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Joseph Saidu Momoh

sierra-leonischer Politiker, Präsident von Sierra Leone
Abbild von Momoh auf einem 50-Leone-Schein.
Aussprache von Joseph Momoh

Joseph Saidu Momoh (* 26. Januar 1937 in Binkolo; † 3. August 2003 in Conakry, Guinea) war von 1985 bis 1992 Präsident von Sierra Leone.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

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SoldatBearbeiten

Momoh, Angehöriger des Volksstammes der Limba, trat 1958 in die Armee der britischen Kolonie ein. 1971 wurde er deren Oberbefehlshaber der Sierra Leone Armed Forces und 1974 Parlamentsabgeordneter und Staatssekretär in der Regierung des seit der Unabhängigkeit 1961 amtierenden Präsidenten Siaka Stevens. Als Generalmajor wurde er 1984 Generalstabschef.

PräsidentBearbeiten

Nach der Rücktrittsankündigung von Stevens nominierte die Einheitspartei All People’s Congress (APC) Momoh am 2. August 1985 als den von Stevens gewünschten Nachfolger zum Präsidentschaftskandidaten. Als einziger Kandidat konnte er die Wahlen im Oktober 1985 mit 99 % der Stimmen gewinnen und wurde am 28. November 1985 Präsident. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage verkündete Momoh 1987 den „ökonomischen Notstand“, wodurch sich die Situation allerdings nicht besserte.[1] Momoh galt als „tyrannisch“ und „diktatorisch“.[2]

1991 brach der Bürgerkrieg aus, der bis 2002 zwischen 50.000 und 200.000 Todesopfer gefordert haben soll, als eine kleine Gruppe unter Foday Sankoh anfing, im Osten des Landes Ortschaften zu überfallen. Im selben Jahr führte Momoh ein Mehrparteiensystem ein. Wahlen wurden für Ende 1992 versprochen. Am 29. April 1992 wurde er von einer Gruppe junger Offiziere unter Führung von Yahya Kanu oder Valentine Strasser abgesetzt.

Haft, Amnestierung, TodBearbeiten

Während des Bürgerkriegs 1998 wurde Momoh im Februar von Soldaten der ECOWAS-Interventionstruppe festgenommen und am 5. November 1998 wegen Verschwörung und Hochverrat zu 10 Jahren Haft verurteilt.[3] Er soll in den Putsch vom Mai 1997 verwickelt gewesen sein. Nach gelungener Flucht aus dem Gefängnis geriet er in die Hände der Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) von Foday Sankoh und wurde im November 1999 freigelassen.[4] Die Regierung des Präsidenten Ahmad Tejan Kabbah hatte ihn bereits im Juli amnestiert.

Nach seinem Tod im Exil im benachbarten Guinea 2003 wurde er nach Freetown überführt und mit einem Staatsbegräbnis geehrt.

AuszeichnungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Report of the Sierra Leone Truth & Reconciliation Commission. Sierra Leone Truth & Reconciliation Commission, Volume 2, 2004, S. 92.
  2. Report of the Sierra Leone Truth & Reconciliation Commission. Sierra Leone Truth & Reconciliation Commission, Volume 2, 2004, S. 8.
  3. Sierra Leone News – November 1998. Sierra-Leone.org. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  4. IRIN-WA Update 598. University of Pennsylvania, African Studies Center, 19. November 1999.