.
  24. Ronald Hinzpeter: Brunner und der „kleine Doktor“. In: Augsburger Allgemeine, 4. März 2011.
  25. a b c Augsburger Allgemeine: Auch ein Abgeordneter aus der Region kandidiert für den SPD-Vorsitz. Abgerufen am 20. August 2019.
  26. SPD-Vorsitz: Einzelkandidat Brunner steigt aus. tagesschau.de, 16. September 2019, abgerufen am 16. September 2019.