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Königssee (Gnotschaftsbezirk)

Siedlung in Deutschland

GeschichteBearbeiten

Vermutlich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts war Königssee der 1. Gnotschafterbezirk der „Urgnotschaft“ Schönau im Berchtesgadener Land, das ab 1380 das Kernland der Reichsprälatur Berchtesgaden und der später eigenständigen reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden (1559–1803) bildete. Nach drei kurz hintereinander folgenden Herrschaftswechseln wurde 1810 das Berchtesgadener Land mit seinen Gnotschaften dem Königreich Bayern angegliedert und aus Schönau ab 1817 eine Gemeinde. Im gleichen Jahr sind die bis dahin Schönauer Gnotschaften Faselsberg, Königssee und Schwöb zur eigenständigen Gemeinde Königssee zusammengefasst worden. 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Wiederzusammenlegung der Gemeinden Schönau und Königssee in die Einheitsgemeinde Schönau am Königssee mit in etwa gleicher Gebietsgröße der einstigen Urgnotschaft. Seither ist auch der mit der vormals eigenständigen Gemeinde namensgleiche Ortsteil Königssee ein Ortsteil von Schönau am Königssee, der wie die anderen Ortsteile von den Einheimischen noch immer als Gnotschaft bezeichnet wird.

Historische HausnamenBearbeiten

Ende des 17, Jahrhunderts umfasste der Gnotschaftsbezirk Königssee 18 Anwesen, davon 8 ganze Höfe und 10 halbe Höfe, die in der statistischen Übersicht von 1698 mit ihren Hausnamen aufgeführt werden und für die laut dem Steuerbuch von 1698 der Bauer vom Stangerlehen (Ganzer Hof Nr. 7) zum Gnotschafter bestellt worden war.[1]

Anwesen von 1698 im Gnotschaftsbezirk Königssee
Ganze Höfe Halbe Höfe
  1. Brandnerlehen
  2. Grafenlehen
  3. Ob. Brutshausen
  4. Unt. Brutshausen (Schusterlehen) 1)
  5. Seefeld (Forsthaus Königssee) 1)
  6. Sigllehen
  7. Stangerlehen
  8. Weberlehen
  1. Flinsen
  2. Ob. Hammerl (Meislerlehen) 1)
  3. Unt. Hammerl
  4. Hochbichl
  5. Mühlleiten
  6. Neuhausen
  7. Unt. Neuhausen
  8. Prosenbach
  9. am See
  10. Zulehen am See (Landhaus Königssee) 1)
1) In Klammern gesetzt die heutigen, von 1698 abweichenden Hausnamen

Die aktuellen Hausnamen sind auch auf der topographischen Karte im BayernAtlas dargestellt.[2]

BaudenkmälerBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gnotschaft Schönau in: Altbayern Reihe I Heft 7: Fürstpropstei Berchtesgaden. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1954. S. 28
    Es enthält eine Statistische Übersicht nach dem Stand von 1698. 1. Land- und Pfleggericht Berchtesgaden. Auf Seite 23, Fußnote 1 der Vermerk, dass darin kursiv angezeigte Höfe – hier das Stangerlehen – den Gnotschafter stellten.
  2. Königssee im BayernAtlas

Koordinaten: 47° 35′ N, 12° 59′ O